Limburg-Lindenholzhausen. Eines der ältesten Häuser Lindenholzhausens steht seit der Aufgabe der dortigen Wendelinus-Apotheke leer, wie die NNP berichtete ...
Bild: Hans-Paul Dernbach erläuterte Ortsvorsteherin Barbara Bäcker sein Konzept. fotos: robin klöppel
Der örtliche Bau-Ingenieur Hans-Paul Dernbach hat das 1962 von seinem Vater Adolf gekaufte Haus in der Wendelinusstraße nun von seiner Schwester Rosemarie Stein übernommen und möchte dort einen Eissalon oder ein Café zur Belebung des "Holleser" Ortskerns etablieren. Eine Außenbewirtschaftung hält er ab der Saison 2022 auf dem gegenüberliegenden Brunnenplatz für möglich.
Unterstützung erhält Dernbach bei seinen Plänen vom Ortsbeirat und der Limburger CDU. Ortsvorsteherin Barbara Bäcker (CDU) berichtet, dass es ihr lieb gewesen wäre, wenn es mit der Apotheke im Ort weiter gegangen wäre. Doch trotz aller Bemühungen habe kein Nachfolger für die ausscheidende Betreiberin gefunden werden können. Die Pläne Dernbachs findet sie aber auch gut, weil in Lindenholzhausen im Dorfkern ein Treffpunkt für die Bürger fehle. Unter anderem gebe es in fußläufiger Nähe ein Seniorenzentrum, dessen Bewohner sich über ein Café sicher freuen würden.
Dernbach ist gerade am Umbau des Gebäudes - mit Kosten in Höhe von 250 000 Euro, wie er verrät. Er lasse das Gebäude komplett sanieren, mit neuen Fußböden und Fenstern, neuer Heizungsanlage und Leitungen. Zur Not wäre er auch bereit, einen Konditor oder einen Chocolatier für ein Café oder einen Eissalon selbst einzustellen, doch lieber wäre es ihm, jemand würde das Geschäft mieten und selbst führen. Die Wohnung, die die Apothekerin vorher mit genutzt hatte, soll vom Ladenlokal getrennt werden. Letzteres bekommt seine eigenen Toilettenanlagen.
Es fehlt noch ein geeigneter Partner
Dernbach möchte Leben in die frühere Ortsdurchfahrt bringen, die seit dem Bau der Ortsumgehung Richtung Eschhofen verkehrlich deutlich beruhigt ist. Auf dem Brunnenplatz gegenüber biete sich, so der Investor, eine Außenbewirtschaftung nahezu an. Das ideale Objekt eigentlich für ein Start-up, wie der Eigentümer findet. Doch ein geeigneter Partner dafür fehlt noch, nachdem die zunächst favorisierte Brecher Eismanufaktur abgesagt habe, weil sie sich zunächst auf die Etablierung ihres neuen zweiten Eiscafés im Limburg am "Katzenturm" konzentrieren wolle.
Noch besteht für einen interessierten Partner bei dem Projekt in Lindenholzhausen die Möglichkeit, Einfluss auf die Innengestaltung der Geschäftsräume zu nehmen. Im Juni soll der Ausbau des Ladenraums fertig sein. Der Keller wird neu gefliest; er kann künftig als Kühlraum genutzt werden.
Mit Keller bieten die Geschäftsräume 95 Quadratmeter Fläche. Der alte Keller des Gebäudes stammt nach Einschätzung des Baufachmanns noch aus dem Dreißigjährigen Krieg. Unter dem Putz der Mauern darüber fand Dernbach überraschend für ihn noch in Teilen Fachwerk.
Ortsvorsteherin Bäcker ist Dernbach dankbar dafür, dass er die Initiative ergriffen habe und aus Verbundenheit zu seinem Heimatort wieder etwas aus dem leerstehenden Gebäude machen wolle. "Der Brunnenplatz wurde ja vor ein paar Jahren erst neu gestaltet", betont Bäcker. Die Gruppe "Rüstige Rentner" des Dorfes würden da auch immer wieder neue Ideen einbringen.
Ziel des Ortsbeirates sei es, den Dorfkern zu beleben. Viele Bürger würden einen Platz im Ort suchen, wo sie sich nach dem Corona-Lockdown wieder treffen könnten. Da komme Dernbachs Idee mit dem Café genau richtig. Die Apotheke vorher sei ja, wie Bäcker sich erinnert, auch ein Platz im Dorf gewesen, wo die Menschen sich getroffen und ein Schwätzchen gehalten hätten.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Christopher Dietz hat sich von Dernbach die Pläne ebenfalls schon erläutern lassen und ist begeistert.
"Als CDU unterstützen wir diese tolle Idee ausdrücklich. Denn so könnte eine Lücke geschlossen werden, die seit Langem beklagt wird: nämlich einen guten Kaffee und ein Eis kaufen und genießen zu können", betont Dietz. Den Wunsch Dernbachs, den Brunnenplatz mit Tischen, Stühlen und Sonnenschutz aufzuwerten, unterstützten die Christdemokraten, da hiermit ein wichtiger Beitrag zur Belebung des Lindenholzhäuser Ortskerns geleistet werde.
Dietz: "Es kann für die warme Jahreszeit endlich ein Plätzchen zum Hinsetzen und Schwätzchen halten entstehen, mitten im Ortskern, für alle gut erreichbar, mit Eis und einer guten Tasse Kaffee.
Der CDU-Fraktionschef dankt Dernbach ausdrücklich für seine tolle Idee. Dietz würde es begrüßen, wenn es bald endlich "Eis made in Hollese" geben könnte. robin klöppel
Bild: Der umgestaltete Brunnenplatz könnte durch eine Außenbewirtschaftung belebt werden. fotos: robin klöppel
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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