Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Limburg-Lindenholzhausen. Tausende Besucher ließen sich vier Tage lang von Musik, Gesang, und Folkloretänzen begeistern. Doch das Harmonie-Festival ist mehr als nur hören und schauen. Es lädt ein zu zwischenmenschlichen Begegnungen und zur internationalen Völkerverständigung. Die NNP ließ sich von einigen Besuchern sagen, warum sie das Festival auf keinen Fall verpassen wollten ...

Mehrere Tausend Besucher beim Harmonie-Festival – Stimmen aus dem Publikum

Pensionär Wilfried Hahn (61) ist von Wallrabenstein mit dem Fahrrad gekommen. „Heute kann es kein anderes Ziel geben, als das wunderbare Lindenholzhausen“, hatte er sich in der Frühe vorgenommen. Der Chorgesang stehe für den sportlichen Besucher zwar nicht so im Vordergrund, doch die Folklore sei ganz sein Fall. Als ehemaligem Polizisten liege ihm außerdem der Austausch zwischen den Ländern und Kulturen besonders am Herzen. In dieser Zeit, wo es weltweit so viel Streit gibt und viele Bomben fallen, beweise dieser Ort, dass es auch anders geht. Hier zählt jeder Mensch gleich und alle sind Kinder der einen Welt – genauso sollte es immer und überall sein, findet Wilfried Hahn. Er weiß zwar, dass bei solchen Großereignissen immer eine Menge Polizei im Einsatz ist. „Aber man sieht sie kaum, und das ist auch gut, damit die friedliche Atmosphäre nicht gestört wird.“ Wilfried Hahn ließ seinen Blick schweifen und entdeckte ein paar alte Damen in Bauerntracht. „So etwas zu sehen, wärmt mein Herz“, sagte er. Das erinnere ihn an seine Kindheit, wo die Omas im Dorf ganz selbstverständlich die regional-typische Kleidung trugen – egal zu welcher Jahreszeit.

Die Eheleute Manfred und Gabriele Hammes aus Mensfelden waren an allen vier Festival-Tagen vor Ort. „Die Kultur der ganzen Welt an einem Ort, das ist doch wirklich etwas Außergewöhnliches“, finden sie. Gerade hatten sie ein paar Wettbewerbsauftritte im großen Konzertzelt erlebt und sind begeistert. „Leider wurde ich als Kind nicht zum Singen animiert. Wir wurden preußisch erzogen, da lernte man Klavier oder Geige“, sagte Gabriele Hammers.

Tina Schumacher saß im Schatten unter einem Baum, und ruhte sich von den vielen Eindrücken aus. Sie hatte bereits einige Stunden den internationalen Wettbewerb der gemischten Kammerchöre verfolgt und war über die gute Akustik des Konzertzeltes erstaunt. Trotzdem sei es schade, wenn das wunderschöne Pianissimo eines von weither angereisten Chores plötzlich durch vorbeifahrenden Motorenlärm übertönt werde, wie es soeben der Fall gewesen sei. Nichtsdestotrotz lobte sie die Ruhe und die „unglaublich konzentrierte Atmosphäre“ im Konzertzelt. Tina Schumacher weiß wovon sie redet, denn sie leitet in Kempten selbst einen kleinen gemischten Chor, der allerdings nur am Eröffnungstag einen einzigen Festival-Auftritt hatte und dann gleich wieder abgereist war.

Brigitte Weber-Petry und ihre Freundin Marianne Heinemann hatten es sich auf einer Wolldecke neben dem Zelt gemütlich gemacht. Durch eine offene Seitenplane hatten sie freien Blick auf die Bühne und auch den Gesang konnten sie noch gut verfolgen. „Drinnen wurde es einfach zu heiß“, fanden die Damen aus Frankfurt und Riedstadt. Brigitte Weber-Petry singt selbst in einem Kirchenchor und hatte darüber von dem Festival erfahren. „Das war wirklich ein guter Tipp“, freute sie sich. Später wollten sie das geistliche Konzert in der Kirche besuchen. Und natürlich werden sie sich die abendliche Folklore-Gala nicht entgehen lassen. „Beim nächsten Mal sind wir bestimmt wieder hier!“, nehmen sie sich schon heute vor. kka

[Hier] findet man einen weiteren Artikel mit vielen Quellen für Bilder, Berichte und Videos vom Festival.

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

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