Limburg-Lindenholzhausen. Mit dem Pflanzen von fünf Setzlingen der Winterlinde würdigten Naturfreunde am Samstag den „Baum des Jahres 2016“ und den bevorstehenden „Tag des Waldes“ ...

Bild: Gemeinsam mit Fachleuten pflanzten die Kinder die fünf Exemplare der Winterlinde.
Naturfreunde pflanzen Winterlinden in Lindenholzhausen
Zur gemeinsamen Aktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), des Forstamtes Weilmünster und des zuständigen Forstreviers sowie der Stadt und der katholischen Kirchengemeinden Limburg waren auch zahlreiche Gäste zur Kindertagesstätte „Elisabeth“ in Lindenholzhausen gekommen. Die Jungen und Mädchen der Kita halfen beim Pflanzen der Setzlinge und gaben ihnen schließlich mit ihren Gießkännchen das erste Wasser.
SDW-Kreisvorsitzender Werner Wernecke und Kita-Leiterin Nicole Storto begrüßten die Bescuher, Gemeindereferent Bernhard Harjung gab seinen Segen. Gesetzt wurden die jungen Linden in einem Gürtel zwischen der Umzäunung und einer Hainbuchenhecke neben mehreren Baumstümpfen kürzlich gefällter Pappeln, die aus Sicherheitsgründen entnommen werden mussten. Von dort werden sie in einigen Jahren im Frühjahr den Bienen und Hummeln wohlriechenden Nektar liefern, im Sommer den im Garten spielenden Kindern Schatten spenden und im Herbst Blüten für gesundheitsfördernden Tee liefern. Erfreuliche Eigenschaften, auf die auch der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU), der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias Eckert und der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD) in ihren Grußworten eingingen.
Mit der Winterlinde wurde eine Baumart ausgewählt, die auch in unserer Region vielerorts vertreten ist. So auch in Lindenholzhausen, wo der Vorstand des Kreisverbandes der Schutzgemeinschaft den „Jahresbaum“ vorstellte, der wie kaum ein anderer in deutschen Landen Kult ist, in vielen Geschichten, Gedichten und Liedern beschrieben wird.
Vielfältige Verwendung
Die Winterlinde wird als beliebte Königin der Bäume, als Liebesbaum mit den vielfältigsten Verwendungsarten gewürdigt, so Wernecke. Sie wird etwa 15 bis 25 Meter hoch; ihre Schwester, die Sommerlinde, kann sogar über 40 Meter. Die Krone hat die Form eines Herzens mit der Spitze nach oben. Mit ihrer leuchtend goldgelben Herbstfärbung ist sie der Schmuck vieler Gärten und Parks. Die Blüten öffnen sich im Juli – dann sind auf von weitem ihr charakteristischer Honigduft und das Summen von Bienen und Hummeln wahrzunehmen. Die Krone ist ein beliebter Lebensraum von Vögeln, Pilzen und der Laubholzmistel. Das helle, weiche und relativ leichte Lindenholz lässt sich fabelhaft schnitzen. Aus ihm sind die meisten Altar- und Wandfiguren in Kirchen, Es wird daher auch als Sakral- oder Heiligenholz bezeichnet.
Als Stadtbaum ist die Linde sehr beliebt. Sie ist eine wichtige Bienenweide, sehr anspruchslos und tolerant. Linden haben kaum Krankheiten oder Schäden und erreichen ein hohes Lebensalter (bis zu 1000 Jahre). Ärgerlich kann allerdings der aus Lindenkronen tropfende Honigtau werden. Die Zuckerwasser-Tröpfchen sind zwar unschädlich, machen aber Fahrräder, Autos und Bänke für kurze Zeit klebrig. Dorf-, Gerichts-, Kirch-, Tanz- und Hoflinden, aber auch Sagen, Gebräuche und Ortsnamen zeugen von einer jahrhundertelangen vielseitigen Bedeutung.
In der Naturheilkunde haben vor allem die Lindenblüten große Bedeutung: Lindenblütenhonig, aber auch Lindenblütentee und -umschläge, sogar Öl werden aus Lindenblüten hergestellt. Die Linde ist das Symbol der Liebe, der Güte, der Gastfreundschaft und Bescheidenheit. Der häufigste Gasthausname in Deutschland ist mit über 1000 Nennungen „Zur Linde“ und zahlreiche Orts- und Personennamen gehen auf die Linde zurück. (mhz)
Nachwuchs
Die Winterlinde ist Baum des Jahres. Kein Wunder, dass Lindenholzhausen heute, Samstag, Schauplatz einer Pflanzaktion ist. Auf dem Grundstück der Kindertagesstätte Elisabeth werden Winterlinden gepflanzt. Beteiligt sind neben der Kita, der Kreisverband Limburg-Weilburg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, das Forstamt Weilmünster und die Stadt Limburg. Mit der Winterlinde steht eine Baumart im Mittelpunkt, die in unserer Region vielerorts vertreten ist, oftmals ein Alter von mehreren hundert Jahren erreicht, aber dennoch als Baum unserer Wälder, Parks und Feldgehölze trotz ihres oftmals markanten Wuchses vielen Menschen nicht bekannt ist.
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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