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Gemeinsames Konzert der Domsingknaben und des Lindenholzhäuser Kirchenchors
Von Matthias Böhnke
Von Matthias Böhnke
«Seine» Domsingknaben dirigiert Domkantor Klaus Knubben seit mehr als 22 Jahren, im vergangenen Jahr übernahm er auch die Leitung des Lindenholzhäuser Kirchenchors. Erstmals waren am Palmsonntag beide Chöre gemeinsam zu hören.
Bereits mit der fünfstimmigen Motette «Tristis est anima mea» von Johann Kuhnau, dem Vorgänger Bachs im Amt des Thomaskantors, gelang den Domsingknaben eine makellose Interpretation der komplexen harmonischen Strukturen des Werkes. Bei der Komposition «Unser Leben ist ein Schatten» von Johann Bach bildeten sieben Sänger im hinteren Kirchenraum platziert einen Fernchor, der sich mit guter Deklamation im Wechsel mit dem großen Chor in Szene setzte. Daran knüpfte Johann Michael Bachs «Ich weiß, dass mein Erlöser lebt» an, bei dem der österliche Auferstehungsglaube im Vordergrund steht, und die Soprane den bekannten Choral «Christus, der ist mein Leben» über den anderen Stimmen mühelos und kraftvoll schweben ließen.
Fauré-Requiem
Auch der Kirchenchor St. Jakobus präsentierte sich souverän mit zwei Passionsmotetten von Jacobus Gallus und Friedrich Silcher sowie den Sätzen «Sei stille dem Herrn» und «Wer bis an das Ende beharrt» aus Mendelssohn Bartholdys Oratorium «Elias», begleitet an der Chororgel vom Stimmbildner der Domsingknaben, Wilhelm Gries. Zentrales Werk der Domsingknaben war das darauf folgende Requiem op. 48 von Gabriel Fauré für Chor und Orgel. Die Komposition verzichtet im Gegensatz zur traditionellen Totenmesse auf weite Teile des dramatischen «Dies irae», wird aber um den letzten Halbvers «Pie Jesu» und die Sätze «Libera me» und «In paradisum» ergänzt, die ursprünglich als Teil der Exequien bei der Überführung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof erklingen.
Wunderschön und mit großer Sicherheit und Homogenität gelang den vier Sopranisten Jakob Deckers, Matthias Hannappel, Sebastian Hecker und Lukas Werner Müller der Solopart im «Pie Jesu». Ebenso mit gefühlvoller Registrierung bewältigte Wilhelm Gries den anspruchsvollen Orgelpart des Requiems.
Mit tadelloser Intonation und Ausdrucksstärke wurde auch die Vertonung des 130. Psalms «De profundis» («Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir») von Heinrich Kaminski interpretiert. Kein Wunder, denn die Knaben und jungen Männerstimmen waren vor wenigen Monaten nach langer und intensiver Probenarbeit mit diesem Werk sogar in einem ARD-Fernsehfilm zu hören und zu sehen.
Mächtiger Klangkörper
Zum Schluss bildeten die beiden «Knubben-Chöre» einen mächtigen Klangkörper, der dennoch mit abwechslungsreicher Dynamik den Lobgesang des Simeon, das so genannte «Nunc dimittis» aus der Komplet der Kirche, von Felix Mendelssohn Bartholdy sang. Nach lang anhaltendem Applaus schickten die Domsingknaben ihre zahlreichen Zuhörer mit Dietrich Bonhoeffers bekannten Worten «Von guten Mächten», vertont vom Leiter der Regensburger Domspatzen, nach Hause und beendeten damit ein Passionskonzert, das sich in seiner textlichen und musikalischen Aussage besonders durch Tiefe und Intensität auszeichnete.
