Limburg-Lindenholzhausen. Wie überlebt mein Gemüse bei Minus-Temperaturen? Und wie schütze ich Rosen, Himbeersträucher und Kräuter vor Frost und Kälte? Hobby-Gärtnerin Sybille Roth vom Obst- und Gartenbauverein Lindenholzhausen erklärt, wie man den eigenen Garten gut durch den Winter bringt ...

Samen sammeln ist ihr großes Hobby. Wenn die Wintermonate vorbei sind, setzt Sybille Roth vom Obst- und Gartenbauverein Lindenholzhausen die Samen wieder ein und züchtet Sonnenblumen und Tomatensträucher
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Samen sammeln ist ihr großes Hobby. Wenn die Wintermonate vorbei sind, setzt Sybille Roth vom Obst- und Gartenbauverein Lindenholzhausen die Samen wieder ein und züchtet Sonnenblumen und Tomatensträucher

Sybille Roth vom Obst- und Gartenbauverein Lindenholzhausen gibt Tipps

Das Schlüsselwort lautet: Komposthaufen. "Die Komposterde ist mein Dünger", sagt Sybille Roth. "Dadurch enthält der Boden viele Nährstoffe, die sind wichtig für die Pflanzen im nächsten Frühjahr." Die 46-Jährige ist leidenschaftliche Hobby-Gärtnerin und baut auf ihren hauseigenen Grünflächen Gemüse, Blumen und Kräuter an.

"Den Komposthaufen kann man das ganze Jahr über anlegen. Einfach alles zusammenlegen, was im Garten anfällt – außer kranke Pflanzenteile – ein bisschen klein machen, durchsieben und schön schichten. Die Würmer machen dann ihr Übriges", sagt sie. Bereits nach einem guten halben Jahr ist die Erde fein und kann als Dünger verwendet werden. "Der Kompost sollte nur ein wenig mit der Hacke in die Erde eingearbeitet werden: Nicht umgraben! Am Ende alles mit einer dünnen Grasschicht abdecken."

So ist der Boden in den Frühlingsmonaten gut gerüstet für den Einsatz neuer Blumen-Samen. Die erntet Sybille Roth in Vollreife, "also wenn die Blüten vertrocknet sind und quasi in der Hand auseinander bröseln." Die Samen müssen langsam getrocknet und in einem warmen, trockenen Raum gelagert werden. Wer sie im Keller aufbewahrt, sollte die Samen luftdicht verschließen. "So fangen sie nicht an zu schimmeln", sagt die Garten-Expertin. Mitte bis Ende Februar kann man die Samen dann in Töpfe sähen und im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorkultivieren. "Wenn die Pflanze stark genug ist, sie also einer Schneckenattacke standhält, kann sie in den Garten gepflanzt werden."

Für eigen angebautes Wurzelgemüse hat Sybille Roth noch einen besonderen Tipp: Eine alte Waschmaschinentrommel. "Das Gemüse, zum Beispiel Möhren, einfach ungewaschen in die Trommel geben, aufeinander schichten und zum Schutz gegen Wühlmäuse ein Gitter drauflegen. Nicht zu tief in die Erde einsetzen, damit man auch noch gut drankommt." So habe man einen idealen Speicher für rote Bete und Co. während der Wintermonate. "Die Wäschetrommel mit ihren vielen Löchern sorgt dafür, dass ein Temperaturausgleich und Feuchtigkeitsaustausch stattfindet", sagt sie.

Rückschnitt der Kräuter

Ihre Tomaten dagegen überwintern gar nicht, die Sträucher werden ausgegraben und kommen auf den Kompost. "Vorher habe ich natürlich die Samen von der Sorte, die mir gut geschmeckt hat, abgemacht", sagt die Hobby-Gärtnerin. Ende März wird sie diese dann wieder aussäen.

Auch Obst ist in ihrem Garten zu finden; die Himbeeren sind zum Beispiel echte Überwinterungskünstler. Eine grobe Schicht, zum Beispiel aus Rindenmulch, reicht aus, um die Wurzeln zu bedecken: So sind sie geschützt und im nächsten Jahr wachsen an diesen Stängeln wieder neue Blüten. Auf diese Weise kann man auch Brombeeren, rote Johannisbeeren und Stachelbeeren vor dem Frosteinbruch schützen.

"Mehrjährige Kräuter wie Thymian, Majoran und Salbei schneide ich zurück, damit sie von unten wieder neu austreiben können", sagt Sybille Roth. Ein bisschen Tannenreisig drum herum auslegen und der Winterschutz ist perfekt. Wesentlich anfälliger für Frostbeulen sind dagegen Knollenpflanzen wie zum Beispiel Dahlienwurzeln. "Die lagert man am besten in Körben im Keller. Die Wurzeln müssen trocken sein, damit sie nicht faulen", sagt Sybille Roth. Im Gegensatz dazu sind Blumenzwiebeln echte Frostfreunde: "Tulpen, Narzissen und Hyazinthen brauchen den Frost, damit sie wieder austreiben. Also sollte man sie jetzt bald eingraben."

Eine allgemeine Deadline, wann der Garten winterfest gemacht werden muss, gibt es nicht. "Generell gilt: Bevor der erste Frost kommt", sagt die gelernte Glasgraveurin. Seit sie als Kind ihrem Vater beim Kartoffeln ernten auf dem Feld geholfen hat, arbeitet sie leidenschaftlich gerne mit Pflanzen und Erde; mit 22 Jahren hat sie dann ihren ersten eigenen Garten angelegt.

"Es macht mir viel Freude, mein eigenes Gemüse zu essen und die Blumen aus dem Garten auf dem Tisch stehen zu sehen." Aber die Gartenarbeit sei auch sehr aufwendig, man müsse viel Geduld mitbringen. "Ich bin eigentlich jeden Tag draußen", sagt die Lindenholzhausenerin. lu

Artikel vom 24. Oktober 2012, 18.58 Uhr (letzte Änderung 25. Oktober 2012, 04.39 Uhr)

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

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