Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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Wackelnde Wände und Schränke, Menschen, die aus Angst auf die Straße liefen: In Teilen Hessens hat Montagnachmittag die Erde gebebt.
Das Epizentrum lag laut Dr. Matthias Kracht vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) in der Nähe von Bad Ems in Rheinland-Pfalz - rund 70 Kilometer nordwestlich von Frankfurt. Für Hessen sei das ein "starkes Beben" gewesen.
Die erste Erschütterung ereignete sich um 13.43 Uhr in zehn Kilometern Tiefe und erreichte nach Angaben des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie eine Stärke von 4,4. Andere Stationen meldeten Werte bis 4,8. Sieben Minuten später bebte die Erde ein zweites Mal. Diesmal schwächer bei 2.8.
"Es ist ein natürliches Phänomen", sagt Erdbebenexperte Kracht. "Da haben sich tektonische Spannungen aufgetan." Der Oberrheingraben sei eine aktive Region. Stärkere Beben kämen in Hessen etwa alle zehn Jahre, schwächere etwa alle zwei bis vier Jahre vor. Zuletzt bebte es 1997 mit einer Stärke von 4.0 in Bad Camberg.
Auch heute könnte es noch weitere kleine Beben geben, so Kracht. Schäden oder Verletzte seien bei ihm bislang noch nicht gemeldet worden.
Wer das Beben wahrgenommen hat, kann auf der Internetseite des HLUG seine Erlebnisse in einem Fragebogen festhalten. "Dieser hilft uns bei unserer Arbeit sehr", sagt Kracht. So könnten zum Beispiel Beben unterschiedlicher Zeiten miteinander verglichen werden.
Wolfgang Kubat berichtet in seiner Twitter-Nachricht an diese Zeitung: «Bei uns in Gießen hat das Haus gewackelt - kurz und heftig!»
Alex Brückel aus Butzbach im Wetteraukreis spricht von einem «kurzen, aber deutlichen Wackler im Haus. Dachte erst über mir hätte jemand Schrank oder Sofa umgeworfen.»
Der Twitterer Rafi beschreibt ähnliches: «Hier in Limburg haben auch die Wände und die Schränke gewackelt. Hatte Angst, dass das ganze Geschirr rausfällt...»
Kai Kretschmann nahm es hingegen mit Humor: «In Friedrichsdorf hats auch gewackelt. War also doch kein ohne-Kaffee-Kreislauf-Tief am Nachmittag.» mfo/jeh
Artikel vom 14. Februar 2011, 15.00 Uhr (letzte Änderung 14. Februar 2011, 18.10 Uhr)
