Limburg. Honig auf dem Tisch gehört in vielen Haushalten dazu. Aus der "Speise der Götter" ist dabei längst eine Speise fürs Volk geworden. Mit 1,3 Kilogramm pro Jahr und Kopf sind die Bundesbürger Weltspitze. Am Sonntag findet in Lindenholzhausen der vierte hessische Honigtag statt ...

Da sitzt sie, die Biene auf einer Kamillenblüte. Was sie in den Bienenstock zurück bringt, das wird von den Imkern geerntet und kommt als Honig auf den Tisch.
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Da sitzt sie, die Biene auf einer Kamillenblüte. Was sie in den Bienenstock zurück bringt, das wird von den Imkern geerntet und kommt als Honig auf den Tisch.

125 Honigproben wurden von den Imkern schon vorab eingereicht. Auf dem Honigtag soll das süße Lebensmittel prämiert und die Imker ausgezeichnet werden. Dazu kommt neben der Honigkönigin Sarah Behrens aus Schlitz auch Staatssekretär Mark Weinmeister aus dem Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ins Dorfgemeinschaftshaus. Der Honigtag der hessischen Imker beginnt um 10 Uhr und ist öffentlich, Besucher sind also willkommen.

Für den Vorsitzenden Hans-Friedrich Hellbach und seinen Vorstandskollegen Norbert Löw vom ausrichtenden Imkerverein Goldener Grund ist der Honigtag natürlich ein besonderes Ereignis und eine Gelegenheit, für die "Speise der Götter" zu werben. Als Götterspeise wurde Honig im alten Ägypten angesehen, im antiken Griechenland galt Honig als Quelle der Weisheit, Beredsamkeit und Dichtkunst.

Das sieht heute deutlich nüchterner aus. Die Imkerei ist ein Hobby, dessen Nutzen und Wert für die Natur oft unterschätzt wird. Wer im Supermarkt Honig kauft, denkt nicht daran, was Bienen so nebenbei erledigen. Ihre Bestäubung der Blüten sichert die Vielfalt der Pflanzen und sorgt oft für reiche Ernte.

Viele Veränderungen

In diesem Jahr war die Obsternte allerdings schwach. Und die Honig-ernte auch, wie Norbert Löw verdeutlicht. Der Imker aus Niederselters führt genau Buch über Blütezeiten und Ertrag. In diesem Jahr war alles zwei, drei Wochen später. Und teilweise fiel die Blüte auch ganz aus. In Niederselters zum Beispiel war das bei den Akazien der Fall. Und während Löw mit seinen acht Völkern im vergangenen Jahr über 385 Kilogramm Honig erntete, so waren es diesmal nur 250 Kilogramm.

"Ich hatte das Glück, dass es im Juli eine ordentliche Lindenblüte gab. Ohne die wäre der Ertrag so gering gewesen, dass ich die Völker früh hätte füttern müssen", sagt Hellbach. Seit 46 Jahren ist er Imker. Und was für Außenstehende den Eindruck vermittelt, als bliebe in diesem Hobby alles gleich, ist doch eine ständige Veränderung und Anpassung. "Früher waren die Völker kleiner und viel stechlustiger", erinnert sich Hellbach. Heute lasse sich mit den Bienen gut arbeiten und als Imker komme er auch ohne Stichschutz aus.

Auch der Ertrag pro Bienenvolk sei deutlich größer als in früheren Zeiten. Im vergangenen Jahr habe es hessenweit einen Ertrag von 50 Kilogramm pro Volk gegeben. In diesem Jahr ist es allerdings deutlich weniger. 29 Kilogramm sind es noch. Das habe jedoch etwas mit der Blüte und dem schlechten Wetter zu tun.

Gleichwohl bleiben die Veränderungen in der Natur nicht ohne Folgen für die Bienen. Sie leiden, so Löw, unter einer "Mangelernährung". Die Vielfalt auf den Feldern und den Wiesen sei deutlich zurückgegangen. Bestellte Felder, die von blühenden Blumen umsäumt werden, gebe es kaum noch. Deshalb sind sie auch froh darüber, wenn es landwirtschaftliche Flächen gibt, die aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden und auf denen sich ganz unterschiedliche Blumen und Sträucher tummeln.

Und dann gibt es auch noch die Varoa-Milbe, die den Bienen erheblich zusetzt und die von den Imkern erheblichen Einsatz erfordert. Aber das ist ein anderes Thema. jl

Info: Heilkraft

Über die Heilkraft der süßen Medizin wird Professor Matthias Kunth während des Honigtags referieren. Als Arzt und Naturheilexperte mit Praxis in Pfaffenhofen wird sich sein Vortrag mit der Anwendung von Bienenprodukten in der Medizin und im Alltag befassen.

Natürliche Heilwerte von Honig, Propolis, Blütenpollen, Gelee Royal, Bienenwachs und Bienengift werden umfassend dargestellt. Der Honigtag beginnt um 10 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Lindenholzhausen. Der Vortrag ist gleich nach der Begrüßung vorgesehen. Nach der Mittagspause steht die Honigprämierung im Mittelpunkt.

Artikel vom 30. Oktober 2012, 18.58 Uhr (letzte Änderung 31. Oktober 2012, 04.29 Uhr)

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

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