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Nah genug dran und weit genug weg | Optimaler Standort | Geschichte | Streckenverlauf im LK | ICE-Tunnel | Erster regulärer Halt

Nah genug dran – weit genug weg

Der Spruch "Nah genug dran – weit genug weg" trifft für den ICE-Bahnhof Limburg-Süd voll zu. Er liegt zwischen Limburg und Lindenholzhausen, direkt an der Autobahn A3 Frankfurt-Köln gegenüber der Abfahrt Limburg-Süd. "Nah genug dran" am Frankfurter Flughafen "Fraport", der mit dem ICE in einer knappen viertel Stunde erreichbar ist, aber dennoch "weit genug weg" im ländlich geprägten Limburg, ist es der ideale Standort und zudem noch fast in der Mitte von Deutschland. Wegen der idealen Anbindung an den Fraport wird das Gelände auch "Railport Park Limburg" genannt. Den Seiten des Railport Park Limburg können sie den aktuellen Entwicklungsstand entnehmen.

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ICE Limburg Am 5. Juli 1882 dampfte die erste Lok in den neu gebauten Limburger Bahnhof ein, wenige Tage später wurde die Lahntalbahn zwischen der Domstadt und Bad Ems für den Verkehr freigegeben. Für die Stadt brach damit ein neues Zeitalter an. 140 Jahre später rauschte der ICE am 25. Juli 2002 auf seiner Jungfernfahrt von Frankfurt nach Köln durch das Nassauer Land. Jungfernfahrt des ICE 3Bild: Schnappschuss von der Jungfernfahrt des ICE 3 im Nassauer Land kurz nach der Ausfahrt aus dem Eichen-Dickenscheid-Tunnel in Höhe der Brücke über dem Wiesengrund bei Heilberscheid-Nentershausen
(Quelle: NNP von Angelika Rech, Runkel)


Am Donnerstag, 1. August 2002, hielt dann der erste reguläre ICE im neuen Bahnhof Limburg Süd an der B 8 zwischen Limburg und Lindenholzhausen unmittelbar an der Autobahnausfahrt der A 3 Limburg Süd. Nun halten die Hochgeschwindigkeitszüge regelmäßig in Limburg.

Deutschland ist wieder Weltklasse, schrieb Panagiotis Koutoumanos in der Frankfurter Neuen Presse (siehe Artikel weiter unten). Mit den 300 km/h schnellen ICE auf der Neubaustrecke Frankfurt – Köln tritt die Bundesrepublik dem kleinen Club der Nationen bei, deren Eisenbahnen dieses atemberaubende Tempo beherrschen: Japan, Frankreich, Spanien und Belgien. Und dabei ist Frankfurt – Köln erst der Anfang. Die Daten der Neubaustrecke Frankfurt - Köln in Kürze:

  • Bundeskabinett fällt im Dezember 1989 die Entscheidung zum Bau
  • Betrieb ab 1. August 2002
  • Streckenentfernung Köln-Frankfurt 177 km
  • Gesamtlänge NBS Köln – Rhein/Main: 204 km
  • davon ebenerdig: 41,2 km
  • im Einschnitt: 68,6 km
  • in Dammlage: 49,3 km
  • Tunnel: 40,0 km (26 Tunnel; 19,6% Streckenanteil)
  • Brücken: 6,0 km (18 Talbrücken; 2,9% Streckenanteil)
  • längste Brücke: Hallerbachtalbrücke 992 m
  • maximale Steigung: 40 Promille
  • Zug fährt mit 300 km/h
  • 70-76 statt 135 Minuten über bisherige Strecke am Rhein
  • Kosten rund rund sechs Milliarden Euro
  • Ab 15. Dezember 2002 ca. drei Züge je Richtung pro Stunde
  • 58 Züge pro Tag und Richtung
  • Reisende 2002: 11-12 Millionen (Rheinkorridor)
  • Reisende 2010: 20-25 Millionen (Prognose)

