Limburg. Eine gute Stunde feinster weihnachtlicher Gesänge erfreute die vielen Besucher des Konzerts in der Limburger Stadtkirche. Kompositionen zwischen Tradition und Moderne, wunderbar gestaltet, nuancen-reiche, ausdrucksstarke Interpretationen, schön ausbalancierter und unangestrengter Chorklang und sichtbare Freude und Engagement beim Musizieren – all das zeichnete diesen gelungenen Abend aus ...

Bild: Ein stimmungsvolles Weihnachtskonzert in der Stadtkirche - Foto: Anneke Jung
Weihnachtliche Chormusik
28.12.2015
Von ANNEKE JUNG
Verantwortlich für ein eindrucksvolles Konzert in der Stadtkirche waren zwei Ausnahmechöre der Region: das „ensemble vocale lindenholzhausen“ unter der Leitung von Andreas Jung und „Camerata Musica Limburg“ mit Dirigent Jan Schumacher.
Jonas Manuel Pinto bereicherte das Konzert zudem mit zwei Orgelstücken von Johann Sebastian Bach, der Fantasie c-moll BWV 562 und dem kraftvollen Präludium G-Dur BWV 568.
Zwei Vertonungen des Liedes „Es ist ein Ros entsprungen“ bildeten gewissermaßen die Klammer um das gesamte Programm, und so unterschiedlich und doch harmonisch wie diese beiden von Michael Prätorius und Oliver Gies fügten sich auch die übrigen Vorträge zusammen. Da gab es kunstvolle alte, liebgewonnene Weihnachtsmotetten wie „Dixit Maria“ von Hans Leo Hassler oder „Präparate Corda Vestra“ von Jacobus Gallus neben spannenden modernen Kompositionen wie „Dextera Domini“ von Rudi Tas oder „Rorate Coeli“ von Roland Coryn. Fein und stimmungsvoll gerieten zarte Lieder wie „Es kommt ein Schiff geladen“ im Satz von Ernst Pepping oder „O Bethlehem du kleine Stadt“ eines unbekannten Verfassers.
Klangschön stellten die Damen und Herren des „ensembles vocale“ die beiden sehr unterschiedlichen russischen „Ave Maria“-Kompositionen „Bogoroditse djewo“ von Sergej Rachmaninov und Arvo Pärt einander gegenüber: bei Rachmaninov fast meditative Ruhe und innige Versenkung, melodisch und harmonisch stark von der russisch-orthodxen Kirchenmusik geprägt, bei Pärt dagegen eher lebhafte Freudigkeit und Bewegung.
„Camerata musica“ wartete mit einer Uraufführung auf: Als Ständchen zum 50. Geburtstag für den anwesenden Komponisten Alwin Schronen sangen sie eine wiegende Pastorale über das Lied „Schlaf wohl du Himmelsknabe“.
Dass sie auch Christmas-Pop können, bewiesen sie mit einer an Barber-Shop-Songs erinnernden Vertonung von „The Christmas Song“ von Arjay Viray.
Und wenn die Herren um Jan Schumacher mit schier endlosem Atem und geradezu im Klang badend „Heilige Nacht“ von Johann Reichardt anstimmen, dann gewinnt diese vermeintliche alte Schnulze plötzlich ungeahnte Schönheit und Qualität.
Mit dem gemeinsam gesungenen „O magnum mysterium“ von Morten Lauridsen beschworen beide Chöre noch einmal das Weihnachtsgeheimnis.
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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