Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Zwei Tage lang konnten Jäger und andere Interessierte die Trophäen von Hirsch, Muffel, Keiler und Rehbock besichtigen. In der Beurteilung der ausgestellten Trophäen liest der Experte wie in einem Buch. Starke und gesunde Tiere zeichnen sich durch ein prächtiges Geweih, starkes Gehörn oder Keilerwaffen aus.
Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD) berichtete den Jägern, dass im Landkreis 500 blaue Reflektoren an Wildunfall-Schwerpunkten installiert werden sollen. Die halbrunden Reflektoren werden in Abstimmung mit der Straßenbaubehörde an den Leitpfosten befestigt. In Gebieten mit blauen Reflektoren soll die Zahl der Unfälle messbar zurückgegangen sein. 245 Rehe fielen 2011 dem Straßenverkehr zum Opfer. Unfallschwerpunkte beim Rehwild waren Dauborn mit 19 Rehen und Elz mit 14 Rehen.
Die Jagdstatistik erläuterte der Kreisjagdberater für den Altkreis Limburg, Hilmar von Schenck. Bei einem Rotwild-Gesamtabschuss-Soll von 106 Stück kamen 104 Stück zur Strecke. Der stärkste Hirsch wurde im Revier "Hof zu Hausen" erlegt. Das Gros der Strecke mit 29 Stück wurde in Würges, im Versuchsrevier der Deutschen Jagdzeitung, erlegt. Elf Stück Muffelwild kamen in den Revieren Bad Camberg II und Dombach zur Strecke. Zwei Widder wurden verendet gefunden.
Die Schwarzwildstrecke des vergangenen Jagdjahrs liegt mit 614 Stücken rund 35 Prozent unter der Vorjahresstrecke mit 983 Stück. Schon von Dezember an seien in den Revieren fast überall Frischlinge gesichtet worden. Witterungsbedingte Todesfälle dürften daher die Ausnahme gewesen sein. Das bedeute für die Jäger, in der neuen Saison stark einzugreifen, um die Gefahr eines Ausbruchs der Schweinepest zu minimieren. Auch könnten dadurch die Schäden in den Feldern reduziert werden. Der gemeldete Wildschaden ist mit 40 495 Euro höher ausgefallen als im vergangen Jahr (37 160 Euro).
Der Gesamtabschuss beim Rehwild betrug 1098 Stück. Die Fuchsstrecke lag bei 814 Stück; im Jahr zuvor waren es 1092 Füchse. Der Fuchs soll weiterhin kurzgehalten werden, um ein erneutes Aufflammen der Tollwut zu verhindern. Niederwildarten wie Hase, Rebhuhn und Fasan seien nur schonend oder gar nicht bejagt worden.
Der silberne Bruch für den stärksten Hirsch ging an Willi Spitz (Eigenjagdbezirk Hof zu Hausen), der silberne Bruch für den stärksten Keiler ging an Udo Dietz (Staatswald Laubus). Den silbernen Bruch für den stärksten Rehbock erhielt Gerd Schneider (Dorndorf). Richard Rompel (Revier Bad Camberg II) erhielt den silbernen Bruch für den stärksten Muffel.
Hegemedaillen für Lebensraumgestaltung gingen an die Hegegemeinschaft I, Westerwald Nord, Revier Dorndorf, Gerd Schneider (Hegemedaille Gold), die Hegegemeinschaft II, Westerwald Süd, Domäne Urseltal, Rüdiger Schönig (Hegemedaille Bronze), die Hegegemeinschaft IV, Limburg-Süd, Jesus-Bruderschaft Gnadenthal (Hegemedaille Bronze) sowie an die Hegemeinschaft V, Taunus, Eigenjagdbezirk Hof zu Hausen, Stefan Füll (Hegemedaille Silber).st (st)
Artikel vom 15. April 2012, 19.11 Uhr (letzte Änderung 16. April 2012, 04.06 Uhr)