Limburg-Lindenholzhausen. Ein zehnjähriges Bestehen ist wahrlich kein echtes Jubiläum. Doch den ersten runden Geburtstag begehen zu dürfen, ist allemal eine Riesenparty wert ...

Bild: Der Pop- und Jazzchor „You’N’Joy“ feierte sein zehnjähriges Bestehen im Dorfgemeinschaftshaus in Lindenholzhausen - Foto: Klöppel Robin
Das sagte sich auch der gemischte Pop- und Jazzchor „You’N’Joy“ der „Cäcilia“ Lindenholzhausen. Die leidenschaftlichen Sängerinnen und Sänger von Matthias Schmidt feierten am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus mit 400 begeisterten Gästen im ausverkauften Haus.
Mitreißender Gesang
Sängerkreisvorsitzender Gerhard Voss schwärmte von einem sensationellen Konzert, das eine beeindruckende Werbung für die Leistungsfähigkeit von Chorgesang gewesen sei. Das lag auch am tollen Gast, dem Jazzchor aus Bonn unter Dirigentin Sascha Cohn, den Schmidt auf Augenhöhe, im Jazzbereich vielleicht noch einen Tick besser als seinen eigenen Chor sieht.
Aber auch auf seine eigenen Aktiven war der Elzer Dirigent verdammt stolz. Denn wie diese beispielsweise das gefühlvolle Musik-Loblied „Music“ von John Miles nach nur fünf Proben umgesetzt hätten, sei brillant gewesen. Man soll mit Superlativen vorsichtig umgehen, aber für den Amateurbereich war das einfach ein richtig starkes Konzert, was beide Chöre an diesem Abend auf die Bühne brachten.
Das Publikum klatschte nicht nur begeistert Applaus, weil die Sänger moderne Literatur brachten. Und die Besucher waren auch nicht nur aus dem Häuschen, weil sich die Aktiven gut vorbereitet hatten und alle Töne sauber trafen. Nein, die Chöre eroberten das Herz der Menschen vor allem, weil sie Freude am eigenen Tun ausstrahlten, authentisch und mitreißend waren.
Dass das hier kein steifer Festabend werden würde, wurde bereits beim Auftritt von Moderator Kai Gemeinder deutlich, der mit viel Witz durch den Abend führte. Das Wichtigste waren aber die folgenden Pop-, Rock- und Jazznummern.
Melancholisch schön waren die Sehnsucht nach daheim bei „Nine Hundred Miles“ oder der Liebe bei Beyonces „Brown Eyes“. Es folgten weitere Meilensteine der Musikgeschichte.
Umstritten im Chor war, wie Gemeinder verriet, „Dieser Weg“, weil manche Sänger den Song und andere Xavier Naidoo nicht mochten. Als freundlichen Gruß an den DFB durfte die Hymne des Sommermärchenns 2006 nach Meinung des Moderators aber nicht fehlen. Und auch der „Queen“-Hit „Don’t Stopp Me Now“ wurde wunderschön umgesetzt.
Dass der „Cäcilia“-Ableger erster Meisterchor im Limburger Sängerkreis des Hessischen Sängerbundes wurde, wundert bei dieser Präsentation nicht. Schmidt ist über die Entwicklung „seines Kindes“ in den vergangenen zehn Jahre sehr glücklich. Im Chor stehen Sänger aus der ganzen Region, 60 Prozent Leute, die sonst nicht im „Cäcilia“-Männer- oder Frauenchor dabei sind.
Die Leiterin des Bonner Jazzchors lernte Schmidt auf einem Fortbildungskurs für Chorleiter kennen und war froh über die spontane Zusage aus Bonn. Denn das Publukum sollte ja etwas Neues erleben.
Ein „Best of“
Der Bonner Chor, bereits mehrfach prämiert mit nationalen und internationen Preisen, bevorzugte durch anspruchsvolle Arrangements und auch durch innovative Ideen bei Interpretation und Darbietung.
Obwohl das Norwegisch der meisten Zuhörer sich naturgemäß in überschaubaren Grenzen hielt, war die pure Natur im Wald der Trolle bei „Var Februar“ vor dem geistigen Auge des Publikums deulich erkennbar.
In den Wahnsinn trieben sich die Sänger emotional gewollt bei „Mad World“, aber „Happy“ von Pharrell Williams brachte die gute Laune sofort zurück. Zwiespältig in den Gefühlen verkörperten sie mit Prince’ „Strange Relationship“.
„You’N’Joy“ drehte nach der Pause dann mit einem „Best of“ der vergangenen zehn Jahre noch einmal fantastisch auf. Der Gospel „Hallelujah salvation glory“, zu dem die Aktiven langsam zurück auf die Bühne schlenderten, war einst der erste Song ihres Debütkonzerts.
Die flotte Rock’n-Roll-Nummer „At the hop“ und die brasilianische Samba „Mas Que Nada“ brachten die Musikfreunde im Saal zum Mitwippen.
Was der Chor musikalisch kann, demonstrierte er eindrucksvoll bei Freddie Mercurys unvergesslicher „Bohemian Rhapsody“. Unterstützt wurden die Sänger nach der Pause von Stefan Jackmuth am Bass, Silas Jacob am Schlagzeug sowie Marcus Gemeinder am Klavier.
Als Zugaben wurden mit den Bonner Gästen „In The Red“, „That’s What Friends Are For“ und „Sandmann“ geboten. rok
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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