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Vorwort | Uzname Kruggelschjer | Uznamen | Hessisch für Anfänger Uhe'sZum grünen Kranz | Spaziergang | Wegkreuz

 

Vorwort

Auf dieser Seite sollen der Dialekt und die Mundart rund um Lindenholzhausen dargestellt werden. Weitere Einreichungen zur Vervollständigug bitte an das Webteam übersenden.

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Woher stammt der Uzname Kruggelschjer (Kruggeltjer)

Der Spitzname der Bewohner von Lindenholzhausen leitet sich von einen Haushaltsgegenstand ab, der wie der Sack früher zu Haus und Hof gehörte „Kruggelschjer’’, kleine Krüge. Damit trugen die  Dorfbewohner ihr Wasser nach Hause, was nichts Ungewöhnliches war, als es noch keine Wasserversorgung gab.

Allerdings hat nicht jeder Ort einen Brunnen, an dem er einen Säuerling als Haustrunk (siehe unsere Rubrik "Sauerborn") abfüllen kann. Eine weitere Benennung für die Lindenholzhausener ist „Hollesser" oder "Holleser", was sich Ortsfremde erst durch einen Blick in die Ortsgeschichte erschließt. In der Urkunde aus dem achten Jahrhundert ist von „Holtzhuse’’die Rede, was in der  Mundart in Hollesse abgerundet wurde.

Quelle: "Hessisch für Anfänger" von Hans Peter Dietrich

Bemerkung

Ob Sauerborn oder Bäume, mit dem Uzname können wir Hollesser gut leben, zumal  das Nationallied der Hollesser (Linnehollesser Lied - Ei kinnste meisch da nit) nach einer Melodie aus dem Freischütz gesungen wird. Findige Hollesser wollten sogar vermuten, das der Komponist Carl Maria Freiherr von Weber eine Muse in Linhollesse hatte und dann erst den Freischütz komponierte?

Quelle: Josef Friedrich, Lindenholzhausen (07/2017)

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Uznamen aus der Limburger Umgebung

Ahlbach: Ollwoacher Kewer Käfer Käfer
Eschhofen: Eschhiwer Schäß Schiß
Mühlen: Miller Bäckärsch Back(es)ärsch
Mühlen: Miller Wasserradde Wasserratten
Dietkirchen: Dickerijer Hulz Holz
Dehrn: Dehrner Roawe Raben
Ennerich: Innerijer Besen Besen
Lindenholzhausen: Linnhollesser Krugeltje Krügelchen
Linter: Linderer Fresch Frösche
Limburg: Limboarjer Segger Säcker
Staffel: Staffeler Watz Eber
Elz: Blechköpp Blechköpf
Offheim: Offemer Bär Bär

Quelle: Lauder biese Wödder Mundartbuch aus Eschhofen

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Hessisch für Anfänger

Neben den geschichtlichen Kenntnissen, die man als Hollesser oder Bewohner mitbringen sollte, ist natürlich auch die Sprache von besonderer Wichtigkeit. Hierzu gehören auch Grundkenntnisse des hessischen Dialektes. Jens Grode hat in seinem Webauftritt einige hessische Begriffe zusammengestellt, die man als Hesse unbedingt kennen sollte, um bei angeregten Gesprächen auf Volksfesten oder anderen Veranstaltungen mitdiskutieren zu können.

[Hier] findet man das "Hessisch für Anfänger".

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Was unsere Kinder und Kindeskinder nie erleben werden - "Uhe's"

Liebe Fans, de Juhrgang ist traurig. Morgen endet nach über 60 Jahren die Ära unser aller Lieblings Schreib-, Haushalts-, Spielwaren und Geschenkartikelgeschäft "Uhe's".

Wir, de Juhrgang, möchten stellvertretend für alle Hollesser nochmal Danke sagen:

ihr habt unsere Kindheit und unsere Jugend so sehr verschönert, Kein Gang durch die Stiegelstraße war in unter 30min zu meistern, da man schon im Kindergartenalter jedes Mal alle Neuheiten und Angebote in eurem Schaufenster genauestens inspizieren musste. Hier wurden so manche Großeltern und Eltern in den Wahnsinn getrieben, wenn man mal wieder ein neues Spielzeug oder auch etwas Größeres wollte. “Hastja bald Geburtstag, mein Kind" haben wir als Antwort nicht gelten lassen. Man ist bei euch reingestürmt und hat sich mindestens ein "Gleiterflugzeug" gekauft - dafür hat das eigene Taschengeld meist gereicht, Wenn es dann vom Opa noch eine Playmobilfıgur gab, war der Tag gerettet. Und weil man so oft im Laden war, hat man oftmals noch eine Kleinigkeit von Ingrid geschenkt bekommen - der Tag war perfekt!

