Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Limburg. Ohne Störungen und ohne das befürchtete Verkehrschaos präsentierte sich der erste „Car Samstag“ im Limburger ICE-Gebiet. Tuner und zahlreiche Besucher genossen bei bestem Frühlingswetter die ungezwungene Atmosphäre der Veranstaltung ...

In der Spitze bis zu 1500 Fahrzeuge gleichzeitig zählte die Polizei am „CarSamstag“ im Limburger ICE-Gebiet - Foto: Johannes Koenig
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 In der Spitze bis zu 1500 Fahrzeuge gleichzeitig zählte die Polizei am „CarSamstag“ im Limburger ICE-Gebiet - Foto: Johannes Koenig

Veranstaltung der Autofreunde

Von JOHANNES KOENIG

Entspannte Atmosphäre beim ersten „Car Samstag“ im Limburger ICE-Gebiet: Bei schönstem Frühlingswetter fand die Premiere des österlichen Tuner-Treffens, frei nach dem (inoffiziellen) Motto „Sehen und gesehen werden“, statt. In den vergangenen Jahren hatten sich die Tuner einen Tag früher zum „Car Freitag“ getroffen, was vor allem im angrenzenden Lindenholzhausen für Kritik sorgte, wegen des Verkehrschaos auf der B 8 und nicht weggeräumtem Müll. Doch dieses Mal war alles anders.

In der Spitze bis zu 1500 Fahrzeuge waren auf dem Gelände unterwegs: „Es gab keinerlei Verkehrsbehinderungen auf der B 8 und der Autobahn“, erklärte Polizei-Einsatzleiter, Bernd Janz. Selbst am „neuralgischen Punkt“, der Zufahrt zum ICE-Gebiet, blieben Störungen aus. Die Zufahrt zum ICE-Bahnhof über die Pariser Straße sei immer offen gewesen.
Bilderstrecke "CarSamstag" in Limburg: Tuner-Treffen bei Frühlingswetter
Entspannte Atmosphäre bei schönstenm Frühlingswetter herrschte beim ersten "CarSamstag" im Limburger ICE-Gebiet.In der Spitze zählte die Polizei bis zu 1500 Fahrzeuge im ICE-Gebiet.Dennoch war es kein Problem einen Stellplatz fürs eigene Auto zu finden.

„Außerdem waren die Ordner sehr effektiv“, lobte Janz das Team rund um „CarSamstag“-Organisator und Veranstalter Sergej Birkle. Bei Verkehrskontrollen im Vorfeld hatte die Polizei unter anderem Temposünder sowie Fahrer unter Drogen- und Alkoholeinfluss auf der B 8 und der B 54 aufgespürt. Das schmälere das positive Fazit zum „CarSamstag“ aber in keinster Weise, betonte der Polizeiführer.

Amerikanischer Exot

„Alles schön ruhig und geordnet hier – kein Vergleich zum Chaos der Vorjahre“, bestätigten Teilnehmer. So konnten sich die Besucher auf das Wichtigste konzentrieren: die unglaubliche Vielfalt der zwischen ICE-Bahnhof und Bundesstraße ausgestellten Autos. 430 PS hat zum Beispiel der Motor des Ford Mustang 2011 von Konstantin (31) aus Diez. „In den USA ist der so verbreitet wie bei uns der VW Golf. Hier gilt er dagegen als Exot“, sagte der Familienvater. Entsprechend oft würde er hier von Amerikanern angesprochen, wenn er mit dem US-Import unterwegs sei. „Da entstehen sofort Kontakte.“ Trotz seiner überdimensionierten Kraftreserven sei der Mustang aber „absolut alltagstauglich“ – Fahrten zum Supermarkt mit inbegriffen.

