Limburg-Lindenholzhausen. Das Pflege- und Betreuungszentrum in Lindenholzhausen kann gebaut werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat mit Mehrheit die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und einem Vertrag mit dem Investor zugestimmt ...

Altes Sportgelände Lindenholzhausen

Ganz unumstritten ist das Vorhaben nicht, deshalb gab es in der Versammlung auch nicht nur Zustimmung. Grüne, BZL und zwei Vertreter der SPD lehnten die Verwirklichung des Vorhabens kategorisch ab, der Großteil der SPD enthielt sich der Stimme und die Mehrheit aus CDU, FDP und FWG brachte den Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg, der damit die rechtlichen Voraussetzungen schafft, dass Investor Cura Sana mit dem Bau auf dem ehemaligen Sportplatz in Lindenholzhausen beginnen kann.

„Wir haben die Einrichtung gewollt. Für uns geht es nur um das wann?“, machte Dr. Christopher Dietz für die CDU-Fraktion deutlich. In dem Limburger Stadtteil gebe es an der Einrichtung nicht nur ein großes Interesse, sondern auch reichlich Zustimmung. „Wir sind froh und dankbar, einen erfahrenen Investor gefunden zu haben“, sagte Dietz weiter. Und er zeigte sich erfreut darüber, dass die Planungsphase nun zu Ende ist.
Zu groß geraten?

Zustimmung signalisierte auch Dr. Klaus Valeske für die FDP. Die Fraktion habe das Projekt von Anfang an befürwortet und habe auch mit der Größe kein Problem. Die künftige Einrichtung wird über 94 Pflegeplätze in Einzelzimmern, 55 seniorengerecht ausgestattete Wohnungen sowie über eine Tagespflegestation mit 15 Plätzen verfügen.

Zustimmung für das Vorhaben kam auch von der FWG-Fraktion. An der Notwendigkeit gebe es keine Zweifel, verdeutlichte Werner Laux. Aber „ein bisschen zu groß geraten sei es für Lindenholzhausen schon“. Und in der Größenordnung könne es in Limburg nicht weitergehen. Für Laux kann es durchaus Probleme geben, sollten die Pflegeplätze nicht alle mit Senioren belegt werden.

„Die SPD ist für den Bau einer Altenpflegeeinrichtung“, sagte Paul-Josef Hagen. Doch die Fraktion werde sich enthalten, denn es gebe drei Punkte, die zu Konflikten führen. Für die SPD ist dies die hohe Bebauungsdichte auf dem Grundstück, das für Grün keinen Platz lasse. Zum anderen glaube die Fraktion nicht, dass die vorgesehenen Parkplätze ausreichen und schließlich gehe es um den Emissionsschutz, der auch nach der zuständigen Fachbehörde des Regierungspräsidiums nicht ausreiche. „Eine Nummer kleiner hätte gereicht“, sagte Hagen.

„Auf engstem Raum wird das größte Ding gebaut“, sagte Gerhard Voss, der zusammen mit einem weiteren Mandatsträger der SPD gegen das Vorhaben stimmte.

Über Bedarf hinaus

Eine klare Absage für das Projekt gab es auch von den Grünen, die von Anfang an dem Vorhaben kritisch gegenüber standen. Leo Vanecek griff dabei den mangelhaften Emissionsschutz auf. Die Grenzwerte für Lärm könnten nur durch passiven Lärmschutz eingehalten werden. Konkret bedeute dies, viele Fenster müssten in der Einrichtung geschlossen bleiben. Kritik gab es auch an dem Lichten des Baum- und Buschbestands auf dem Wall, der das Grundstück zur Autobahn begrenzt, und an der Vorbereitung des gesamten Baugebiets auf dem ehemaligen Sportgelände, dem viele Bäume zum Opfer gefallen seien.

Auch die BZL sprach sich in der Versammlung gegen die Verwirklichung des Seniorenheims aus. Sigrid Schmüser zitierte dabei aus einem Brief von Landrat Manfred Michel (CDU), der keinen Bedarf für eine Einrichtung dieser Größe in Lindenholzhausen sieht. Was in Lindenholzhausen vorgesehen sei, gehe weit über den aktuellen Bedarf hinaus. Dies treffe vor allem auf die stationäre Dauerpflege zu.

Nach den Angaben im Bebauungsplan erstreckt sich das Einzugsgebiet der Einrichtung nicht nur auf Lindenholzhausen mit seinen 3400 Einwohnern, sondern auch noch auf die übrige Stadt (ohne Offheim, Staffel und Ahlbach) und auf die Ortsteile Mensfelden und Nauheim der Gemeinde Hünfelden. Insgesamt umfasse das Einzugsgebiet damit 32 000 Einwohner. jl

Artikel vom 26.06.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 28.06.2013, 02:45 Uhr)

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

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