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Limburg-Lindenholzhausen. Vor 100 Jahren wurde der Haltepunkt Lindenholzhausen eröffnet. Vorausgegangen war eine mehr als zwölf Jahre dauernde Vorgeschichte. Und auch heute noch dauert es etwas länger, bis am Bahnhof etwas passiert ...

Obwohl der Haltepunkt Lindenholzhausen seit September 1918 betriebsbereit war, erfolgte die Eröffnung erst am 10. Juli 1919. Dazu war das Empfangsgebäude mit Stellwerk, Fahrkartenschalter und Warteraum dekoriert worden. 75 Jahre später erfolgte der Abriss. Foto: Sammlung Lothar SteinBild: Obwohl der Haltepunkt Lindenholzhausen seit September 1918 betriebsbereit war, erfolgte die Eröffnung erst am 10. Juli 1919. Dazu war das Empfangsgebäude mit Stellwerk, Fahrkartenschalter und Warteraum dekoriert worden. 75 Jahre später erfolgte der Abriss. Foto: Sammlung Lothar Stein

Vor 100 Jahren hielt der erste Zug in der damals selbstständigen Gemeinde

VON HANS-PETER GÜNTHER

Für das 1978 erschienene Heft zur Eisenbahngeschichte des Goldenen Grundes hatte Friedrich Schiemenz aus Nauheim intensiv geforscht. Er sah die Errichtung des Haltepunkts in Lindenholzhausen am 10. Juli 1919 als ein "Musterbeispiel für die vom Zeitgeschehen nahezu unberührt verlaufende Entwicklung der preußischen Staatsbahn".

Kohlen sparen statt Halten

Die Gemeinde Lindenholzhausen hatte bereits am 17. März 1907 einen Antrag auf die Errichtung eines Bahnhofs 4. Klasse gestellt. Zu dem in einem Kostenvoranschlag ermittelten Betrag von 38 000 Mark wollte sie einen Zuschuss von 13 000 Mark leisten. Die Königliche Eisenbahn-Direktion (KED) Frankfurt erklärte sich nach umfangreichen Kostenermittlungen - in die beispielsweise die Jahreskosten für Personal einbezogen wurden - jedoch nur zur Genehmigung eines Haltepunkts bereit. Für einen Wärter waren 1000 Mark, für den Ablöser 800 Mark in Ansatz gebracht worden, mit der möglichen Einsparung von zwei Schrankenfrauen (je 350 Mark) hätten die Mehrkosten 1100 Mark betragen. Da die Gemeinde, neben der unentgeltlichen Geländeabgabe, für die kleinere Lösung nur 5000 Mark als Zuschuss zahlen wollte, lehnte der zuständige Minister den Antrag am 2. Februar 1909 ab.

Erst vier Jahre später, nachdem sich Lindenholzhausen bereit erklärt hatte, einen Betrag von 10 000 Mark (etwa 56 000 Euro nach heutiger Kaufkraft) zum Bau beizusteuern, kam es zwei Wochen nach dem Kriegseintritt des Deutschen Reiches zu einem Vertragsabschluss. Trotz der beachtlichen Mitfinanzierung an den zu bauenden Bahnanlagen wurden der Gemeinde keinerlei Rechte zugestanden. Die Verwaltung behielt sich ausdrücklich vor, den Haltepunkt jederzeit wieder aufzuheben oder zu verlegen sowie nach eigenem Ermessen zu entscheiden, welche Züge künftig dort halten.

Trotz des Krieges wurden die Anlagen vertragsgemäß mit einem Empfangsgebäude (inklusive Stellwerk für eine Blockstelle mit zwei Signalen) und den beiden langen Bahnsteigen erbaut. Aus einer Verfügung der KED geht hervor, dass der Haltepunkt seit 2. September 1918 betriebsbereit war, aufgrund von Bestimmungen zur Einsparung von Kohle ein Halten von Zügen jedoch noch nicht genehmigt wurde. So dauerte es acht Monate über das Kriegsende hinaus, bis die ersten Reisenden am neuen Haltepunkt ein- und aussteigen konnten.

Keine Kostenbeteiligung

Und auch heute noch spielt die Frage, wer was zu zahlen hat, eine große Rolle: Ende April 2013 waren die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund an die Stadt herangetreten mit der Bitte, sich an der Finanzierung für die Erhöhung der Bahnsteige im Haltepunkt Lindenholzhausen zu beteiligen. Die DB begründet diese Bitte mit einer Rahmenvereinbarung zwischen DB, RMV und dem Land Hessen vom August 2011, in dem zur Beschleunigung des barrierefreien Ausbaus von Stationen und deren Modernisierung bis 2019 insgesamt 103 Projekte, darunter auch der Haltepunkt Lindenholzhausen genannt sind. Für Bau- und Planungskosten hatte die DB im Jahr 2013 einen Gesamtbetrag von 1,4 Millionen Euro angeben, von dem sie nur 200 000 Euro übernehmen wollte. Den Restbetrag von 1,2 Millionen Euro hätte die Stadt in den Haushalt einstellen müssen. Auch wenn sich das Land Hessen mit einem Zuschuss für die Baukosten von rund 750 000 Euro und der RMV an den Planungskosten mit 60 000 Euro beteiligt hätten, wären 390 000 Euro bei der Stadt verblieben. Nach Auffassung des Magistrats sei die DB spätestens bei einer, in absehbarer Zeit fälligen, Erneuerung der wassergebundenen Bahnsteige vom Gesetzgeber her verpflichtet, eine Erhöhung der Bahnsteige vorzunehmen.

Seit dieser Absage verschlechterte sich der Zustand der Bahnsteige in Lindenholzhausen zusehends. Daher forderte der Ortsbeirat den Magistrat der Stadt Limburg am 27. Februar 2018 auf, umgehend mit der Deutschen Bahn in Kontakt zu treten, damit der Eigentümer seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommt und die Schäden auf den Bahnsteigen beseitigt.

Das zuständige Bahnhofsmanagement in Gießen hat daraufhin Ende 2018 bei beiden Bahnsteigen den Zugang und jeweils eine Fläche von etwa 45 Metern Länge und zwei Metern Breite mit Betonpflaster befestigt sowie die Bahnsteigkante an Gleis 2 auf einer Länge von rund 100 Metern saniert.

Ergänzung Webteam Lindenholzhausen.de:

[Hier] findet man einen weiteren Arttikel zum Lindenholzhäuser Bahnhof.

[Hier] findet man die ausführliche Historie zum Lindenholzhäuser Bahnhof.

 Erst nach massiver Kritik ließ die Bahn Ende 2018 die ersten circa 45 Meter mit einem Betonpflaster befestigen und die Bahnsteigkante an Gleis 1 auf 100 Metern Länge ausbessern. Foto: Hans-Peter GüntherBild: Erst nach massiver Kritik ließ die Bahn Ende 2018 die ersten circa 45 Meter mit einem Betonpflaster befestigen und die Bahnsteigkante an Gleis 1 auf 100 Metern Länge ausbessern. Foto: Hans-Peter Günther

HinVerwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.weis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

 

 

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