Limburg-Lindenholzhausen. Lindenholzhausen ist mit seinen rund 3300 Einwohnern der größte Stadtteil Limburgs. Im kommenden Jahr können die Bürger ein besonderes Jubiläum feiern ...

Diese Postkarte zeigt das alte Rathaus an der Wendelinusstraße in Lindenholzhausen. 1802 zunächst als neues zweistöckiges Schulhaus errichtet, wurde dort 1871 die Bürgermeisterei hin verlegt und diente bis 1965 als Rathaus. 1924/25 wurde ein dritter Stock aufgesetzt für Wohnungen. 1970 wurde das Gebäude abgerissen. Hier entstand ein Platz mit Brunnen.FOTOS: PRIVAT- ARCHIV LOTHAR STEIN/PRIVATBild: Diese Postkarte zeigt das alte Rathaus an der Wendelinusstraße in Lindenholzhausen. 1802 zunächst als neues zweistöckiges Schulhaus errichtet, wurde dort 1871 die Bürgermeisterei hin verlegt und diente bis 1965 als Rathaus. 1924/25 wurde ein dritter Stock aufgesetzt für Wohnungen. 1970 wurde das Gebäude abgerissen. Hier entstand ein Platz mit Brunnen.FOTOS: PRIVAT- ARCHIV LOTHAR STEIN/PRIVAT

LINDENHOLZHAUSEN - 1250-Jahr-Feier nächstes Jahr

Sie würdigen das 1250-jährige Bestehen ihres Ortes. Das zentrale Festwochenende mit zahlreichen Veranstaltungen findet zwischen Donnerstag, 26. Mai, und Sonntag, 29. Mai, statt. Dann wird auch viel und sehr gut gesungen, denn aufgrund der vielen Chöre und Gesangsgruppen wird "Hollesse" auch als "Sängerdorf" bezeichnet.

Auf dieser Seite sind einige historische Aufnahmen aus dem vergangenen Jahrhundert zu sehen, die uns Michael Jung vom für das Jubiläum zuständige Organisationsteam zur Verfügung gestellt hat; sie stammen zum großen Teil aus dem Privatarchiv des Lindenholzhäuser Fotografen Lothar Stein. Sie zeigen unter anderem die Eröffnung des "Anhaltepunkts" der Reichsbahn in Lindenholzhausen im Sommer 1919, aber auch das noch bis 1965 genutzte und 1970 abgerissene alte Rathaus. Seit 1972 gehört Lindenholzhausen zu Limburg.

Intensiv mit der Ortsgeschichte beschäftigt hat sich Josef Jung. Als Lindenholzhausen erstmals urkundlich erwähnt wird, heißt es "Holtzhuse", gehört zum Niederlahngau und später zur Grafschaft Diez. Nach dessen Teilung 1564 befindet sich Lindenholzhausen im Kurfürstentum Trier, im 19. Jahrhundert für kurze Zeit im Fürstentum Nassau-Weilburg und schließlich im Herzogtum Nassau. 1866 wechselt Lindenholzhausen zu Preußen und nach dem Zweiten Weltkrieg liegt es im Land Hessen.

Im Jahr 1532 gab es rund 300 Einwohner

Dorfchronist Jung hat sich auch die Entwicklung der Einwohnerzahlen von Lindenholzhausen genau angeschaut, und zwar seit dem Jahr 1532, als etwas mehr als 300 Menschen in Lindenholzhausen lebten und damit weniger als ein Zehntel der heutigen Bevölkerung. Es dauerte immerhin mehr als 250 Jahre, bis sich diese Einwohnerzahl verdoppelt hatte. 1895 lebten gut 1300 Menschen in Lindenholzhausen, nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren es bereits knapp 2300 Einwohner und im Jahr 1995 mit fast 3100 Einwohnern nicht wesentlich weniger als heute.

Wer über Lindenholzhausen redet, der muss auch über den Sauerborn oder "Lubentiusbrunnen" sprechen, der erstmals im Jahr 1380 erwähnt wird und den "jeder Lindenholzhäuser kennt", wie auf der Lindenholzhäuser Homepage (www.lindenholzhausen.de) vermerkt ist. Denn ihm verdanken die "Hollesser" auch ihren anderen Spitznamen: "Kruggelsche" oder "Kruggeltje". Dieser kommt von den Steingutkrügen aus dem Kannenbäckerland, mit dem die Lindenholzhäuser das Wasser aus dem Sauerborn nach Hause transportierten.

Wie in der Chronik zum berühmten Brunnen weiter vermerkt ist, soll er bereits seit 1630 als "Heilquelle gegen Nieren- und Blasensteine, Leberkrankheiten, Gallensteine, Magen- und Darmkatarrh, Gicht, Hamgries, Verstopfung und Fettsucht" geschätzt gewesen sein. dick

Der kleine Bahnhof in Lindenholzhausen, im Sommer 1919 als "Anhaltepunkt" eingeweiht.Bild: Der kleine Bahnhof in Lindenholzhausen, im Sommer 1919 als "Anhaltepunkt" eingeweiht.