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Der optimale Standort des ICE-Bahnhofes Limburg
Der Standort des Bahnhofes "RAILPORT PARK LIMBURG" besitzt alle Voraussetzungen für den Anschluss an die große weite Welt oder anders gesagt: Eine 1-A-Lage.
  • In der Mitte Deutschlands
  • Direkt an der Bundes-Autobahn A3
  • Zwischen den Großzentren Frankfurt (Süden) und Köln (Norden)
  • Anschluss Richtung Osten über B 49 nach Gießen
  • Anschluss Richtung Westen über A 48 nach Luxemburg
  • Flughafen Rhein/Main in 20 Minuten erreichbar
  • Flughafen Köln/Bonn in 40 Minuten erreichbar
  • Direkt über Ausfahrt Limburg-Süd erreichbar
  • Lage an der Bundesstraße B8
  • 32 Hektar zur Ansiedlung von Industrie
  • modernste Technik zur Datenübertragung im Boden
ICE-Bahnhof mit geplanten Gebäuden rechts und linksBild: Ursprüngliche Planung der Stadt Limburg - ICE Bahnhof mit flankierenden Gebäuden (Quelle: Stadt Limburg)

Zwei achtgeschossige Hochhäuser sollten den Limburger ICE-Bahnhof flankieren: Ein "Business-Tower" mit verschiedenen Bürokonzepten sowie ein "Lifestyle-Tower" mit Appartements, Wellness-, Gastronomie- und Einkaufsangeboten. Großflächiger Einzelhandel soll jedoch nach Angaben von Bürgermeister Martin Richard im "Railport-Park" nicht möglich sein. Höchstens kleinere Einheiten mit maximal 1000 Quadratmetern; insgesamt etwa 8000 Quadratmeter. Die 32 Hektar große Fläche des "Railport-Parks" wird künftig unter dem Slogan "Nah genug dran – und weit genug weg" beworben.

Das war die ursprüngliche Planung. Mittlerweile wurde rechts neben dem Bahnhof bereits ein großes Parkhaus errichtet. Die flankierenden Bauten sind somit sicherlich nicht mehr zu realisieren.

Den Seiten des Railport Park Limburg können sie den aktuellen Entwicklungsstand entnehmen.[HIER] können Sie Ihre Reise planen!


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Die Geschichte des Bahnhofes

Am 27. Februar 1997 fiel die Vorentscheidung für den Limburger ICE-Bahnhof. Aus mehr als 30 Entwürfen hatte ein Preisgericht den "fliegenden Teppich" der Architekten Schuster als Wunsch-Bahnhof ausgewählt.

Der wurde dann aus finanziellen Gründen noch ein paar Mal gestutzt, und es sollte zwei Jahre länger als geplant dauern, bis der "ICE-Teppich" als abgespeckte Variante endlich gebaut werden sollte.

Bei einem Besuch in der Domstadt im Juli 1997 erkannte der damalige Ministerpräsident Hans Eichel (SPD) das werbewirksame Argument, den "ersten ICE-Bahnhof vor dem internationalen Rhein-Main-Flughafen" zu haben und versprach, für Limburg "alles zu tun, was wir können."

Statt zunächst 42 Millionen Mark sollte das Bauwerk "nur" noch 22,5 Millionen Mark kosten (Oktober 1998), im Frühjahr 2000 waren es noch 21 Millionen Mark. Schließlich wurde der Haltepunkt für 14,57 Millionen Euro errichtet, wovon der Bund mit 6,4 Millionen Euro den größten Anteil zahlte.

Bis Ende des Jahres 2002 hatte die Stadt Limburg zusätzlich knapp 14,7 Millionen Euro in das ICE-Gebiet und den Bahnhof investiert. Dem stehen, zumindest nach Plan, Einnahmen in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro gegenüber.

Die vom hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) mit dem Bahnvorstand getroffene Vereinbarung schließt die zunächst auf fünf Jahre befristete Garantie ein, dass im Limburger Bahnhof stündlich Züge halten werden. Was danach geschieht, wurde freilich in der Vereinbarung nicht geregelt, wird sich also voraussichtlich wesentlich nach betriebswirtschaftlichen Aspekten richten.

