Bild: Die Firmengründer Jörg Erbach (links) und Manuel Schneider demonstrieren den Einsatz mobiler Analysegeräte in der Werkstoffprüfung. Foto: Koenig
Junges Unternehmen setzt auf neue Technologien, neue Zentrale und den alten Sportplatz
Teile für eine Bohrinsel vor Angola, dreifüßige Windradsockel für den Offshore-Windpark Borkum II oder die Verlegung einer Gasleitung unter der Lahn bei Laurenburg – Mitarbeiter der Firma IWT sind mit dabei. Auch Kraftwerke und Chemieanlagen gehören zu ihren Arbeitsplätzen. Die Lindenholzhäuser Spezialisten untersuchen Pumpen, Rohrleitungen, Behälter und Armaturen. "Im Prinzip alles, wo Druck und Temperatur drauf sind", erzählten die beiden Gründer und Geschäftsführer Manuel Schneider und Jörg Erbach.
Vor fünf Jahren hatten sie ihr Unternehmen gegründet. "Ohne Referenzen" war der Start schwierig, erinnerte sich Manuel Schneider. "Wir kommen von hier und sind der Region verbunden", begründete er die Standortwahl. Inzwischen habe die Firma aber etwa ein halbes Dutzend Mitarbeiter und rund 100 Kunden in Deutschland und Europa.
Mit den beiden Bereichen Werkstoffprüfung und Industrieinspektionen sei das Unternehmen "besonders gut aufgestellt", erklärte Schneider. Es ließen sich nicht nur Fehler feststellen, sondern gleichzeitig auch die Ursachen erklären. Ultraschallprüfung, Dichtheitsprüfung oder auch Röntgen sind nur einige der bei der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung verwandten Methoden.
Zwei Standbeine
"Wir beladen morgens unseren Messwagen mit den Geräten, die wir brachen und fahren dann zu den Kunden", beschrieb Manuel Schneider einen typischen Arbeitstag. Mit dem Messwagen würden Kunden im Umkreis von etwa 150 Kilometern besucht.
Wesentlich höhere Entfernungen legen Firmenarbeiter dann beim zweiten Standbein der Firma – den Industrieinspektionen – zurück. Dazu zählen Bauteilabnahme und Fertigungsüberwachung. Überprüft werde dabei zum Beispiel, ob Bauteile oder auch ganze Maschinen genau nach den Vorgaben des Kunden gefertigt wurden. "Der Beruf ist abwechslungsreich", erzählte Schweißfachingenieur Frank Thönnißen aus Koblenz. Denn jeder Kunde sei anders, mal sei man nur einen Tag unterwegs, dann wieder wochenlang weg. Thönnißen hatte in Norddeutschland die Inspektion der Bauteile für Borkum II übernommen.
Zu den Kunden von IWT zählen vor allem Firmen, seltener Privatleute. "Wir haben aber auch schon einmal eine Blechtrommel untersucht", sagte Manuel Schneider. Denn der Besitzer wollte das Instrument nachbauen und musste daher wissen, welches Blech verwendet wurde. Denn jedes Material klingt schließlich anders.
Mit dem neuen Firmendomizil setzt das Unternehmen die Umwandlung des ehemaligen Sportgeländes in Lindenholzhausen fort. In der Mensfelder Straße kommen Stadt und Sportverein dem Ziel näher, das Gelände zu vermarkten. koe
Artikel vom 25. September 2012, 03.23 Uhr (letzte Änderung 25. September 2012, 05.05 Uhr)
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.