
Bild: »Trouble Sigrid«, das ist unverkennbar die BZL-Stadtverordnete Sigrid Schmüser, die der Künstler Michi Schmitt in dieser Karikatur darstellt. Dieses Bild und weitere Karikaturen sind derzeit in einer Ausstellung im Altstadt-Café Galerie zu sehen.
Es sind Bilder, die eine innige Verbindung von Michi Schmitt für Lucky Luke erkennen lassen. Der Cowboy aus der Feder von Morris, der schneller schießt als sein Schatten, taucht zwar selbst nie auf, aber dennoch ist er in den Bildern mit Wild-West-Charakter stets präsent. So auch in Schmitts jüngstem Werk. Dort steht „Trouble Sigrid“ in Lederweste und Cowboystiefel und zielt mit einer Steinschleuder auf einen Salon, in den sich Rotarier zurückgezogen haben, die schwer bewaffnet das Feuer eröffnen.
„Trouble Sigrid“, der historisch verbürgten Calamity Jane (Katastrophen-Jane) nachempfunden, ist natürlich die Limburger BZL-Stadtverordnete Sigrid Schmüser, die mit ihren Bemerkungen über den Serviceclub und dessen Mitglied Michael Köberle (CDU), den neuen Stadtverordnetenvorsteher, für Aufregung gesorgt hatte (die NNP berichtete)
Es gibt natürlich noch viele andere Werke von Michi Schmitt, die einen deutlichen Bezug zu Limburg erkennen lassen. Bilder von der Brücke und dem Dom im Hintergrund, perspektivisch total verfälscht, aber mit Wildwesttouch. „Das ist reiner Spaß“, sagt der 52-jährige Künstler, der inzwischen in Niederbrechen lebt, aber seine Werkstatt immer noch im Kalkwerk hat.
Bilder mit anderen Limburger Motiven gibt es auch: „Hollese Gulch“ hat er zum Beispiel eines genannt, in dem sich die Gesangvereine „Cäcilia“ und „Harmonie“ aus Lindenholzhausen ein erbittertes Gefecht liefern. Die Schützen haben dabei Schutz in zwei Saloons gefunden. Oder ganz aktuell stehen sich „Mike Stanky“ und „Doc Cook“ in einem Duell gegenüber – das Duell des Limburger Bürgermeisterwahlkampfes in den Wilden Westen übertragen. Selbstverständlich hat es Michi Schmitt auch geschafft, diejenigen auf seinem Werk zu verewigen, die die beiden Kandidaten unterstützen.
Verbunden mit der Wahl eines neuen Bürgermeisters ist auch der Abschied des Amtsinhabers. Schmitt bedient sich dabei einer berühmten Vorlage: Der Lotse Otto von Bismarck verlässt das Schiff. Der Eiserne Kanzler war vom jungen Kaiser Wilhelm II. in den Ruhestand geschickt worden. Auf Schmitts Werk verlässt Martin Richard die MS Limburg.
Ganz ohne Westernattitüden kommt auch der frohe Nepumuk aus. Der Heilige auf der alten Brücke freut sich darüber, dass es mit den Plänen zu einer Bebauung der Autobahnbrücke nichts wird. Und an einem Pfeiler hängt schon ein Paket mit Dynamit, dessen Zündschnur bereits brennt.
Selbstverständlich begegnet den Besuchern auch der ehemalige Limburger Bischof. In Wildwest-Manier reitet er auf einem Pferd, den Bischofsstab in der Hand, die Silhouette des Doms im Hintergrund. Als „lonesome bishop“ ist er da unterwegs.
Was im Café Galerie in der Altstadt hängt, hat Michi Schmitt zunächst einmal gezeichnet und anschließend coloriert. Oft arbeitet er in viel größeren Dimensionen, wenn er Bühnenbilder entwirft und umsetzt. Bühnen, auf denen zum Beispiel Mario Barth unterwegs ist. Ganz aktuell arbeitet er an einer Bühne für Andrea Berg. Und ganz bestimmt bleibt da auch noch ein wenig Zeit für neue Ideen mit Motiven aus Limburg und Umgebung. jl
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