Limburg-Lindenholzhausen. Klein und fein ist der „Harmonie“-Projektchor für junge Frauen, den Dorothee Laux vor vier Monaten gegründet hat. Weil er noch zu klein für nachhaltig hörbaren Gesang ist, wie die Chorleiterin sagt, werden weitere Stimmen dringend gebraucht ...

Bild: Anspruchsvoll, aber „mega-cool“ ist das Repertoire des neu gegründeten Projektchors der „Harmonie“. Leiterin Dorothee Laux ist begeistert – und sucht dringend weitere Sängerinnen - Foto: Bohnhorst-Vollmer Anken
Von ANKEN BOHNHORST-VOLLMER
Ober- oder Mittelstimme – wer singt was? Dorothee Laux strahlt die sieben jungen Sängerinnen, die um sie herum sitzen, an und neigt fragend den Kopf. „Die erste Strophe singen wir erst mal einstimmig, und danach wird’s mehrstimmig.“ Wunderbar klingt diese Version von „The rose“, findet Chorleiterin Laux. Und dennoch: Der Hit, den Betty Midler Ende der 1970er-Jahre weltweit zu größter Blüte entfaltete, könnte auch in Lindenholzhausen noch eine Spur üppiger klingen – mit großem Mittelteil und zart akzentuiertem Schluss. Das wäre noch wunderbarer.
„Ihr seid toll!“
Aber für diesen Sound müssten in der Gruppe, die sich hoffnungsfroh Projektchor nennt, mehr mitsingen. Sieben Sängerinnen sind zu wenig. Zwölf müssten es schon sein, bilanziert Dorothee Laux nüchtern. Vielleicht braucht man einfach noch etwas Geduld, etwas mehr Luft, damit die Töne voller, kräftiger und hörbarer werden und damit weitere junge Frauen mitsingen wollen. Die Gesangspädagogin aus Limburg bleibt zuversichtlich.
Vor vier Monaten hatte sie zur ersten Probe in einen der Kellerräume des Dorfgemeinschaftshauses eingeladen. Der Bedarf für einen Chor schien ihr vorhanden: Wenn die Jungen den Stimmbruch hinter sich haben, singen sie in der Männer-„Harmonie“ mit, sagt Laux. „Für die ist die Birne geschält.“ Aber was wird aus den Mädchen, wenn sie dem Kinder- und Jugendchortreiben entwachsen sind? Für sie hat sie den Projektchor gegründet. Ziel sei allerdings nicht gewesen, die 16- bis 22-jährigen Mädchen jede Woche zum Singen einzubestellen, erzählt die Chorleiterin. „Wir treffen uns einmal im Monat und proben zwei bis drei Stunden.“ Aber auch das ist schwierig in dem Ort, der respektvoll „Sängerdorf“ genannt wird.
Am Repertoire jedenfalls liegt es nicht, dass die Reihen noch nicht dichter sind: Da sind sich die Sängerinnen einig. Die Lieder, die sie bislang einstudiert haben, decken Romantisches und Volkslieder ebenso ab wie afrikanische Gospel und Deutsch-Pop. Etwa mit „Hungriges Herz“, das die Truppe erst ein paar Mal gesungen hat und das trotzdem schon sehr ausgefeilt klingt. „Dein zuckersüßer roter Mund lutscht alle Worte kugelrund“, heißt es im Text, den die Mädchen längst beherrschen. An dieser Stelle wäre es gut, „wenn ihr den Mund beim Singen etwa zwei Finger breit öffnet“, ruft Dorothee Laux. Das forme einen schöneren Klang. „Super“ klinge das. Nur noch an einigen Kleinigkeiten müsse gearbeitet werden. Die Sängerinnen könnten sofort umsetzen, was sie meint, sagt die Chorleiterin begeistert. Diese musikalische Flexibilität sei wertvoll, und sie „zeichnet einen guten Sänger aus“.
Alle sieben Mädchen haben früher in Chören der „Harmonie“ gesungen, einige spielen ein Instrument, ein Mädchen hat Gesangsunterricht. Der Nährboden, auf dem man aufbauen kann, sei daher hervorragend. Dorothee Laux weiß, was sie ihren Sängerinnen abverlangen kann. Deshalb hat sie für diese Probe ein besonderes Stück mitgebracht: Anspruchsvoll, aber „mega-cool“ seien die Noten von „I say a little prayer for you“. Der Text ist schwer, Rhythmus und Melodie sind auch nicht ganz einfach. Außerdem würde Aretha Franklin, die Queen dieses Genres, „in einem Affentempo singen“. Aber: „Wir sind nicht Aretha Franklin – da reichen wir nicht dran.“ Macht nichts.
Wieder strahlt Dorothee Laux ihre Sängerinnen aufmunternd an: „Ihr seid toll!“ So toll, dass sie schon mehrere Anfragen für Auftritte habe, berichtet die Chorleiterin, zum Beispiel bei einer Benefizveranstaltung des Limburger Frauenhauses. Auch beim „Harmonie“-Festival im kommenden Jahr würde sie sich gern mit ihrem Projektchor Gehör verschaffen. Nur dafür braucht sie noch ein paar Stimmen.
Die nächste Probe des Projektchors ist am Samstag, 2. Juli, um 15 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Lindenholzhausen. Dorothee Laux informiert auch gern per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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