Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Echte Krügelche (gemeint sind wohl Kruggelscher)
"Wir sind echte Lindenholzhäuser Krügelche", sagt Anneliese Knoth, geborene Kraus. Sie und ihr Mann Berthold haben also schon immer in Lindenholzhausen gelebt.
Der Spitzname "Krügelche" stamme noch aus den Zeiten, als viele das Wasser der Sauerbornquelle in Krügen durch den Ort schleppten, erklärt die Jubilarin.
Kennengelernt haben sie und ihr Mann sich aber erst 1957 auf einer Silvesterfeier. "Vorher hatten wir nichts miteinander zu tun", sagt Berthold Knoth. Am 10. Januar 1962 erfolgte die Hochzeit, zwei Jahre später kam ihr Sohn Thomas zur Welt.
Das Erfolgsgeheimnis ihrer Ehe liege in der Fähigkeit, sich trotz ihrer Gegensätze "zusammenzuraufen", sagt Anneliese Knoth. "Ich bin die Lebhafte, mein Mann ist der Ruhige und Ausgeglichene, das passt wunderbar zusammen."
Gemeinsam habe man deshalb viel erreicht, so sei zum Beispiel auch das Haus in Eigenleistung entstanden. Elektriker, Zimmerleute und Dachdecker aus der eigenen Verwandtschaft hätten dabei tatkräftig mit angepackt.
Nach einer Malerlehre und seinen ersten Berufsjahren wechselte Knoth in den Innendienst der Hessischen Landesbank, bei der er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997 blieb.
"Als ich 1954 aus der Schule kam, waren Lehrstellen knapp", erinnert sich Anneliese Knoth an ihre damalige Ausbildungssituation. Auf Empfehlung einer Bekannten aus dem Dorf habe sie bis zu ihrer Hochzeit als Haushaltshilfe und später als Tagesmutter für die Familie der Limburger Bauunternehmer, Brüder Lellman, gearbeitet.
Gut eingebunden sind die Eheleute im örtlichen Vereinsleben. "Ich bin seit fast 60 Jahren Mitglied beim MGV ,Cäcilia‘ und habe bisher fast keine Probe verpasst", sagte Berthold Knoth. Im Chor singt er den zweiten Bass.
Am Singen schätze er besonders die Entspannung vom Alltag sowie die Geselligkeit im Verein. Zu seiner aktiven Tätigkeit als Sänger komme noch eine passive Mitgliedschaft im Kirchenchor hinzu, bei dem wiederum seine Frau lange Zeit gesungen hat. "Ich war auch einmal die Vorsitzende", sagt sie. Immer noch aktiv ist Anneliese Knoth hingegen bei den "Montags-Turnerfrauen", wobei der selbst gewählte Name das Trainingsprogramm nicht mehr ganz korrekt wiedergibt. "Früher haben wir geturnt und sind rumgehüpft wie verrückt", aber heute stehe Gesundheitssport und Pilates auf dem Programm.
Weitere Hobbys seien Handarbeiten wie Stricken, sowie Kreuzworträtsel. "Keine Zeitung bleibt hier liegen, ohne dass nicht vorher das Kreuzworträtsel gelöst wurde", sagt Anneliese Knoth.
Gemeinsam gehen die Jubilare oft und gern spazieren. Früher ist auch der Biggesee im Sauerland für sie ein beliebtes Urlaubsziel gewesen. koe
Artikel vom 08. Februar 2012, 20.31 Uhr (letzte Änderung 09. Februar 2012, 04.13 Uhr)
