Limburg. Weihnachts- und Neujahrsgrußwort des Bürgermeisters und des Stadtverordnetenvorstehers der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn ...
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger in Limburg,
wer kennt es nicht, das Bild von der Krippe. Der neugeborene Jesus, seine Eltern Maria und Josef, der Stall, Ochs' und Esel, vielleicht noch ein paar Hirten. Es zeigt, was wir in den nächsten Tagen feiern. Die Geburt Jesu. Eine Geburt ist immer etwas Besonderes, die Geburt im Stall von Bethlehem ist etwas ganz Besonderes - auch am Ende des Jahres 2016. Ein zentrales Ereignis des christlichen Glaubens, das uns immer wieder neu mit Hoffnung erfüllt. Und ein festliches Ereignis, das Glaubensgrenzen überwunden hat.
Hoffnung, das ist auch ein zentrales Motiv der Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie dort politisch verfolgt werden oder aber auch für sich und ihre Angehörigen keine Zukunft mehr sehen. 60 Millionen Menschen sind weltweit nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der UN auf der Flucht. Für einige von ihnen wird Limburg zur neuen Heimat. Sind wir Limburger ihnen gute Gastgeber, heißen wir sie willkommen und helfen wir ihnen, hier anzukommen, sich zu integrieren. Wir sind als Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher stolz darauf, was Limburg, Staffel und Helfer aus der Region rund um die Erstaufnahmeeinrichtung an Hilfe und Begleitung auf die Beine gestellt haben.
Nun geht es nicht mehr um die ersten Tage nach dem Ankommen, nun geht es darum, den Geflüchteten auf dem Weg zu einem neuen Zuhause zur Seite zu stehen, ihnen beim Zurechtfinden in dem neuen Land, der neuen Stadt Orientierung zu geben und sie dabei zu unterstützen, dass sich ihre Hoffnung auf ein Leben mit Zukunft erfüllt. Integration geschieht nicht einseitig. Wer fremd ist, muss sich auf neue Sitten, Gebräuche und Gesetze einlassen, sie respektieren. Wenn wir, die wir schon länger hier leben, gute Vorbilder in dem von uns geforderten Tun sind, gelingt Integration sicher einfacher und besser.
Manchmal geht es ganz schnell, etwas Neues gut einzubinden. Die im Herbst dieses Jahres eröffnete Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen ist von ihrem Standort mitten in der Stadt gut integriert und ergänzt das ohnehin schon vorzeigbare Bildungsangebot der Stadt. Dem Nachwuchs eine Chance zu geben, sich in Limburg mit einem Dualen Studium für den Beruf zu qualifizieren, ist eine Investition in die Zukunft.
Der entsprechende Beschluss der Stadtpolitik ist in Rekordzeit in eine akademische Lehranstalt umgesetzt worden. Ein Zeichen dafür, dass es auch schnell gehen kann. Die Vorzeichen für eine Ausweitung des Angebots stehen günstig.
Den Weg für die THM-Außenstelle hat eine Stadtverordnetenversammlung freigemacht, die sich nach der Kommunalwahl am 6. März erst einmal neu finden musste. Zahlreiche neue Gesichter sind in den Sitzungssaal des Rathauses eingezogen.
Langjährige und verdiente Mitglieder des Hauses hingegen haben sich verabschiedet. Über zehn von ihnen tragen inzwischen die Ehrenbezeichnung Stadtälteste, denn sie haben sich mindestens über 20 Jahre hinweg für die Stadt und ihre Bürger eingesetzt. Teilweise waren sie über vier Jahrzehnte für Limburg und die Stadtteile aktiv, haben diskutiert, beraten und Entscheidungen getroffen, die die Stadt vorangebracht haben. So viel ehrenamtlichem Engagement gebührt unser aller Dank.
Über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten Vorlagen durchzuarbeiten, Sitzungen von Ausschüssen, Fraktionen, Magistrat, Stadtverordnetenversammlung, Ortsbeirat oder Kommissionen zu besuchen, an ihnen aktiv teilzunehmen, das ist heute kaum noch vorstellbar. Das Interesse an Kommunalpolitik geht zurück, der Wunsch nach Mitgestaltung an Entscheidungsprozessen in der Stadt hingegen steigt.
Wir müssen nach neuen Wegen der Beteiligung und Teilhabe suchen, wie zum Beispiel mit dem „Sandboxverfahren“ für den Neumarkt oder der Beteiligung an der Ausschreibung für den Masterplan Mobilität. Bringen Sie sich ein. Mit Ideen und Vorschlägen, auf Versammlungen, Sitzungen und mehr.
Einmischen und Einbringen sind gewünscht, ein wenig mehr Wertschätzung und Rücksichtnahme auch. Dazu möchten wir zwei alltägliche Beispiele nennen: Der viele Müll auf Wegen und Straßen, auf freien Flächen oder Grünanlagen ist ein Ärgernis, ganz besonders jedoch die vielen Kaugummis auf dem hellen Straßenpflaster in der Innenstadt. Das alles zeugt von geringer Wertschätzung. Auf dem Pflaster begegnen sich auch Radfahrer und Fußgänger. Kein Problem, wenn ausreichend Platz vorhanden ist. Doch wenn’s eng wird, wie auf einigen Gassen der Altstadt, sollten Radler absteigen und Rücksicht nehmen. Das sind ein paar kleine Wünsche für das neue Jahr 2017.
Wir wünschen Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein gesegnetes, friedvolles und hoffnungsvolles Weihnachtsfest sowie ein erfülltes neues Jahr.
Dr. Marius Hahn, Bürgermeister
Michael Köberle, Stadtverordnetenvorsteher
Hinweis: Verwendung der Artikel mit freundlicher Genehmigung der Wittich Verlage KG, Höhr-Grenzhausen.
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