Limburg-Lindenholzhausen. Ohne Pompoms und kurze Röcke, dafür mit Turnschuhen und in Sportkleidung trainieren die "Black Pumas" ihre Hebefiguren und Pyramiden. Zweimal in der Woche trifft sich die Cheerleader-Gruppe in der Turnhalle in Lindenholzhausen, um sich gegenseitig zu werfen, zu stemmen – und hoffentlich wieder aufzufangen ...

Cheerleader-Gruppe "Black Pumas" Lindenholzhausen
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Cheerleader-Gruppe "Black Pumas" Lindenholzhausen



Cheerleader-Gruppe in Lindenholzhausen

Ein paar Schrammen und rote Flecken rund um sein linkes Auge bringt Christian Balmert nach eineinhalb Stunden Training mit nach Hause. Der 22-Jährige ist Co-Trainer bei den "Black Pumas" und einer von vier jungen Männern, die bei den Hebefiguren stemmen und absichern. "Es kommt nicht auf die Muskelmasse an", sagt er. "Sondern auf die Technik."

Das heißt in diesem Fall: Ein perfektes Timing von allen Beteiligten, Hebern und Gehobenen. Oder, wie das in der Cheerleader-Sprache heißt – "Bases und Flyers". Zwei Frauen stehen sich gegenüber, die Knie sind gebeugt, ihre Hände gefasst und die Handgelenke überkreuzt. Sie sind die "Bases". Ein Mann steht hinter einem dritten Mädchen, dem "Flyer". Er hebt die junge Frau an, sie stützt sich auf den Schultern der anderen beiden Mädels ab, springt auf die überkreuzten Arme und wird hochgeworfen. In der Luft streckt sie die Beine nach vorne, die anderen fangen sie wieder auf – meistens.

"Wir hatten auch schon mal eine gebrochene Nase", sagt Lisa Maxeiner. Die 22-Jährige trainiert die Cheerleader-Gruppe seit April. "Die Sicherheit geht vor, deshalb üben wir alles erstmal auf dicken Matten", sagt sie. Wenn die Bases dann mal nicht richtig fangen, landen die Flyer wenigstens weich. "Generell kann jeder bei uns mitmachen", sagt die Trainerin. "Wichtig ist vor allem Körperspannung. Die Gelenkigkeit kann man trainieren." Große Muskelberge in den Oberarmen brauchen auch die Bases nicht, "das meiste kommt aus den Beinen. Und da haben wir zum Glück ja eh den stärksten Muskel".

Auch Jungs machen mit

Auch die "Black Pumas" haben als bunt zusammengewürfelte Gruppe angefangen. Einige hatten schon tänzerische oder turnerische Vorkenntnisse, andere waren noch unerfahren. Bei der Kappensitzung in Lindenholzhausen im nächsten Jahr haben sie ihren ersten Auftritt. Die Kostüme in den Farben rot und schwarz entwerfen die "Black Pumas" selbst, auch die Musik stellen sie zusammen. "Unsere Choreographie besteht aus Stunts, Pyramiden, Turn- und Tanz-Elementen", sagt Lisa Maxeiner. Die klassischen Pompoms sind dann auch mit dabei. Und was sagen die Jungs zum Cheerleader-Klischee? "Das ist ein richtiger Teamsport mit Stunts und Sprüngen", sagt Christian Balmert. "Und die Tanzschritte basieren eher auf statischen Figuren, da ist nicht so viel Hüftwackeln dabei."

Im nächsten Jahr werden die "Black Pumas" die Holzheimer Handballer bei ihren Spielen unterstützen, Gespräche mit dem Basketballverein und dem Hockeyclub laufen noch. Irgendwann wollen die Lindenholzhäuser Cheerleader dann auch bei Meisterschaften antreten. "Wir machen das schließlich nicht nur, um gut auszusehen", sagt Trainerin Lisa Maxeiner. Damit die Hebefiguren aber perfekt stehen, wird in einer Trainingseinheit gestemmt, geworfen und geschwitzt. Da geht auch mal ein Fuß daneben – und Christians Brille kaputt. Dafür hat er jetzt ein rot umrandetes Auge.    lu

Artikel vom 28. November 2012, 19.50 Uhr (letzte Änderung 29. November 2012, 04.04 Uhr)

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.