Da 2007 über 2.000 Fahrgäste täglich ein-/aussteigen, wird der Bahnhof auch zukünftig Bestand haben.

Anfänglich wurden drei mögliche Standorte für den Bahnhof diskutiert. Als erstes wurde der Standort Limburg/Diez verworfen; Staffel hielt sich länger in der Diskussion. Gebaut wurde dann in Limburg-Süd (Eschhofen), da die Bahn eine direkte Anbindung an die Lahntal- oder Westerwaldbahn wegen der geringen Zahl der Umsteiger für nicht notwendig erachtete. Letztendlich wurde der jetzige Standort in der Gemarkung Eschhofen, zwischen Limburg und Lindenholzhausen Sieger.


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Der Streckenverlauf im Kreis Limburg-Weilburg

Die ICE-Strecke Frankfurt – Köln verläuft im Landkreis Limburg-Weilburg entlang der Autobahn A3 an folgenden Städten/Orten vorbei incl. Bewonderheiten:
  • Kreisgrenze bei Würges
  • Bad Camberg (rechts von der Strecke in Ri Köln)
  • Erbach (rechts)
  • Niederselters (rechts - nicht einsehbar)
  • Oberselters (rechts - nicht einsehbar)
  • Werschau (links)
  • Oberbrechen (rechts - nicht einsehbar)
  • Niederbrechen (rechts)
  • Lindenholzhausen (rechts)
  • Bahnhof Limburg Süd
  • Limburg (links)
  • Limburger-Tunnel
  • Limburg (links)
  • Staffel (links)
  • Elz (rechts)
  • Elzer-Berg-Tunnel
  • Landesgrenze bei Görgeshausen
Autobahn- und ICE-Brücke LimburgBild links:Autobahn- und ICE-Bogenbrücke über die Lahn bei Limburg

Im Kreis Limburg-Weilburg beträgt die Streckenlänge 26,5 Kilometer. Der höchste Punkt liegt im Elzer Wald mit 253,7 Meter über Meeresspiegel, der tiefste Punkt der Strecke direkt im Anschluss mit der Brücke über den Elbbach auf einer Höhe von 110,8 Meter über Meeresspiegel. Nach Angaben der Bahn überquert der ICE zwischen Elz und Würges 30 Brücken. Die markantesten sind dabei die Bogenbücke über die Lahn in Limburg mit einer Länge von 450 Meter und über das Wörsbachtal zwischen Werschau und Niederbrechen mit einer Länge von 528 Metern.

In Limburg fährt der ICE unter anderem noch durch eines der aufwendigsten Tunnelbauwerke der ganzen Strecke. Das Bauwerk mit einer Länge von 2300 Metern unterquert Autobahn, die B 49, das Industriegebiet Dietkircher Höhe und dabei vor allem das Betriebsgelände von Tetra Pak. Die zunächst geschätzten Baukosten für den Abschnitt im Kreis Limburg-Weilburg: 450 Millionen Euro.
ICE Streckenerlauf Elz-Lindenholzhausen
Bild: Verlauf der ICE-Strecke von der Landesgrenze bei Görgeshausen bis nach Lindenholzhausen mit Elzer- und Limburger- Tunnel (Quelle: LK Limburg-Weilburg)

ICE Streckenerlauf Lindenholzhausen-Bad-Camberg
Bild: Verlauf der ICE-Strecke von Brechen bis zur Kreisgrenze bei Würges (Tunnelfreie Strecke)
(Quelle: LK Limburg-Weilburg)


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Die ICE-Tunnel Limburg und Elz

ICE-Tunnel Limburg Auf einer Länge von 2.395 m wird das Stadtgebiet Limburg und der besiedelte Bereich im Tunnel unterfahren. Die Tunnelröhre wird in den relativ wasserundurchlässigen Lößlehmschichten liegen, so dass die trinkwasserführenden Massenkalke verschont bleiben. Der Tunnel wurde wasser- und ölundurchlässig erstellt. Der Bau erfolgte weitgehend bergmännisch.

