Limburg-Lindenholzhausen. Lindenholzhausen im Jahr 1955: Sie ist 15 Jahre alt und hilft ihrer Mutter im Familienbetrieb, dem Lebensmittelmarkt im Ort an der Frankfurter Straße ...

Sie sind seit 60 Jahren verheiratet: Angela und Franz-Josef Zeidler aus Lindenholzhausen feiern am morgigen Samstag ihre Diamanthochzeit. FOTO: Stefan DickmannBild: Sie sind seit 60 Jahren verheiratet: Angela und Franz-Josef Zeidler aus Lindenholzhausen feiern am morgigen Samstag ihre Diamanthochzeit. FOTO: Stefan Dickmann

LINDENHOLZHAUSEN - Ehepaar Zeidler feiert Diamanthochzeit

Er ist 17 Jahre alt und neu im Dorf. Mit seiner Familie aus dem Harz ist er über den Umweg Berlin ins beschauliche Lindenholzhausen gezogen, weil sein Vater und sein Bruder in Limburg Arbeit gefunden haben. Im kleinen Spar-Laden sieht er beim Einkaufen seine spätere Ehefrau zum ersten Mal, aber wenn man ihn heute fragt, wo er sie kennen- und lieben gelernt hat, antwortet er spontan: "Beim Singen im Kirchenchor."

60 Jahre später schauen Angela und Franz-Josef Zeidler in ihrem Haus direkt an der Bundesstraße 8 - ihrem Elternhaus, in dem sich noch bis Ende der 1970er Jahre der Lebensmittelladen befand -, zufrieden auf ihr Leben zurück und sind dankbar für ihre Ehe, ihre drei Töchter und ihre acht Enkelkinder. Am morgigen Samstag feiern sie ihre Diamanthochzeit. Von 15 Uhr an sind Gratulanten im großen Garten an der Frankfurter Straße 19 willkommen.

Leidenschaft für Politik und Tennis

Die 81-jährige Angela ist im Dorf nicht nur sehr bekannt durch ihre Arbeit im einstmals einzigen Lebensmittelmarkt, der ein wichtiger sozialer Treffpunkt war, sondern auch durch ihr jahrelanges Engagement im Kirchenchor, im Verschönerungsverein, in der katholischen Frauengemeinschaft und im Turnverein. Auch die regelmäßigen Treffen ihres Jahrgangs im "Gemütlich Eck", dem Elternhaus ihres Vaters, sind ihr bis heute wichtig.

Der 83-jährige Franz-Josef ist im Dorf sehr bekannt, weil er bis zum Mai 2011 insgesamt 22 Jahre lang Ortsvorsteher war, nachdem er zuvor auch als Stadtverordneter aktiv war. 1968 in die CDU eingetreten, engagiert sich Zeidler seit 1977 für den Arbeitnehmerflügel seiner Partei, die CDA. Das liegt nahe, denn Zeidler ist ein überzeugter Eisenbahner. Bei der Deutschen Bahn hat er seine Ausbildung gemacht und bis zu seiner Pensionierung 1997 viele Jahre selbst ausgebildet.

Natürlich ist auch er Mitglied in zahlreichen Vereinen, darunter sowohl bei der "Harmonie" als auch der "Cäcilia" (in die er allerdings erst später eingetreten ist). Aber besondere Bedeutung hat für ihn die Mitgliedschaft im Eisenbahner-Sportverein Blau-Weiß, in dem er noch immer aktiv Tennis spielt. "Meine Stärke ist die Rückhand. Bei meinem Aufschlag kriege ich den Arm nicht mehr so hoch", sagt er und lacht. Franz-Josef Zeidler hat den Schalk im Nacken sitzen und ist nie um einen lustigen Spruch verlegen.

Und während er im Beisein seiner ältesten Tochter Gabriele im Wohnzimmer erzählt, hört man den lauten Verkehr auf der B 8. "Wir warten sehnsüchtig auf die Umgehung", sagt er. "Bei offenem Fenster kann man sich hier kaum noch unterhalten." Und seine Tochter, Jahrgang 1963, sagt: "Früher war das noch nicht so. Ich weiß noch, wie ich als Kind, da war ich sieben oder acht Jahre alt, zusammen mit einer Freundin eine Kuh zum Metzger gebracht habe. Da sind wir die Frankfurter Straße entlanggegangen."

Aber so laut es im Wohnzimmer mit geöffneten Fenstern auch ist, so ruhig geht es im Garten der Zeidlers mit viel Rasen und zahlreichen Obstbäume zu. Für das gemeinsame Foto setzen sich Angela und Franz-Josef Zeidler unter einen Pflaumenbaum, aber sie können in ihrem Garten auch Kirschen und Äpfel ernten.

Viele Urlaube in Oberbayern

Als sie früher, als ihre drei Töchter noch Kinder waren, in Urlaub fuhren, da lautete lange Zeit ihr Sommerreiseziel Inzell in Oberbayern; ein Eisenbahnerkollege von Zeidler hatte ihnen das vermittelt, weil dessen Bruder dort eine Pension führte. Der Luftkurort war zumindest so lange die Sommerreise Wert, bis die Töchter im Teenageralter protestierten, weil sie mal was anderes sehen wollten, und die Zeidlers ins Flugzeug stiegen, um nach Italien oder Spanien zu reisen.

Auf die Frage, wie das denn so ist als einziger Mann im Haus, antwortet Zeidler: "Ich war immer der Unterdrückte." Und dabei lächelt er so verschmitzt, dass jeder weiß, dass er nur ein kleines bisschen geflunkert hat. Stefan Dickmann

Ergänzung Webteam:

Wir gratulieren dem Jubelpaar herzlich zur diamantenen Hochzeit und wünschen ihm noch viele gemeinsame Jahre verbunden mit einem herzlichen Dank für das griße Engagement für unseren Ort Lindenholzhausen.

Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.