Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Limburg-Lindenholzhausen. Limburg-Weilburg. Die Entscheidung von Hessen Mobil in Darmstadt, wo aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde künftig die neue Autobahnraststätte in Richtung Köln stehen soll, verzögert sich. Drei Standorte kommen derzeit infrage: Neben zwei auf Limburger Gemarkung prüft Hessen Mobil auch einen Standort auf Hünfeldener und Brechener Gemarkung ...

Von STEFAN DICKMANN

„Gut Ding will Weile haben“, besagt eine Redensart. Wenn das stimmt, wird der geplante Ersatzbau für die bisherige Autobahnraststätte Limburg Ost in Fahrtrichtung Köln ein „sehr gut Ding“. Denn die Empfehlung von Hessen Mobil Darmstadt an das Bundesverkehrsministerium für den neuen Standort zieht sich in die Länge.

Ende 2014 hieß es bei Hessen Mobil, „im ersten Halbjahr 2015 wird eine Grundsatzentscheidung fallen“.

Im Frühjahr 2015 gab es die Mitteilung, „bis Ende 2015“ einen Vorschlag über den künftigen Standort der neuen Autobahnraststätte zu machen.

Im Frühjahr 2016 antwortete Hessen Mobil auf erneute Anfrage dieser Zeitung, „voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2016“, also spätestens im Sommer, werde das geschehen.

Und weil gut Ding in dieser Angelegenheit offensichtlich ganz viel Weile haben will, sind die zuständigen Planer von Hessen Mobil in Darmstadt nun bemüht, bis Ende 2016, einen Vorschlag zu machen. Das sagte der Regionale Bevollmächtigte von Hessen Mobil in Westhessen, Eugen Reichwein, der NNP. Die Behörde in Marburg ist für die Presseanfragen in dieser Angelegenheit zuständig.

Nach Reichweins Angaben werden derzeit drei Standorte untersucht. Auf ausdrücklichen Wunsch der Stadt Limburg handelt es sich dabei um den bisherigen Standort, die Autobahnraststätte Limburg Ost in Höhe der Abfahrt Limburg-Nord in Richtung Köln. Diesen Standort wollte Hessen Mobil eigentlich aufgeben, weil es dort nach Auffassung der Straßenverkehrsbehörde zu wenig Platz für Lkw-Stellflächen gibt. Nun wird geprüft, ob nicht doch genug Flächen zur Verfügung stehen.

Denn der von Hessen Mobil offenbar favorisierte Standort auf einem Streifen zwischen der A 3 und der B 8 in Höhe des Limburger ICE-Gebiets stößt auf massiven Widerstand der Stadt Limburg. „Wir lassen uns keine 250 Lastzüge vor den ICE-Bahnhof stellen, die auch noch eine bedeutend stärkere Emissionsbelastung für Lindenholzhausen darstellen würden als an jedem anderen Standort“, sagte Bürgermeister Martin Richard (CDU) schon im Dezember 2014 der NNP. Sein Nachfolger Dr. Marius Hahn (SPD) will an diesem Kurs festhalten. Wenn schon die Autobahnraststätte Richtung Köln in Limburg bleiben soll, dann höchstens am alten Standort, aber keinesfalls am ICE-Gebiet.

Die dritte Möglichkeit wäre eine Raststätte auf Hünfeldener und Brechener Gemarkung. Die Bürgermeister Silvia Scheu-Menzer, Hünfelden, und Werner Schlenz (beide parteilos), Brechen, reagieren deutlich neutraler. Sie sei über die Möglichkeit in Kenntnis gesetzt worden, sagte Scheu-Menzer der NNP, habe die Gemeindevertreter darüber informiert und warte nun ab, was Hessen Mobil als künftigen Standort vorschlägt. Die zusätzliche Einnahme von Gewerbesteuern und die Schaffung von Arbeitsplätzen sieht auch Bürgermeister Schlenz, der noch bis Jahresende im Amt ist, als Vorteil an. Aber er weiß auch um die Nachteile: „Lärm, Licht und optische Einschränkungen.“ Ein Selbstläufer werde eine Ansiedlung einer Autobahnraststätte auch in Brechen nicht, weil die Bürger seiner Gemeinde schon jetzt „extrem sensibilisiert durch die Verkehrsbelastung“ sind. Hessen Mobil brauche schon gute Argumente, um seine Gemeinde zu überzeugen.

Beim künftigen Standort geht es Hessen Mobil vor allem um „die Schaffung von zusätzlichen Lkw-Parkplätzen“, wie die Sprecherin von Hessen Mobil, Sonja Lecher, betont. Es handle sich um einen „sensiblen Abstimmungsprozess“. Denn geeignete Flächen parallel der Autobahn seien rar. „Es ist Ziel des Landes, hier einen konsensfähigen Standort zu finden – und das kostet Zeit.“

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

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