Limburg-Lindenholzhausen. Vom 26. bis 29. Mai feiern die Bürger in Lindenholzhausen das 1250-jährige Bestehen ihres Orts. Aus diesem Anlass rückt auch die alte Pfarrkirche wieder ins Rampenlicht. Sie dient heute als Depot des Diözesanmuseums und für ausrangierte Stücke aus den Kirchen des Bistums ...

1250 Jahre - Wie aus einer Pfarrkirche ein Depot wurde (Auszug aus Gesamtartikel)

Der Besen ist keine Dekoration. Einmal pro Woche gehen Professor Matthias Theodor Kloft oder ein Mitarbeiter in die alte Pfarrkirche von Lindenholzhausen und schauen, ob alles in Ordnung ist - und fegen auch mal. FOTOs: sabine rauchBild: Der Besen ist keine Dekoration. Einmal pro Woche gehen Professor Matthias Theodor Kloft oder ein Mitarbeiter in die alte Pfarrkirche von Lindenholzhausen und schauen, ob alles in Ordnung ist - und fegen auch mal. FOTOs: sabine rauch

VON SABINE RAUCH

Der kleine Franziskus soll in die Limburger Stadtkirche, die Selige Juliana in den Kreuzgang des Bischöflichen Ordinariats und die Madonna des Hadamarer Hauptmeisters kommt ins Hadamarer Stadtmuseum - aber erst einmal muss sie natürlich restauriert werden. Die Orgel wäre Professor Matthias Theodor Kloft auch gerne los, sie nimmt viel Platz weg und ist eher von geringer kultur- oder kirchenhistorischer Bedeutung. "Aber sie ist funktionstüchtig." Und zu schade zum Wegwerfen.

Wie überhaupt alles, was sich im Laufe der Jahre in der ehemaligen Pfarrkirche von Lindenholzhausen angesammelt und die letzten großen Aufräumaktionen überstanden hat, zu schade für den Sperrmüll ist. Und das ist viel: Rund 30 000 Stücke lagern dort - vom Beichtstuhl bis zum Rosenkranz.

Zeitweise eine Rumpelkammer

Seit Lindenholzhausen eine neue Jakobus-Kirche hat, hat die alte als Gotteshaus ausgedient. Ihre Kostbarkeiten - die Barockausstattung und das romanische Kruzifix - haben seit 1979 einen Platz in der neuen Kirche. Aber die alte Kirche blieb, sie ist denkmalgeschützt, und sie stand nicht lange leer. Sie wurde schnell ziemlich voll. "Zeitweise war sie eine Rumpelkammer", sagt Matthias Theodor Kloft, der Diözesankonservator und Direktor des Diözesanmuseums Limburg.

Heute ist wieder Ordnung, inzwischen ist alles inventarisiert. Die Kirche ist das Depot des Diözesanmuseums und ein Ort für all das, was in den Kirchen des Bistums ausrangiert und von Matthias Theodor Kloft für "zu schade für den Flohmarkt" befunden wurde. Und weil das immer mehr wird, denkt der Diözesankonservator inzwischen über den Bau von Hochregalen nach. Stabil genug sei die alte Kirche, und dass das Bistum Geld für ein neues, modernes Depot hat, glaubt er eher nicht ...

Zu teuer, zu klein oder zu wenige Parkplätze?

Bei Wikipedia ist zu lesen, dass die Renovierung der alten Pfarrkirche St. Jakobus notwendig, aber zu kostspielig gewesen wäre, dass man sich deshalb in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts für einen modernen Neubau entschieden habe - nach einem Entwurf des Schweizer Architekten Justus Dahinden.

Es gibt aber noch andere Versionen der Wahrheit. Die eine ist, dass die alte Pfarrkirche mit den mittelalterlichen Wurzeln zu klein geworden war und sich nicht noch einmal erweitern ließ. Die andere ist viel profaner: Es habe in der engen Kirchstraße einfach zu wenig Parkmöglichkeiten gegeben, sagt Professor Matthias Theodor Kloft ....

Alte Pfarrkirche St. Jakobus Lindenholzhausen - FOTOs: robin klöppelBild: Alte Pfarrkirche St. Jakobus Lindenholzhausen - FOTOs: robin klöppel

Alte Pfarrkirche St. Jakobus Lindenholzhausen - FOTOs: robin klöppelBild: Alte Pfarrkirche St. Jakobus Lindenholzhausen - FOTOs: robin klöppel

Alte Pfarrkirche St. Jakobus Lindenholzhausen - FOTOs: robin klöppelBild: Alte Pfarrkirche St. Jakobus Lindenholzhausen - FOTOs: robin klöppel

[Hier] findet man den gesamten Artikel der NNP.

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