An den Tunnelenden sowie im Kreuzungsbereich der A 3 mit der B 49/54 und am Dietkircher Weg sind für Notfälle Rettungsplätze angelegt. Die beiden mittleren Rettungsplätze sind mit dem Tunnel durch Notein- und -ausstiege verbunden.

Höhenangaben der ICE-Strecke Köln-FrankfurtBild: Höhenangaben der ICE-Strecke Köln-Frankfurt zwischen Montabaurund Bad Camberg über den Westerwald

Der Elzer-Berg-Tunnel ist ca. 1.100 m lang und dürfte einer der Tunnel sein, in dem der ICE eine Menge an Steigung zu überwinden hat, wie aus dem obigen Bild ersichtlich ist.

Aufgrund der großen Höhenunterschiede besitzt der ICE 3 keinen Triebkopf mehr. Jeder Wagen wird für sich über Motoren an den Achsen angetrieben. Nur so lässt sich die Geschwindigkeit bei den starken Steigungen erreichen.


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Der erste reguläre Halt in Limburg

Ca. 4.000 Personen wollten am 01.08.2002 den ersten regulären Halt eines ICE im neuen Limburger Bahnhof Limburg Süd, direkt an der B 8 und der A 3 zwischen Limburg und Lindenholzhausen miterleben.

Der Cityring und die Nassauische Neue Presse hatten zusammen mit der Stadt Limburg eingeladen.

Die ersten Gäste waren wohl um ca. 3 Uhr in der Nacht schon zum Bahnhof geeilt. Gegen 5 Uhr waren ca. 150 Personen anwesend. Danach ging es Schlag auf Schlag.

Die 800 Sitzplätze im Zelt reichten bei Weitem nicht aus.

Auch viele Lindenholzhäuser waren da.

Die ersten 500 Gäste bekamen folgendes Erinnerungsgeschenk:
Erinnerungsgeschenk zum ersten ICE-Halt in LimburgBild: Erinnerungsgeschenke zum ersten ICE-Halt in Limburg (Quelle: Webmaster)

Das Werkzeug-Tool wurde vom Cityring und der Nassauischen Neue Presse verteilt, die "rote 1" als Ansteck-Pin gab`s von der Bahn AG, da man von Frankfurt nach Köln bzw. zurück nunmehr 1 Stunde gegenüber der alten Verbindung spart.
Gegen 6:12 Uhr, also schon 4 Minuten eher als geplant, lief der erste ICE aus Frankfurt/Main auf dem Gleis 4 ein.

ICE im Limburger Bahnhof Es stiegen einige Fahrgäste aus, die vom Bürgermeister der Kreisstadt Limburg a.d. Lahn, Martin Richard sowie dem hessischen "Landesvater" Ministerpräsident Roland Koch und vielen weiteren Ehrengästen begrüßt wurden.

Auch drei Hollesser waren von Frankfurt nach Limburg gefahren und stiegen aus.

Als aller erster Fahrgast kam Georg Schikora aus Lindenholzhausen ganz alleine vom Übergang die Treppe herunter und passierte die beiden Damen der NNP, die die Gäste empfingen. Erster aussteigende Fahrgast beim ersten ICE-Halt in Limburg Wenig später folgten weitere 2 Hollesser, der Vorsitzende des MGV HARMONIE, Karlheinz Dernbach, sowie Josef Fachinger. Das Foto zeigt die beiden in der Bildmitte, wie sie vom Übergang über die Gleise herunter kommen. Die nächsten Hollesser Fahrgäste beim ersten ICE-Halt in Limburg Diese beiden stiegen später auch in den ICE Richtung Frankfurt wieder ein, der gegen 6:44 Uhr von Köln einlief. Leider stieg aus diesem Zug niemand aus. Dafür stiegen jedoch einige Gäste ein.

Nach den 2 ICE Ein- und Abfahrten gab es ein reichhaltiges Frühstück im Zelt vor dem Bahnhof.

Nach Angaben der NNP waren es am ersten Tag ca. 150 Reisende, die in Limburg ein oder ausstiegen. Sie erhielten alle ein Präsent.


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