Limburg. Die Limburger Tilemannschülerin Tjorven Druck und David Thurn von der Weiltalschule in Weilmünster nehmen für den Landkreis Limburg-Weilburg am Bezirksentscheid des bundesweiten Vorlesewettbewerbs teil. Der Jury-Entscheidung vorausgegangen war ein spannender Wettkampf zwischen den diesjährigen Schulsiegern ...
Die 19 Schulsieger des Vorlesewettbewerbs traten im Kreishaus gegeneinander an
„Dabei sein ist alles – gewinnen aber auch ganz schön“, lautete das Motto am Wochenende beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels.
Aufgeteilt in zwei Gruppen trafen sich im Kreishaus die 19 Schulsieger des Landkreises. Aber nur zwei von ihnen können den Kreis beim kommenden Bezirksentscheid vertreten. Entsprechend konzentriert war die Stimmung im vollen Saal: Kaum ein Mucks war zu hören, als die Teilnehmer vor den aufmerksamen Augen und Ohren der Fachjury zuerst eine Passage aus einem von ihnen mitgebrachten Buch vorlasen.
Gruselige Lesenacht
Was aber macht eigentlich einen guten Vortrag aus? „Nicht nuscheln, klar und deutlich sprechen und Augenkontakt zum Publikum halten. Das alles ist ganz wichtig“, fasste Franziska Will (11) aus Limburg die wesentlichen Anforderungen an die jungen Vorleser zusammen. Für ihren Auftritt hatte sich die Marienschülerin für „Die schaurigste Geschichte der Welt“ von Philip Kerr entschieden. Ein Roman, bei der das „Spukhaus der Bücher“ eine unheimliche Mischung aus Buchhandlung und Geisterbahn eine besondere Rolle spielt. Dort soll nämlich eine gruselige Lesenacht stattfinden, in der die titelgebende „schaurigste Geschichte der Welt“ zum besten gegeben wird. Ein Moment, der das Leben vollkommen verändert. . .
„Das Tolle am Lesen ist, dass ich mich da in eine andere Welt hineinversetzen und das Drumherum vergessen kann“, erklärt Franziska Will die besondere Faszination des Schmökerns. So hält sich auch die Nervosität beim Vorlesen vor so vielen Leuten in Grenzen: „Am Anfang war ich ein bisschen aufgeregt, dann lief es aber eigentlich ganz gut.“
„Das ist schon cool“
„So weit zu kommen, ist schon cool“, fasste Tobias Röhrig (11) aus Lindenholzhausen seine Eindrücke aus dem Wettbewerb zusammen. Eine echte Leseratte ist er in seiner Freizeit jedoch nicht. In der Schule ist der Erwerb des Lesepasses aber Pflicht. Ein Umstand, der nicht unbedingt alle Schüler zu Höchstleistungen animiert – schließlich besteht bei einem (zu) guten Abschneiden die Gefahr, noch ein Buch lesen zu müssen. Das Problem stellte sich Tobias aber nicht: „Wenn ich lese, macht es schon Spaß.“ Zum Kreisentscheid hatte er das Buch „Scary Harry / Von allen guten Geistern verlassen“ von Sonja Kaiblinger mitgebracht – eine Wahl, die aber nicht nur etwas mit der spannenden Geschichte, sondern auch mit dem gelungenen Umschlag des Buchs zu tun hatte.
Auf die Unterstützung ihrer großen Schwester Alissa konnte sich wiederum Ciedra Bahadi (12) von der Limburger Theodor-Heuss-Schule beim Kampf gegen das Lampenfieber verlassen. Denn die hatte bereits vor ein paar Jahren selbst beim Kreisentscheid teilgenommen. Und auch der Buchvorschlag „Carla, Sengül und das Fenster zur Welt“ von Nikola Huppertz ging auf sie zurück. Denn das Buch hatte sie damals geschenkt bekommen.
Tjorven und David
Nicht in Begleitung ihrer Schwester, sondern ihrer Lehrerin, war hingegen Chamily Bolz von der Taunusschule in Bad Camberg. Aus dem Roman „Paul Vier und die Schröders“ von Andreas Steinhöfel brachte sie ihren Zuhörern den Moment eines Sturzes in einen reißenden Fluss näher.
Plastisch, um nicht zu sagen blutrünstig, war auch der Siegerbeitrag des Nachmittags: Die Tilemannschülerin Tjorven Druck überzeugte die Jury mit ihrem lebhaften Vortrag aus dem Bestseller von Suzanne Collins „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“. Zusammen mit dem Sieger der anderen Gruppe, David Thurn von der Weiltalschule in Weilmünster, wird sie nun am Bezirkswettbewerb teilnehmen.
Veranstalter des zweitägigen Wettbewerbs im Kreishaus war das Team des Jugendbildungswerks um ihre Leiterin Pia Stöckl. Die bedankte sich ausdrücklich bei der ehrenamtlichen Jury mit ihren beiden Vorsitzenden Anni Vollmers und Irina Heun sowie bei Silvia Kremer, Leiterin der Dombibliothek, die das von den Teilnehmern vorzulesende „Pflichtbuch“ ausgewählt hatte.koe
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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