Deutschland. Es ist die kürzeste Nacht des Jahres: Am frühen Sonntagmorgen beginnt in Mitteleuropa wieder die Sommerzeit. Um 2.00 Uhr rücken Funkuhren eine Stunde vor. Andere Uhren müssen per Hand gestellt werden. Die Russen sparen sich die Zeitumstellung künftig. Mit Umfrage ...

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Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei
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Von Sabine Maurer

Besonders vielen macht der Wechsel von Winter- zur Sommerzeit in der Nacht von Samstag auf Sonntag (26./27. März) zu schaffen.

Bild: Besonders vielen macht der Wechsel von Winter- zur Sommerzeit in der Nacht von Samstag auf Sonntag (26./27. März) zu schaffen.

Zweimal im Jahr fängt das große Grübeln an: In welche Richtung wird die Uhr umgestellt? In der Nacht zu diesem Sonntag beginnt wieder die Sommerzeit - die Uhren werden um 2.00 Uhr um eine Stunde auf 3.00 Uhr vorgestellt. Die Nacht ist damit kürzer, abends ist es dann länger hell. Zurückgestellt werden die Uhren wieder am 30. Oktober, wenn die Sommerzeit endet.

Russland schafft die Winterzeit ab

Russland schafft an diesem Wochenende nach 30 Jahren die Zeitumstellung ab. Präsident Dmitri Medwedew verfügte im Februar, dass Russland noch ein einziges Mal die Sommerzeit mitmache, im Herbst dann aber nicht mehr zur Winterzeit zurückkehre. Damit ende der Stress, sagt der Kremlchef.

Funkuhrumstellung ist vorbereitet

«Wir sind vorbereitet für die Zeitumstellung», sagte am Freitag der Sprecher der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, Jens Simon. Der Langwellen-Sender DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt, der die Funkuhren steuert, sei längst programmiert. Seit der Einführung der Sommerzeit vor 31 Jahren sorgt die PTB für eine reibungslose Zeitumstellung. Per «Gesetz über die Zeitbestimmung» wurde die PTB 1978 als gesetzliche Hüterin der Zeit in Deutschland bestimmt und ist damit für die Umstellung der Uhren am letzten Märzwochenende (und letzten Oktoberwochenende) zuständig.

In Braunschweig bei der PTB stehen mehrere hochkomplexe Atomuhren, die eine für Laien unfassbar genaue Zeitmessung garantieren. Pannen hat es nach PTB-Angaben dabei noch nie gegeben. Die Diskussionen über den Sinn der Umstellung kochen aber regelmäßig hoch.

Zur besseren Nutzen der Arbeitskraft

In Deutschland wurde 1916 während des Ersten Weltkrieges erstmals eine Sommerzeit eingeführt. Dadurch sollte die Arbeitskraft der Beschäftigten in der Rüstungsindustrie besser ausgenutzt werden. Unter dem Eindruck der Ölkrise von 1973 galt dann in Deutschland nach Jahrzehnten Pause wieder von 1980 an die Sommerzeit.

Keine Energieersparnis

Energie könne durch die Sommerzeit nicht gespart werden, urteilt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW): «Die Sommerzeit ist keine Energiesparzeit», sagt eine Sprecherin des Verbandes. Die deutsche Energiewirtschaft könne seit Jahren keine messbare Sparwirkung durch das Drehen am Zeiger erkennen.

Nach Angaben des BDEW wird zwar an hellen Sommerabenden weniger Licht eingeschaltet, aber vor allem in den oftmals noch kalten Monaten März, April und Oktober wird morgens früher geheizt. Durch verändertes Freizeitverhalten am hellen Feierabend - zum Beispiel mehr Familienausflüge mit dem Auto - könne sogar mehr Energie verbraucht werden. Der Anteil des Lichts am Stromverbrauch der rund 40 Millionen deutschen Haushalte mache durchschnittlich nur rund acht Prozent aus. Durch den verstärkten Einsatz von Energiesparlampen im Haushalt sinke der ohnehin geringe Lichtspareffekt weiter.

Mini-Jetlag nach der Umstellung

Auch über die gesundheitlichen Auswirkungen der Uhrumstellung wird gestritten. Fast jeder zweite Mensch in Deutschland leidet nach einer Umfrage für die Krankenkasse KKH-Allianz wegen der Zeitumstellung unter Schlafschwierigkeiten. Nach Ansicht des Erfurter Schlafmediziners Bernd Mross werden die gesundheitlichen Beeinträchtungen jedoch überschätzt, denn ein Jetlag nach einem Flug sei mit Sicherheit schwerer zu verkraften.

Mehr überfahrenes Wild

Wer mit dem Zug reist, sollte in der Nacht zum Sonntag den Fahrplan genau studieren. Zu dieser Zeit sind etwa 50 Nachtzüge unterwegs. Weniger reibungslos könnte am Montag nach der Zeitumstellung die Fahrt zur Arbeit laufen: Durch die Umstellung am Wochenende steige die Gefahr von Wildunfällen. Denn dann fallen morgendlicher Berufsverkehr und die Dämmerung zusammen, in der vor allem Rehe auf Futtersuche sind. Autofahrer sollten deshalb besonders an Wald- und Feldrändern aufmerksam sein, rät der Deutsche Jagdschutzverband. (dpa)

Artikel vom 23. März 2011, 07.25 Uhr (letzte Änderung 26. März 2011, 12.05 Uhr)

[Hier] finden Sie die Umfarage der FNP zur Sommerzeit.