Schulzeit

In der Grundschulzeit musste man dann feststellen, dass Uhe's nicht nur ein Spiel- und Geschenk-, sondern auch ein Schreibwarengeschäft ist. Schreibwaren - das waren Dinge, die wir Kinder uns nie im Schaufenster angeguckt haben. Nun ja, nutzte ja alles nichts. Also lief es ab wie folgt: Nach dem ersten Schultag bekam man eine Liste von den Lehrern in die Hand gedrückt: 2x Heft DIN A4 kariert/zwei Ränder, 1 x Hausaufgabenheft, 2 x Heft DlN A5 liniert/ein großer Rand zum Korrigieren etc. Hier wusste man genau, was mittags zu tun ist - ab zu Uhe's, Dort war man schon auf den Ansturm der Schulkinder vorbereitet und bei Zubehör wie Prittstift, Bleistift und Radiergummi wusste Ingrid direkt zu helfen. Sie wusste immer, welche Kinder eingeschult wurden und kannte sich bestens aus, Somit bekam auch der vergesslichste und chaotischste unter uns noch den richtigen Umschlag für die Fibel oder das erste Rechenbuch. Zum Abschluss gab es noch einen Stundenplan zum Ausfüllen in die Hand und fertig war die Laube - dachten wir. Doch wir mussten feststellen, dass wir noch Füller, Patronen, Zirkelkasten, Wasserfarbkasten, Pinsel, Buntstifte, Filzstifte und viele weitere bis hierhin für uns völlig unbekannte Dinge brauchten. Alles kein Thema. Bei Uhe's wurde man beraten und bekam garantiert das richtige Material für eine erfolgreiche Schullaufbahn.

Fassenacht

Auch hier wusste man als Bub: Ob Cowboy, Ritter, Indianer oder Punker - die Pistole gibt's bei Uhe's. Also wieder das gleiche Spiel, 20 DM von de Mama bekommen und ab zu Uhe's. "Laut muss sie sein "durchbohren" muss man Sie können." Ingrid wusste sofort Bescheid, Ein gekonnter Handgriff in die Schublade, durch die man durch eine Glasscheibe reingucken konnte, und es wurden meistens zwei Exemplare ausgepackt und präsentiert. Sogar Probeschüsse waren hier und da möglich. Die Pistolen, die man nicht durchbohren konnte, wurden gar nicht erst angepackt. "Lass die Bube doch" war hier schon immer die Devise - ein spezielles Danke dafür! Pistole: 12 DM, vom Restgeld Munition und stolz wie Oskar heim - mittags mit den Kumpels im Wald verabredet um die "Dinger" einzuschießen. Am nächsten Tag zu Uhe's.,. nochmal Munition kaufen. Ach war das schön!

Jurrefätz - die geheime Schublade

Es ist ein Geheimnis, was von Generation zu Generation unter uns Kindern weitergegeben wurde. Bei Uhe's gibt es eine Geheime Schublade, Vor der Kasse stehend unten links auf der Erde. Hier sind Jurrefätz und andere Böller versteckt. Hier wurde alles, was nicht in der Silvesterzeit verkauft wurde gelagert und das Jahr über für "Eingeweihte Spezialkunden" verkauft- diesen Status hatten wir fast alle. Man durfte nicht unbegrenzt einkaufen. Ingrid hat immer von Fall zu Fall entschieden, wie viel Geschosse man abnehmen darf. Auch hier folgte wieder der immer gleiche Spruch „Ihr wisst ja …“. Meistens ist man zu zweit oder zu dritt nacheinander einkaufen gegangen um die "Beute" zu maximieren. Das wurde bei Uhe's natürlich sofort durchschaut, aber mit einem Lächeln und einem mahnenden Zeigefinger akzeptiert.

Dorfkindmomente

Während wir diesen Text schreiben, merkt man tatsächlich, was hier fehlen wird. Ali die schönen Erinnerungen werden wir irgendwann unseren Kinder und Enkeln erzählen. Das ist schwer vorstellbar. Unsere Großeltern erzählen immer mal von "Schmoale" oder "Franze" und fragen uns dann "Kinnst dau dott noch?"... So werden wir irgendwann von Uhe's erzählen, werden fragen "Kinnst dau dott noch?" und müssen dann feststellen, dass das alles vor deren Zeit war und in solcher Form gar nicht mehr existiert. Genau das haben wir versucht in diesem Text darzustellen. Uns fallen noch dutzende weitere "Uhe's Momente" ein.

