Limburg. In der Nacht zum Dienstag haben Jugendliche auf dem Spielplatz in Blumenrod eine neue Schaukel zerstört. Die Probleme mit Vandalismus gibt es dort aber schon lange. Ein Zaun als letzter Ausweg? ...
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nasauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Jugendliche treiben auf dem Spielplatz in Blumenrod ihr Unwesen
... «Wir wohnen hier seit 28 Jahren. Seitdem haben wir das Problem», sagt Gerhard Olbertz. «Gestern Nacht war es besonders schlimm.» Gerhard Olbertz und seine Frau Christa wohnen direkt neben dem Gemeindezentrum Blumenrod. «Jede Nacht sitzen hier auf dem Spielplatz die Jugendlichen, trinken Alkohol, machen Lärm, Schmutz und randalieren.»
In der Nacht von Montag auf Dienstag ist erneut ein großer Schaden entstanden: Auf dem Spielplatz, der erst vor rund vier Wochen im Rahmen der bundesweiten 72-Stunden-Aktion von Freiwilligen (Anmerkung www.lindenholzhausen.de: Der HARMONIE Jugendclub Lindenholzhausen hatte die Anlage im Rahmen der 72 Stunden-Aktion in mühevoller Arbeit errichtet - siehe [hier] bzw. [hier]) angelegt worden war, zerstörten die Randalierer eine Schaukel. Sie rissen die Rundhölzer aus der Verankerung, zerbrachen sie und verteilten sie auf dem Grundstück. «Als ich heute Morgen zur Arbeit gekommen bin, war ich schockiert», sagt Silke Heibel, Mitarbeiterin am «Treffpunkt Blumenrod». Sie rief die Polizei. Die Beamten nahmen den Schaden auf und suchen jetzt nach Zeugen.
«Ich habe von Anfang an gesagt, dass es keine gute Idee war, den Spielplatz hier an dieser Stelle zu bauen», sagt Gerhard Olbertz. «Es war doch klar, dass so etwas passieren würde.» Pfarrer Toni Schröers ist verzweifelt: «So läuft das immer. Ich weiß nicht mehr was wir noch tun können.» Jeden Morgen müsse ein Mitarbeiter die Spuren der Nacht beseitigen. An allen Ecken des Gebäudes sind Graffitis hingeschmiert, es stehen leere Wodkaflaschen herum, und auch Spuren von Feuerstellen sind zu erkennen.
Spritzen im Garten
«Die Polizei fährt hier zwar jede Nacht entlang, doch die Jugendlichen wissen das und verhalten sich zu dem Zeitpunkt immer ruhig.» Viele Möglichkeiten dem Treiben Einhalt zu gebieten, sieht der Pfarrer nicht. «Wir können das Gelände ja nicht einzäunen. Eine Kirche soll doch nicht wie ein Gefängnis wirken.» Gerhard Olbertz hat inzwischen einen Zaun aufgestellt. Neben dem üblichen Müll und den Wodkaflaschen fand er auch immer wieder Rauschgiftspritzen in seinem Garten: «Wenn meine Enkelkinder zu Besuch kommen und im Garten spielen, kann ich denen das nicht zumuten.» Der Zaun aus Schilfrohren, den er zur Grenze zum Gemeindezentrum aufstellte, hilft ein wenig: «Zumindest finde ich seitdem keine Spritzen mehr unter den Sträuchern.»
Jürgen Eufinger von der Caritas, die den Treffpunkt Blumenrod auf dem Gelände betreibt, will so schnell wie möglich eine Lösung für das Problem finden: «Wir werden jetzt das Gespräch mit der Stadt suchen und schauen was wir machen können. Es muss etwas passieren.» Als einzigen Ausweg sieht Eufinger eine Umzäunung des Geländes. «Ob das die Jugendlichen davon abhalten kann weiß ich nicht, aber es ist das einzige was noch Sinn macht.»
Mit einigen Jugendlichen habe man schon vor längerer Zeit Gespräche geführt. «Die haben dann auch aufgehört dort Müll zu hinterlassen.» Jedoch seien nicht alle Jugendlichen bekannt. «Ich bin mir auch nicht sicher, ob ein Gespräch da noch Sinn macht. Das war ja wirklich mutwillige Gewalt, mit der die Schaukel dort zerstört wurde.» Wieder aufgebaut wird die Schaukel wohl nicht wieder. «Das macht kaum Sinn», sagt Jürgen Eufinger. «Dann ist sie ein paar Tage später vielleicht wieder zerstört. Das wären ja auch erhebliche Kosten, die da auf uns zukommen würden.» jo
Die Schaukel ist zerstört – immer wieder kommen Jugendliche auf den Spielplatz am Gemeindezentrum. Foto: Schönrock
