Bild: Martin Maxeiner (47) aus Lindenholzhausen ist ein "Nikolaus auf Abruf". Das Gewand hat seine Frau genäht. Foto: Uriel
"Es gibt Nikoläuse, die lassen zum Ärger ihrer Ehefrauen den Bart wachsen", sagt Martin Maxeiner. "Ich mache das anders: Ich lasse den Bauch wachsen." Bereits zum 33. Mal ist der Lindenholzhäuser in diesem Jahr als Nikolaus in Limburg und der Region unterwegs.
"Das Schönste am Nikolaus-Dasein sind die leuchtenden Kinderaugen", sagt Martin Maxeiner, der heute Abend Hochsaison hat. In den vergangenen Tagen haben Familien beim Verein "Nikolaus auf Abruf" angerufen und einen Nikolaus bestellt. Bis zu 20 Männer sind in diesen Tagen im Einsatz, der jüngste ist 16 Jahre alt. Auch Martin Maxeiner hat früh angefangen. Einige seiner Nikolaus-Kollegen hat der 47-Jährige schon besucht, als diese selbst noch Kinder waren.
Zuerst klingelt der Helfer an der Tür, nimmt einen Zettel mit Namen und ein paar Infos zu den Kindern entgegen und packt die bereit gelegten Geschenke ein. Dann hat der Nikolaus seinen großen Auftritt. "Mir ist es wichtig, dass die Kinder mich selbst hereinbitten, dass sie keine Angst vor mir haben", sagt er. Es sei auch schon vorgekommen, dass er im Flur stehen geblieben sei und von dort aus gesprochen habe. Andere seien sehr neugierig und fragen nach, wo denn die Rentiere und der Schlitten seien. "Manche haben auch ein Gedicht oder Lied vorbereitet. Und es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Nikolaus besonders gerne Blockflöte hört."
Im "echten Leben" arbeitet Martin Maxeiner als Gebietsverkaufsleiter bei einer Supermarktkette. Zum Nikolausen ist er durch einen Freund gekommen. "Das ist ein bisschen wie eine Droge", sagt er. Geld kosten seine Einsätze nicht, aber eine Spende ist erwünscht. Von den Einnahmen kauft der Verein Sachspenden für gemeinnützige Organisationen, die kranke und behinderte Kinder unterstützen.
Doch nicht nur Familien bestellen einen Nikolaus, auch auf Vereins- oder Firmenfesten regt Martin Maxeiner zum Nachdenken an. "Wenn ich bei einem Damenkegelclub einen besinnlichen Text lese, dann kann man eine Stecknadel fallen hören." lu
Artikel vom 05. Dezember 2012, 18.50 Uhr (letzte Änderung 06. Dezember 2012, 04.31 Uhr)
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Mehr zum Verein "Nikolaus auf Abruf" finden Sie unter www.nikolaus-ev.de.