Abschließend sagen wir nochmal:
Liebe Ingrid, lieber Berthold, liebe Familie Wagner,
DANKE FÜR ALL DIESE SCHÖNEN MOMENTE!
Wir werden Uhe's vermissen!

Quelle: de Juhrgang (03.02.2017)

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Gastwirtschaft „Zum grünen Kranz“

Liebe Erika Jung und Familie, ich habe von Christoph Schupp erfahren, dass ihr über Hollesse gesprochen habt und über die Cäcilia. Mir ist natürlich bekannt, dass eure Gastwirtschaft „Zum grünen Kranz“ genannt wurde. Gerne erinnere ich mich an die Zeit wo ich mit meinem Vater zur Singstunde im Vereinslokal der Cäcilia Gast sein durfte. Auch erinnere ich mich noch an Otto Schmidt von der Lindenmühle der im Winter den Sägemehl Ofen gefüllt hat. Es gab damals eine Gruppe Die Ofenrunde die sich nach der Probe um den Ofen scharte. Dabei war Langhobs Onkel Schorsch aus der Wendlinusstraße und Georg Schorsch Löw.

Auch ist mir noch Euer Kolonialwaren Laden geläufig wo man den Bimbes geholt hat. Von Uli weiß ich noch, dass er bei Baldese Anton Will auf dem Bauernhof war.

Nach den Singstunden war immer Stimmung in der Wirtschaft. Die Soleier waren immer etwas Besonderes zu dieser Zeit. Auch vom Onkel „Gruß Jaab“ (Jakob Rompel) gab es für uns jungen Sänger schon mal ein Glas Bier. Der "Weiss Alois" (Alois Rompel Landesprodukte) ließ bei einem gewonnenen Gesangwettstreit immer eine Runde springen.

Quelle: Josef Friedrich, Lindenholzhausen (09/2015)

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Ein Spaziergang durch Limburg

Vor einiger Zeit hatte ich ein Telefonat mit einem Herrn, der vor 20 Jahren berufsbedingt von Lindenholzhausen nach Taunusstein umgezogen ist. Er lebte mit seiner Familie einst in Lindenholzhausen und sagte mir, dass er mich gerne einmal treffen wolle, weil wir auch früher einen guten Kontakt hatten. Im Frühjahr haben wir uns in Limburg am Bahnhof getroffen.

Ich habe mit ihm einen kleinen Rundgang gemacht. Er war sehr erstaunt, was aus Limburg geworden ist. Besonders freute ihn die Fußgängerzone und der Vorplatz am Bahnhof. Wir gingen weiter in die Werkstatt und tranken einen Kaffee. Ich erklärte ihm, dass der nächste Bauabschnitt fertig gestellt sei und er war davon begeistert, was aus dem alten Ausbesserungswerk geworden ist. Vor allen Dingen sei er beeindruckt, dass auch in der Woche schon so viel Publikum die Werkstatt belebt.

Nach Beendigung des Rundgangs sagte er mir, dass er es wieder in Erwägung ziehe, zurück nach Lindenholzhausen oder Limburg ziehen. Die Verkehrsanbindung in Limburg habe er schon immer  geschätzt und die Anbindung an die ICE Strecke.

Fazit von ihm von Limburg und Umgebung: Die Stadt ist so lebenswert, dass er wieder zurück will.

Quelle: Josef Friedrich, Lindenholzhausen (03/2017)

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Det Wegkreuz um Linhollesser Sauerborn

Det Wegkreuz u dem Sauerborn
dot stieht schun ville Johrn do.
E bissje verwerrert
und ach blass schun vu de Sunn.
De Herrgott owwer zou uss strahlt.

Wot kinnt de Herrgott uss all verzehle,
wu de do stieht schun all die Johrn.
Su mancher hot häj sei Gebet,
und ach sei Nöte ihm ugetru.

Voll Dankbarkeit gieht mer do hie,
wät mei Familie wirre gesund.
Mer hot oft Gebet fer Friede,
de nit herrscht off dieser Welt.
Und off de Bank hot mer verweilt,
su manche andächtliche Stund.

Quelle: Josef Friedrich, Lindenholzhausen (2013)

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