Brechen-Niederbrechen. Frischer Wind und das Gewinnen neuer Mitglieder waren nur einige Themen: Rund 70 Delegierte aus 20 Ortsvereinen beschäftigten sich beim Bezirkstag der KAB Limburg/Weilburg, Westerwaldkreis und Lahn-Dill-Kreis in Niederbrechen mit der Zukunft der katholischen Arbeitnehmer-Bewegung ...

Bild: Bezirksvorsitzender Winfried Oster, Bezirkssekretär Martin Mohr, Brigitta Güth, der Vorsitzende des Brechener Ortsvereins Wolfgang Rathgeber, die geistliche Begleiterin Karin Seck und Hauptredner Peter Ziegler im lockeren Gespräch kurz vor dem Referat.
KAB Bezirksverband
„Liebe KAB, wo bitte geht’s zur Zukunft???“ Diese Frage stellte Peter Ziegler, Diözesansekretär der KAB Augsburg auf Einladung des KAB Bezirksverbandes nach dem Gottesdienst im Pfarrer-Herlth-Haus. „Im Alltag höre ich immer wieder, dass die bisherige Mitgliederwerbung nicht mehr funktioniere, dies ist ein großes Problem für das ich auch keine Lösung habe“, sagte Peter Ziegler. „Weitere Erkenntnisse aus dem Alltag, die mir immer wieder zu Ohren kommen sind, dass die Pfarrer nicht mehr hinter uns stehen, und dass die Themen nah dran an den Menschen sind, trotzdem sind sie nicht nah dran an unserem Verband.“ Man müsse erkennen, dass politische Themen nicht mehr zögen. Manche Gruppen wollten lieber unter sich sein. Ziegler stellte ernüchternd fest: Man habe zwar Mitglieder, aber habe man auch Mitarbeiter? Er berichtete von ersten Versuchen der schwierigen Mitglieder-Gewinnung. Man müsse frischen Wind erzeugen. Die brisanten sozialpolitischen Themen lägen auf der Straße, aber die KAB laufe oft daran vorbei. Man müsse voneinander lernen und dürfe sich den neuen Medien nicht verschließen, dazu gehöre auch die Erstellung einer Facebook-Seite. Weitere Erkenntnisse fasste Peter Ziegler zusammen: Die Annäherung vor Ort funktioniere gut, aber der Transfermarkt auf Diözesanebene sei schwierig, Beratungsleistungen würden nicht abgefragt, die realistische Reflexion sei problematisch, die Probleme würden negiert oder aufgeblasen. Auch sei die Ein- und Anbindung unter das Projektdach schwierig und Rückmeldungen holprig. Die Kontinuität der ehrenamtlichen Begleitung sei nicht gegeben und die Themen fänden bereits Eingang in die Kommunalpolitik. Die Delegierten dankten Peter Ziegler mit Applaus für seine offen und ehrlich vorgetragenen Erkenntnisse. Manch einem stand die Nachdenklichkeit ins Gesicht geschrieben.
Die Delegiertenversammlung des Bezirkstages verabschiedete folgenden an den Bezirkstag gestellten Anträge: „Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung“ (KAB Oberselters und KAB Lindenholzhausen), „Keine weiteren Rentenkürzungsfaktoren bei der gesetzlichen Rente“ (KAB Lindenholzhausen), „Mütterrente/ Kindererziehungszeit für Mütter bis Jahrgang 1991“ (KAB Lindenholzhausen) sowie „Mehr Geld bei Reha-Maßnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung“ (KAB Lindenholzhausen). Der KAB-Bezirksverband wird diese Beschlüsse an die zuständigen Stellen der Politik einbringen.
Aktionen in nächsten Jahr
Umfangreiche Aktionen und Veranstaltungen des Bezirksverbandes gibt es auch im Jahr 2017. Darunter sind die Familienfreizeit in Günne vom 2. bis 6. Januar, Seniorenfreizeiten vom 28. Februar bis 5. März sowie vom 18. bis 22. September in Günne ein guter und interessanter Bezirksausflug, eine Kultur- und Begegnungsfahrt vom 24. bis 29. September nach Tirol, Mitwirkung bei der Maikundgebung des DGB, am Kreuzfest des Bistums, die Durchführung einer Wallfahrt nach Marienthal am 9. September sowie von Besinnungstagen in Hofheim vom 13. bis 15. November. Der Bundesverbandstag der KAB Deutschland findet vom 26. bis 28. Mai in Krefeld statt; die Kampagne zur Bundestagswahl wird „Sie planen deine Altersarmut“ heißen.
Zum Abschluss des Bezirkstages wurden die Ortsvereine Girkenroth, Niederbrechen und Villmar für eine besonders erfolgreiche und nachhaltige Mitgliederwerbung geehrt. (hvo)
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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