Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Limburg-Eschhofen. Der Ortsbeirat Eschhofen hat sich einstimmig für einen Kreisel im Kreuzungsbereich Limburger Straße, Bahnhofstraße, Dietkircher Straße ausgesprochen. Damit soll die Kreuzung entschärft werden ...

Ortsbeirat will Kreuzung entschärfen, weil hier zu viele Unfälle passieren, und kritisiert die Stadt

Ist diese Kreuzung zu gefährlich? Valentin Bleul von den Freien Wählern schilderte im Eschhöfer Ortsbeirat einen schlimmen Unfall Mitte Februar, den er an der Kreuzung Limburger Straße, Bahnhofstraße, Dietkircher Straße zufällig erlebt habe. Da hätten Fußgänger zitternd auf der Straße gestanden, weil vor ihren Augen zwei Wagen zusammengekracht und gegen eine Wand gedonnert seien.

Ortsvorsteher Daniel Stenger (SPD) sieht es so, dass die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung, die hier keinen Unfallschwerpunkt sieht, nach drei Vorfällen 2016 und nun zwei weiteren bereits in diesem Jahr nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Das sahen alle acht anwesenden Ortsbeiratsmitglieder genauso. Unterschiedliche Meinungen gab es nur zwischen Bleul und der CDU-Fraktion über die Formulierung des Antrags, sodass als Kompromiss nach einer Sitzungsunterbrechung am Ende beide Anträge einstimmig angenommen wurden.

Mit einer Stimme sprechen

Der Antrag Bleuls richtet sich an die Stadtverordnetenversammlung und fordert, die Mittel über einen Nachtrag 2017 noch einzustellen und den Kreisel bis 2018 zu realisieren. CDU-Fraktionssprecherin Christine Möller sieht es allerdings als problematisch an, die Stadtverordneten derart zeitlich unter Druck zu setzen. Da könne es dann passieren, dass die acht Eschhöfer Vertreter im Gremium am Ende allein dastehen und wieder gar nichts passiere. Ebenfalls sieht sie es für schlecht an, dass Bleul eine provisorische Ampelanlage fordert, wenn es mit dem Kreisel nichts wird. Wenn die Eschhöfer Pech hätten, werde die dann zum Dauerzustand, warnte sie.

Ortsvorsteher Stenger sah es als unproblematisch an, beide Anträge zu verabschieden. Gehe Bleuls Vorschlag nicht im Stadtparlament durch, laufe dann immer noch der an den Magistrat gerichtete Antrag der CDU, der eine Einstellung der Planungskosten des Kreisels für 2018 und die Umsetzung dann 2019 vorsieht.

SPD-Sprecher Andreas Nattermann machte deutlich, es sei nötig, dass die Eschhöfer Ortsbeiratsmitglieder mit einer Stimme sprechen. Wichtig sei auch, die Bürger in den Prozess miteinzubeziehen. Denn die Stadt müsse, so Nattermann, sehen, dass eine Entschärfung der kritischen Verkehrssituation an der Kreuzung ein großes Anliegen vieler Ortsbewohner sei.

Stadt ist zuständig

Was Bleul und auch Stenger scharf kritisierten, ist, dass der Limburger Magistrat und die Verwaltung bei den Eschhöfern über Jahre den Eindruck vermittelt hätten, die Stadt könne über den Kreisel nicht allein entscheiden. Es habe immer geheißen, es liege an Hessen Mobil, sagte Bleul. Doch seit 2009 sei die Stadt dort alleiniger Baulastträger. Dies wurde Stenger in einem Schreiben von Hessen Mobil bestätigt.

Ortstermin vorgesehen

Was Bleul ebenfalls sauer aufstößt, ist, dass der Ortsbeirat eine siebentägige Verkehrszählung gefordert hatte, aber nur an einem Tag gezählt wurde. „Das an einem Dienstag, wo statistisch gesehen in Deutschland der niedrigste Verkehr herrscht“, sagte Bleul verärgert. Sauer ist er vor allem, dass bereits am 13. September vergangenen Jahres gezählt wurde, der Ortsbeirat von der Stadt über das Ergebnis jedoch erst am 8. März informiert wurde. Da war das Kreiselprojekt für den Haushalt 2017 von der Stadtverordnetenversammlung längst abgelehnt. Bleul vermutet Absicht dahinter, da es Kräfte im Magistrat gebe, die den Kreisel seit Jahren zu verhindern versuchten. Seit den 1990er-Jahren kämpfe Eschhofen mittlerweile bereits für die Kreisellösung.

Möller sagte, auch die Behauptung, dass nicht alle Anlieger zur Schaffung des Kreisels ihr Land verkaufen wollten, mache das Projekt scheinbar unmöglich. Dabei gebe es doch überfahrbare Kreisel mit kleinerem Radius.

Der frühere Ortsvorsteher Bernd Stein (CDU) gab selbstkritisch zu, es liege auch ein wenig an den Eschhöfer Mandatsträgern, dass sich das Thema nun schon über drei Ortsvorsteher hinweg ziehe. „Wir hätten bei den Behörden konsequenter nachhaken müssen.“

Unabhängig von den Anträgen möchte Ortsvorsteher Stenger die Behördenvertreter zu einem Ortstermin an der Kreuzung einladen. Dann könne ein Fachmann der Polizei auch mal sagen, was er für möglich halte, diese gefährliche Kreuzung zu entschärfen.

Laut Bleul geht es nicht nur um den sich hier aus Ennerich, Dehrn, Lindenholzhausen und der Kernstadt treffenden Verkehr, sondern auch um die Fußgänger, die die Kreuzung auf dem Weg Richtung REWE-Markt überqueren.rok

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

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