Limburg. Am nächsten Samstag wird das Limburger ICE-Gebiet wieder zu einem Mekka für Auto-Tuner. Im Gegensatz zu den Vorjahren ist die Veranstaltung diesmal aber offiziell angemeldet. Veranstalter Sergej Birkle sprach mit der NNP über Organisation und erwartete Größe des „CarSamstags“ ...

Bild: Auto-Tuner Sergej Birkle organisiert den „CarSamstag“ - Foto: Johannes Koenig
Von JOHANNES KOENIG
„Das Auto steht bei uns gar nicht mal an erster Stelle“ – es gehe vor allem um die Gemeinschaft, erzählt Sergej Birkle vom Organisations- und Veranstaltungsteam des ersten offiziellen und angemeldeten Tuner-Treffens im Limburger ICE-Gebiet. Als „CarSamstag“ ist es der Nachfolger des umstrittenen „Carfreitags“: Immer an diesem Feiertag hatten sich in den Vorjahren Autoenthusiasten aus nah und fern „spontan“ und ohne Genehmigung im ICE-Gebiet getroffen.
Anwohner von Eschhofen und Lindenholzhausen sowie Zugreisende klagten über verstopfte Straßen und Zufahrten sowie auch über manchen Raser. Außerdem verstieß das Treffen gegen die gesetzlich geregelte Feiertagsruhe, die öffentliche Versammlungen nur dann erlaubt, wenn sie dem „ernsten Charakter“ des Tages entsprechen. Rigoros hatten Polizei und Ordnungsamt zuletzt auf das Versammlungsverbot gepocht und zahlreiche Platzverweise ausgesprochen. Mit der Verlegung auf den Ostersamstag und dem Auftreten von Sergej Birkle als Veranstalter soll das Tuner-Treffen nun vor dem Aus bewahrt werden.
„Es geht vor allem ums Sehen und Gesehenwerden“, erklärt Ernst Schwinghammer aus Diez die Motivation vieler Teilnehmer. Zusammen mit rund 20 Mitstreitern wird der Bankkaufmann am „CarSamstag“ als Ordner aktiv sein. Laut der Facebook-Ankündigung soll das Treffen von 11 bis 19 Uhr dauern. 395 Stellplätze sind dafür offiziell ausgewiesen worden. „Wenn man von der Bundesstraße ins ICE-Gebiet reinfährt, befindet sich das Gelände auf der linken unbebauten Seite“, erklärt Birkle. Die Straßen am Bahnhof, die Bürogebäude sowie das ICE-Parkhaus sind für die Tuner dagegen gesperrt. „Darum kümmert sich dann aber die Polizei, wir sind für die Ordnung innerhalb des Veranstaltungsgeländes zuständig“, ergänzt Schwinghammer.
Etwa 1400 Interessierte haben sich bereits für den „CarSamstag“ angemeldet. „Die kommen vielleicht nicht alle mit dem Auto“, so die Hoffnung des Teams. „Entweder es wird richtig voll, oder es kommen deutlich weniger als erwartet“, spekuliert einer der Freiwilligen. Das Limburger Tuner-Treffen war bisher so beliebt, weil viele Besucher auf dem Hin- oder Rückweg vom „Carfreitag“ auf dem Nürburgring Station in der Domstadt machten, erläutert Birkle die Hintergründe. Der in Eschhofen lebende Bundeswehrsoldat gehört quasi zur Szene seitdem er einen Führerschein besitzt, hatte aber aus beruflichen Gründen einige Jahre lang eine Auszeit genommen. „Für viele ist das wie eine zweite Familie“, beschreibt er die Faszination seines Hobbys. So habe er zum Beispiel auf der Hinfahrt eine Reifenpanne gehabt – ein Anruf und innerhalb einer halben Stunde war Hilfe da. „Das ist schneller als beim ADAC“, witzeln die Freunde. Außerdem habe das Limburger Treffen inzwischen „Kultstatus“ in der Szene erreicht, betont Birkle. Deshalb sei er auch bereit gewesen, die Zügel in die Hand zu nehmen.
„Die Leute kommen hierhin und stellen ihre Autos aus. Wer wegfährt hat seinen Platz verloren.“ Es gelte eine Einbahnstraßenregelung, durchdrehende Reifen und Rennen seien strikt untersagt, erläutert er die Regeln. Die übergroße Mehrheit der Tuner-Szene halte sich an Vorschriften und Gesetze, aber es gebe wie überall einige schwarze Schafe.
Wie bereits bei dem kleineren Vorgänger „Ras in den Mai“ wollen Birkle und seine Mitstreiter auch diesmal Geld für einen guten Zweck sammeln. Die Spenden sollen der Limburger Astrid-Lindgren-Schule zugute kommen. Die Kosten der Veranstaltung, etwa für das Anmieten von zehn mobilen Toiletten, werden von Sponsoren gedeckt.
Ablehnung aus Hollesse
Trotz aller Regelungen und Vorbereitungen stößt der „CarSamstag“ in Lindenholzhausen auf wenig Begeisterung. „Der Ortsbeirat hat sich in einem Beschluss eindeutig dagegen ausgesprochen“, betont Ortsvorsteherin Barbara Becker (CDU). „Die B 8 und die Autobahn sind dann wieder zu und die Hollesser kommen nicht nach Limburg rein“, fasst sie die Befürchtungen der Bürger zusammen. Das sei aber auch der Fall, wenn es während der Hauptverkehrszeit einen Unfall gebe, entgegnet Birkle, der schon vorab die gute Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Polizei ausgiebig lobt.
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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