Limburg-Lindenholzhausen. Nachwuchssorgen und Beitragserhöhungen des Landesverbands – der graue Alltag bestimmte auch die Diskussionen auf der Mitgliederversammlung der Elektro-Innung Limburg-Weilburg in Lindenholzhausen ...

Mitglieder der Elektro-Innung diskutieren über Anforderungen und Verbandsbeiträge

VON JOHANNES KOENIG

Zurück in alte Zeiten? Für den stellvertretenden Obermeister der Elektro-Innung Limburg-Weilburg, Martin Zirner, aus Lindenholzhausen kein so abwegiger Gedanke – jedenfalls was die Ausbildung des beruflichen Nachwuchs angeht. Der Grund liegt auf der Hand: Die Gesellenprüfung im Winter 2017/2018 bestanden zwölf von 22 Teilnehmern, im Sommer waren es immerhin acht von zehn. Ein Ergebnis über das sich Zirner sich Gedanken macht. Gedanken, die er auch bei der Jahreshauptversammlung der Innung in Lindenholzhausen ansprach: „Müssen alle Gesellen tatsächlich Elektroniker werden?“ Die Ausbildung nimmt immerhin 3,5 Jahre in Beschlag. Sinnvoller sei es, wie früher, auch normale Installateure beziehungsweise Elektromonteure auszubilden. Die arbeiten auf der Baustelle das Tagesgeschäft ab, ohne noch mit unnötigem theoretischem Zusatzwissen belastet zu werden. „Denn das führt zu Misserfolgen bei der Ausbildung und der Frust steigt“, weiß der Praktiker.

Was nicht heißt, dass nicht auch die Installateure gut in Mathe sein müssen – ganz im Gegenteil. Denn die Bandbreite elektrischer Anwendungen, auch in den eigenen vier Wänden, steigt stetig. So sei nicht nur das „Smart Home“ in aller Munde, sondern auf dem Dach stehe auch noch eine Solaranlage und in der Garage möglicherweise eine Ladestation fürs Elektroauto. Komplexe Systeme und Schaltkreise, bei denen Profis gefragt sind, die zum Beispiel auch den Brandschutz im Auge haben. Ein Thema, das bei dem vom auswärtigen Experten, Stefan Klein gehaltenen Fachvortrag des Abends eine große Rolle spielte.

Angesichts dieser Anforderungen ist auch im Landkreis der Mangel an geeigneten Bewerbern bereits spürbar. Sind daher vielleicht junge Leute mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge als potenzielle Nachwuchskräfte geeignet? Nur bedingt, denn auf der Baustelle sind gute Deutschkenntnisse das A und O. „Da hat ein Geselle einfach nicht die Zeit, sich mit Händen und Füßen mit den Kollegen zu verständigen.“ Der Sicherheitsaspekt spielt bei der Teamarbeit auch immer eine Rolle – da muss die Kommunikation sichergestellt sein.

Ein Tarif für alle?

Ein anderes Thema der Versammlung war die freiwillige Zugehörigkeit der Innung zum Fachverband Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz (FEHR). „Die machen schon eine Menge“ war der Konsens in der Runde. „Zu unseren Tätigkeiten zählen unter anderem Tarifverhandlungen für Auszubildende, Gesellen und Meister“, erklärt auf Anfrage dieser Zeitung FEHR-Pressesprecherin Pamela Schröder. Auch zahlreiche Weiterbildungen und Seminare sowie betriebswirtschaftliche Beratungen vor Ort bietet der Verband an.

Den Unwillen der Innungsmitglieder weckte aber der gerade diskutierte Vorschlag, die Mitgliedsbeiträge zu vereinheitlichen und nur einen Tarif für alle zu erheben. „Für den Verband ist das natürlich einfacher zu verwalten“, weiß Geschäftsführer Peter Laßmann.

So weit sei es aber noch nicht, betont Pamela Schröder: „Das ist noch in der Diskussion und beschlossen wurde noch nichts.“ Staffelungen der Beiträge nach Betriebsgröße und Umsatz seien auch zukünftig durchaus denkbar. Diskutiert werden soll das Thema auf dem Landesverbandstag in Gießen im Mai.

Das Mandat der Mitglieder, einen Einheitstarif abzulehnen, hat sich der Vorstand der Elektro-Innung Limburg-Weilburg jedenfalls schon gesichert. „Wir haben viele kleine Betriebe. Da ist es unfair, dass die genauso viel zahlen sollen wie Großbetriebe“, lautete die oft zu hörende Begründung.

Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

 

 

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