Ein echtes „Sommerauto“ stand dagegen nur wenige Meter entfernt: Mit zwei Strandbuggys waren Auto-Enthusiasten aus Bad Schwalbach in die Domstadt gekommen. „Im Winter steht der aber in der Garage“, erklärte einer der Besitzer mit Blick auf die montierten Allwetterreifen. Inmitten der vielen „normalen“ Autos zogen die Buggys einige neugierige Blicke und Nachfragen auf sich. „Die Konstruktion ist dann halt doch was Besonderes.“

Eine Reise zurück in die Vergangenheit für manchen älteren Besucher stellte der VW T2 „Bulli“ dar, den Renée Schrage (22), die eine Hälfte von „Bulli und Clyde“, aus Wiesbaden mitgebracht hatte. Was dem 1973 gebauten orangenen Oldtimer an moderner Technik und Komfort abgeht, kompensiert er locker mit einer gehörigen Portion „Hippie“-Charme. Der Bus sei zwar doppelt so alt wie er selbst, trotzdem fahre er mit ihm ganz normal in den Urlaub zum Campen, sagte Schrage und deutete auf die hinter einer Seitenscheibe als Beweis angebrachten Urlaubspostkarten.

Laute Musik löst Alarm aus

Wer sich hingegen schon immer mal gefragt hat, ob wummernde Bässe eine Alarmanlage auslösen können, kam ebenfalls auf seine Kosten: Los ging es mit dem Platzieren einer Zigarettenpackung auf einem Autodach. Bei voll aufgedrehten Subwoovern hüpfte die Packung von einem Dachende zum anderen. Als dann der Kofferraum geöffnet wurde, ging die Alarmanlage des Nachbarautos los . . . Wie von den Organisatoren geplant, blieben Rennen, durchdrehende Reifen und ähnliche Aktionen aus – sehr zur Enttäuschung wenigstens eines Facebook-Nutzers. Klischees gab es trotzdem zuhauf: Sonnenbrillen, auf Hochglanz polierte Motorhauben, jede Menge glänzende Spoiler und Felgen sowie zahlreiche aufwendig beklebte Karosserien bestimmten die Szenerie.

„Es waren aber nicht nur Tuner da“, betonte Sergej Birkle. So schob zum Beispiel eine junge Mutter ihren Kinderwagen durch die Menge, während ein alter Kfz-Mechaniker die Ordner wissen ließ, dass all die Fahrzeuge „technisch nichts Neues“ böten. Nicht neu, aber selten war da zum Beispiel der ebenfalls vertretende Mitsubishi Evolution 4 Lancer von 1996, der seinerzeit auch auf Rallyes unterwegs war. „Der Evo 4 wurde niemals offiziell in Europa verkauft, sondern war nur als Import zu haben“, berichtete Kevin Stenzel aus Neuwied, der den Japaner mitgebracht hatte.

Kleiner Wermutstropfen

„Alles in Ordnung hier, auch in Lindenholzhausen ist alles ruhig“, kommentierte Ortsbeiratsmitglied Gerhard Voss (SPD) die Szenerie. So ordentlich wie die Veranstaltung verlief, ging sie auch schließlich zu Ende: „Jetzt sind nur noch etwa 600 Fahrzeuge auf dem Gelände“, berichtete Einsatzleiter Janz kurz vor dem offiziellen Veranstaltungsende um 19 Uhr. „Wir hatten Angst, dass noch einige bis in die Nacht bleiben und Randale machen“; doch nichts davon sei eingetreten, ergänzte Birkle am nächsten Tag.

Ein Wermutstropfen gab es dennoch: „Es lag nur wenig Müll herum und den hatten wir schon beim abendlichen Aufräumen in Säcken zusammengepackt“, berichtete der Veranstalter. Am nächsten Morgen stellte das Team jedoch fest, dass Unbekannte den Müll über Nacht weiträumig in der Gegend verstreut hatten. Also mussten die Freiwilligen erneut ran, die umherliegenden Abfälle aufsammeln und in die von der Stadt bereitgestellten Container werfen.

Wird es nun einen weiteren „CarSamstag“ geben? Das stehe noch nicht fest, das diskutiere später die ganze Gruppe, lautete die Antwort. Erst einmal gelte es, das Feedback abzuwarten, dann werde alles Weitere auf einem gemeinsamen Grillabend besprochen, so Birkle. „Aber vom Bauchgefühl her glaube ich schon, dass es im nächsten Jahr zu einer Wiederholung kommt“, gab sich Sergej Birkle überzeugt.

[Hier] bei der NNP findet man weitere Bilder von dem Event.

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

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