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Vorwort | Geschichte des Chorgesangs | Chöre bzw. Gesangsgruppen

Vorwort

Die Gesangsvereine, die den berühmten Lindenholzhäuser Chorgesang in alle Welt tragen sind für den Namen, Lindenholzhausen, DAS SÄNGERDORF, verantwortlich.

Bereits 1844 enstand der erste Lindenholzhäuser Gesangverein. Über die Geschichte der Gesangsvereine gibt es einiges sehr Interessantes zu berichten.

Man bedenke, dass beim MGV "Cäcilia" und MGV "HARMONIE" bereits je an die 100 und mehr aktive Sänger mitwirken, abgesehen von der ebenfalls stattlichen Anzahl der Sänger und Sängerinnen des ensemble vocale, des Kirchenchores, des Frauenchores sowie der Kinder- und Jugendchöre.

Insbesondere der "Konkurrenzkampf" zwischen den beiden großen Männerchören hat dazu beigetragen, dass zumindest diese beiden Chöre heute zur Weltspitze der Laienchöre gehören.

Da bleibt es natürlich nicht aus, dass auch große Sängerfeste (siehe [Festivitäten]) gefeiert werden, wodurch das etwa 3000 Seelen zählende Dorf Lindenholzhausen zum Anlaufpunkt für zehntausende Gesangsliebhaber aus aller Welt wird. Dies trägt dazu bei, dass Lindenholzhausen und mit ihm die Kernstadt Limburg weit über die Grenzen Deutschland hinaus bekannt sind.

Der bisher wohl größte Erfolg dürfte die Teilnahme unserer beiden großen Chöre an der Chor-Olympiade 2004 vom 08. bis 18. Juli 2004 in Bremen gewesen sein. Hierbei belegten in der Category 15 (Male big choirs) die CÄCILIA den 1. Platz (Gold mit 92,88 Punkten) und die HARMONIE den 3. Platz (Bronze mit 80,13 Punkten). Weitere Informationen hierzu gibt es auf der Sonderseite "Choir-Olympics 2004 Bremen".

Lesen Sie nun die spannende Geschichte zum "Sängerdorf Lindenholzhausen". Der Text wurde größtenteils aus dem entsprechenden Artikel von Josef J. G. Jung im Buch "Lindenholzhausen", Herausgeber: Verschönerungsverein Lindenholzhausen, entnommen. Wo es nötig erschien, wurden aufgrund des schon älteren Textes Aktualisierungen durchgeführt.


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Geschichte des Chorgesangs in Lindenholzhausen

Ein charakteristisches Merkmal für Lindenholzhausen ist der Chorgesang. Musikalische Begabungen lassen sich hier schon früh belegen. So ist bekannt, dass bei der Inthronisationsfeier des ersten Limburger Bischofs, Dr. Jakob Brand, am 11.12.1827 im St. Georgs-Dom Musiker aus Lindenholzhausen das Limburger Orchester verstärkten.

Die besondere Wertschätzung und Anerkennung des Lindenholzhäuser Chorgesangs mit dem vielgerühmten eigenartigen Sound brachte dem Ort schon lange die Bezeichnung "Sängerdorf" ein. Dies berechtigt zu der Fragestellung nach dem Ursprung und der Entstehung seiner Chöre.

Die Existenz des wohl ersten Chores in Lindenholzhausen geht zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, und zwar - nach jetziger Kenntnis - bis 1844.

Im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden existiert eine Bittschrift vom 11.07.1852 an die Nassauische Landesregierung, in der sich 34 Mitglieder des damaligen Lindenholzhäuser Gesangvereins für einen Verbleib ihres Dirigenten, des örtlichen Lehrers Balthasar Flach, einsetzten. In dem von sämtlichen Mitgliedern unterzeichneten Schreiben heißt es: "Balthasar Flach hat den hiesigen Gesangverein während 8 Jahren herangebildet; mit Wahrheit kann man dieses dreist sagen, dass noch kein städtischer Gesangverein demselben vorzuziehen sei".

Die Rückrechnung von 1852 um 8 Jahre führt zum Jahre 1844, in dem offensichtlich die Gründung dieses Vereins erfolgte. Dem Gesuch der Sänger blieb allerdings der erhoffte Erfolg versagt. Lehrer Flach wurde nach Hattersheim versetzt.

Eine weitere Nachricht über diesen Chor konnte im hiesigen Pfarrarchiv aufgefunden werden. Es handelt sich um ein Schreiben des damaligen Herzoglich-Nassauischen Kreisamts Limburg vom 06.04.1853 an den Ortspfarrer Prof. Martin Kremer mit folgendem Wortlaut: "Auf das geehrte Schreiben Euer Hochwürden vom 21. Februar erwidere ich ergebenst, dass falls in die Statuten des Vereins noch die Bestimmung aufgenommen wird, dass die obere Leitung und Aufsicht, welche sich namentlich auch auf die Wahl der Lieder und die geselligen Erheiterungen bezieht, so dass was bei dieser Oberaufsicht nicht gebilligt wird, nicht zur Vollziehung kommen darf, zunächst Ihnen und überhaupt dem zeitigen Ortspfarrer übertragen wird, der Verein bestehen bleiben kann. Jedoch muss zu Lustbarkeiten, welche vom Verein veranstaltet werden, die Genehmigung der Polizeibehörde eingeholt werden. Ich ersuche Euer Hochwürden, die Sache hiernach zu ordnen und gefällig weitere Mitteilung zu machen":