Diese Damen stehen vor dem 1802/03 errichteten und 1905 der Pfarrgemeinde gestifteten St. Josefshaus. Die Dernbacher Schwestern zogen dort 1910 ein. Kurz darauf wurde die Scheune abgerissen; es entstand ein Neubau, der als Kindergarten und als Nähschule diente. 1963 zogen die Schwestern aus, 1977 ging das Anwesen in privaten Besitz über.Bild: Diese Damen stehen vor dem 1802/03 errichteten und 1905 der Pfarrgemeinde gestifteten St. Josefshaus. Die Dernbacher Schwestern zogen dort 1910 ein. Kurz darauf wurde die Scheune abgerissen; es entstand ein Neubau, der als Kindergarten und als Nähschule diente. 1963 zogen die Schwestern aus, 1977 ging das Anwesen in privaten Besitz über.

Die alte, 1871 eingeweihte Schule. Trotz einer weiteren Vergrößerung 1954 konnte das Gebäude bald nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Schule genügen.1962 beschloss die Gemeindevertretung, eine neue Schule - die Lindenschule - zu bauen. Das alte Schulgebäude wurde nach dem Umzug 1966 weitergenutzt und 1980 abgerissen.Bild: Die alte, 1871 eingeweihte Schule. Trotz einer weiteren Vergrößerung 1954 konnte das Gebäude bald nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Schule genügen.1962 beschloss die Gemeindevertretung, eine neue Schule - die Lindenschule - zu bauen. Das alte Schulgebäude wurde nach dem Umzug 1966 weitergenutzt und 1980 abgerissen.

Die alte Pfarrkirche St. Jakobus wird schon seit 1979 nicht mehr als Kirche genutzt. Die barocken Altäre und die Kanzel wurden der neuen Pfarrkirche am Wingert übertragen. Seitdem ist die alte Kirche ein Magazin für sakrale Gegenstände des Bistums Limburg. Die Glocken im Turm läuten allerdings weiterhin zum Gottesdienst.Bild: Die alte Pfarrkirche St. Jakobus wird schon seit 1979 nicht mehr als Kirche genutzt. Die barocken Altäre und die Kanzel wurden der neuen Pfarrkirche am Wingert übertragen. Seitdem ist die alte Kirche ein Magazin für sakrale Gegenstände des Bistums Limburg. Die Glocken im Turm läuten allerdings weiterhin zum Gottesdienst.

Die Wendelinuskapelle in Lindenholzhausen, im Jahr 1683 mitten im Dreißigjährigen Krieg an der wichtigen Handelsstraße Frankfurt-Köln errichtet. Sie lag damals außerhalb des Dorfes, wurde dem heiligen Wendelin geweiht, dem Schutzpatron der Bauern und Hirten, und sollte an dieser Stelle die Bewohner des Dorfes und das Vieh vor Seuchen und anderen Gefahren schützen.Bild: Die Wendelinuskapelle in Lindenholzhausen, im Jahr 1683 mitten im Dreißigjährigen Krieg an der wichtigen Handelsstraße Frankfurt-Köln errichtet. Sie lag damals außerhalb des Dorfes, wurde dem heiligen Wendelin geweiht, dem Schutzpatron der Bauern und Hirten, und sollte an dieser Stelle die Bewohner des Dorfes und das Vieh vor Seuchen und anderen Gefahren schützen.

Ein Blick in die Lindenmühle in Lindenholzhausen, die dort 1326 erstmals als Mühle urkundlich erwähnt wird. Vom Jahr 2009 an wurde die Lindenmühle wieder in Stand gebracht und restauriert.Bild: Ein Blick in die Lindenmühle in Lindenholzhausen, die dort 1326 erstmals als Mühle urkundlich erwähnt wird. Vom Jahr 2009 an wurde die Lindenmühle wieder in Stand gebracht und restauriert.

Die frühere Gaststätte in der Lindenholzhäuser Kreuzgasse.Bild: Die frühere Gaststätte in der Lindenholzhäuser Kreuzgasse.

Das Haus Simonis, 1864 vom Gastwirt Paulinus Simonis als Wohnhaus mit Gaststätte errichtet. 1906 wurde in diesem Lokal "Zur Goldenen Krone" der Männergesangverein "Harmonie" gegründet. Von 1906 bis 1979 fanden hier die Chorproben statt.Bild: Das Haus Simonis, 1864 vom Gastwirt Paulinus Simonis als Wohnhaus mit Gaststätte errichtet. 1906 wurde in diesem Lokal "Zur Goldenen Krone" der Männergesangverein "Harmonie" gegründet. Von 1906 bis 1979 fanden hier die Chorproben statt.

Der Limburger Bischof Dr. Antonius Hilfrich (1873-1947) stammt aus Lindenholzhausen.Bild: Der Limburger Bischof Dr. Antonius Hilfrich (1873-1947) stammt aus Lindenholzhausen.

Der Blick in die alte Pfarrkirche, die seit 1979 nicht mehr als Kirchenraum genutzt wird.Bild: Der Blick in die alte Pfarrkirche, die seit 1979 nicht mehr als Kirchenraum genutzt wird.

Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.