Limburg-Lindenholzhausen. Die Firma Städtereinigung Bördner steht vor einer Übernahme durch Remondis. Der mit über 30 000 Mitarbeitern und auf vier Kontinenten vertretene Entsorger will das regional tätige Unternehmen mit seinem Standort auf Lindenholzhäuser Gemarkung und 150 Mitarbeitern übernehmen ...
Das Gerücht der Übernahme gibt es schon seit einigen Wochen, nun bestätigte Geschäftsführer Hans-Jörg Bördner gegenüber den NNP: „Der Kaufvertrag ist abgeschlossen und unterschrieben.“ Damit ist das Verfahren aber noch nicht durch, die Kartellbehörde muss noch zustimmen. Der entsprechende Antrag auf eine kartellrechtliche Genehmigung soll noch diese Woche abgeschickt werden.
Von dem Entsorgungsunternehmer Remondis, es gehört zusammen mit dem Logistikunternehmen Rhenus und der Saria-Gruppe zur Rethmann-Gruppe mit weltweilt 63 000 Mitarbeitern, gab es dazu keine Stellungnahme.
Nach Angaben von Hans-Jörg Bördner sichert die Übernahme Arbeitsplätze und eine Weiterentwicklung des Standorts. Das Familienunternehmen, dessen Wurzeln in Laubuseschbach liegen, wird von ihm als Geschäftsführer geführt und ist zwischen Bad Homburg, Gießen, Bad Schwalbach und Koblenz in sechs Landkreisen als Entsorger aktiv. Doch es gibt nach Angaben von Bördner keinen Nachfolger in der Familie, der in das Unternehmen einsteigt. „Die Übernahme ist notwendig, um das Unternehmen zu sichern“, sagt Bördner.
Ob es unter dem Namen Bördner weitergeführt werde, sei noch nicht klar. Klar sei jedoch die Übernahme der Mitarbeiter. Zudem wolle der neue Eigentümer den Standort ausbauen und expandieren. Da soll in Richtung Ennerich geschehen. Entsprechende Pläne wurden dort in einer Ortsbeiratssitzung schon vorgestellt.
Allerdings stoßen die Erweiterungspläne in dem Runkeler Stadtteil zum Teil auf deutliche Ablehnung. Nach Informationen der NNP gibt es dort auch Unmut darüber, dass von der Übernahme durch Remondis nichts erwähnt wurde. Befürchtet werden erhebliche Belastungen (Lärm und Geruch) durch eine Ausweitung des Betriebsgeländes.
Der Erste Kreisbeigeordnete und für die Abfallwirtschaft zuständige Dezernent, Helmut Jung (SPD), sieht die Entwicklung skeptisch. Ein Anbieter mit Bezug zur und Standort in der Region weniger. Das bedeute auch weniger Wettbewerb. Bereits bei der vergangenen europaweiten Ausschreibung der Einsammlung im Landkreis habe es nur fünf Anbieter gegeben. „Wenn es keinen richtigen Wettbewerb mehr gibt, muss die öffentliche Hand eventuell auch wieder darüber nachdenken, die Aufgaben selbst zu erledigen“, sagt Jung. Zunächst geht er jedoch davon aus, dass die Übernahme zunächst einmal nichts an den bestehenden Verträgen ändert.
Anfänge 1958
Das Entsorgungsunternehmen Bördner startete 1958 mit dem Erwerb des ersten Fahrzeuges. Nachdem ein Entsorgungsvertrag mit einer Nachbargemeinde abgeschlossen worden war, wurden 70 Mülleimer alle 14 Tage geleert. Der ursprüngliche Standort in Laubuseschbach wurde aufgegeben, um mit der Zentrale in Lindenholzhausen deutlich zentraler in dem Tätigkeitsgebiet positioniert zu sein.
An rund 500 Standorten auf vier Kontinenten sind über 31 000 Mitarbeiter von Remondis im Einsatz. Auch im Landkreis war das Unternehmen schon einmal vertreten. Zeitweise war Remondis mit der Einsammlung der Gelben Säcke beauftragt und hatte dazu eine kleine Niederlassung in der Limburger Industriestraße. Durch die Übernahme der Firma AKM aus Olpe im Jahr 2007 wurde Remondis auch Eigentümer der Sortieranlage auf der Deponie in Beselich. Doch die Anlage wurde schnell stillgelegt, Remondis hatte dafür keine Verwendung und eine Einigung mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb über eine Nutzung kam nicht zustande. jl
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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