Bei dieser Anordnung handelte es sich offenbar um die "amtliche" Reaktion auf ein Schreiben von Pfarrer Kremer, der vermutlich auftragsgemäß über den hiesigen Gesangverein zu berichten hatte. In diesem gab es sicherlich nach den Wirren der 1848er Revolution noch freiheitliche und patriotische Tendenzen, die von der damaligen weltlichen Obrigkeit nicht geduldet wurden. Deshalb wohl hing der Fortbestand des Vereins von der Auflage ab, sich insbesondere auch hinsichtlich der Auswahl an Chorliteratur der "Oberaufsicht" des jeweiligen Ortspfarrers zu unterstellen.

Nach einer Überlieferung soll der Gesangverein "Liederkranz" 1871 gegründet worden sein. Hierbei handelte es sich wahrscheinlich um die Neugründung des Gesangvereins von 1844. Der "Liederkranz" pflegte nicht nur "das deutsche Lied", sondern hatte auch den Kirchengesang an hohen Feiertagen übernommen. Berichten zufolge beteiligte sich der Chor 1871 an einem Sängerfest in Hangenmeilingen und 1875 an einem solchen in Niederselters. Sicherlich unter dem Eindruck des siegreichen Frankreichfeldzugs 1870/71 und der Errichtung des Deutschen Kaiserreichs wurde 1872 eine Vereinsfahne angeschafft und deren Weihe mit einer festlichen Feier begangen. Das Fahnentuch aus gelber Seide enthielt die Abbildung eines grünen Kranzes. Vereinslokal war das Gasthaus Jung/Arthen, die spätere Sportklause. Die spärlichen Nachrichten sagen noch aus, dass das Vereinsleben nach 1875 zurückging. Das profane Singen soll ständig mehr in den Hintergrund gedrängt worden sein. Schließlich sang der Chor lediglich noch bei kirchlichen Anlässen und bei Beerdigungen. Infolge von Uneinigkeit und Streitigkeiten löste sich der "Liederkranz" Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auf.

Doch bereits 1892 fand die Gründung eines neuen Gesangvereins statt. Er legte sich den Namen "Frohsinn" zu und hatte als Vereinslokal das Gasthaus "Zur Goldenen Krone" (Simonis/Brahm) gewählt. Dieser Verein pflegte mit dem gleichnamigen Chor aus Elz eine besondere Freundschaft. So fanden 1893 gegenseitige Besuche statt. Dem Lindenholzhäuser "Frohsinn" war nur eine kurze Lebensdauer beschieden; er löste sich 1897 auf. Wiederum waren interne Auseinandersetzungen die Ursache für das Ende eines Chores. Adolf Roos (1884 - 1974) erzählte noch im Alter mit Begeisterung von dem vortrefflichen Gesang des "Frohsinn" welcher ihn in jungen Jahren stark beeindruckt hatte.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Chorleiter des Lindenholzhäuser "Frohsinn" Kapellmeister Johann Erbach aus Elz stammte und mit Margarete Zimmermann aus Lindenholzhausen verheiratet war. Bei ihm erlernte Ferdinand Dernbach sen. (1884 - 1954) das Geigenspiel. Dernbach zählte 1906 zu den Mitbegründern des Männergesangvereins "Harmonie" und war dessen erster und langjähriger Dirigent. Er leitete aber auch von 1907 bis 1919 den damaligen Kirchenchor "Cäcilia", der 1901 gegründet worden war, sich 1939 in "Männerchor 1901" und 1946 in Männerchor "Cäcilia" umbenannte. "Harmonie" und "Cäcilia" haben Ferdinand Dernbach sen. außerordentlich viel zu danken. In ihrer Anfangsphase nahm er die Weichenstellung für eine steile Aufwärtsentwicklung vor. Ihm gebührt der Ruhm, die Bedeutung Lindenholzhausens als Sängerdorf mit begründet zu haben.

Die heutigen, 1901 bzw. 1906 gegründeten großen Lindenholzhäuser Männerchöre "Cäcilia" und "Harmonie" wurzeln in der Tradition des örtlichen Chorgesangs, die weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Hinsichtlich deren Vereinsgeschichte und heutigen Bedeutung wird auf die entsprechenden Chroniken verwiesen, was auch für die später entstandenen Chöre, wie Katholischer Kirchenchor "St. Jakobus" (1946), Junger Chor Lindenholzhausen - heute: "ensemble vokale lindenholzhausen" (1983), Frauenchor "Cäcilia" (1984) und Kinderchor Lindenholzhausen (1991), Young Harmonists sowie Pop- und Jazzchor YOU´N´JOY (2007) zutrifft.

Zudem gibt es noch je einen "Kleinen Chor" innerhalb der "Cäcilia-Chöre" und der "Harmonie" sowie die Gesangsgruppe "Schräge Acht", die sich ebenfalls aus Sängen des MGV "Cäcilia" rekrutiert.

Vorsitzende und weitere Informationen können Sie der Rubrik [Vereine] entnehmen.


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Chöre bzw. Gesangsgruppen von Lindenholzhausen

In Lindenholzhausen gibt es derzeit folgende 11 Chöre bzw. Gesangsgruppen
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