Ahlbach, Staffel und Linter lehnen Etat ab
Die Ortsbeiräte von Ahlbach, Staffel und Linter lehnen den Haushalt der Stadt Limburg für 2013 ab. Aus Lindenholzhausen kommt zwar eine Zustimmung. "Aber wir haben uns sehr schwer damit getan", sagte Ortsvorsteherin Barbara Bäcker (CDU) in der Haupt- und Finanzausschusssitzung der Stadtverordneten.
Grund für die Bedenken ist der Zustand zweier Fußwege in Lindenholzhausen. Der Weg zwischen der Antoniusstraße und der Straße "An den Krautgärten" bräuchte nach Ansicht des Ortsbeirats dringend drei Straßenlaternen, und auf dem Weg zwischen Albanus- und Fallbornstraße fehlten 50 Meter Asphalt, sagte Bäcker.
Auch in Linter kommt der Wunsch nach einer besseren Straßenbeleuchtung. Dort sind der Erlenweg und der Radweg zwischen dem Straßenkreisel und dem Ortseingang zu dunkel.
Bürgermeister Martin Richard (CDU) zeigte für diese Ansprüche wenig Verständnis. "Wenn man drei Millionen Euro Fehlbetrag im Haushalt hat, dann sind das ja schöne Wunschvorstellungen, aber wie sollen wir das finanzieren?", fragte er. Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) räumte ein, dass die Anträge aus Linter nachvollziehbar seien und nun auch von der Stadtverwaltung geprüft würden. Allerdings stünden im Haushalt 61 000 Euro für neue Straßenlampen zur Verfügung. Die Stadt wolle versuchen, mit dieser Summe auszukommen. Bei den Wegen in Lindenholzhausen handele es sich allerdings um Routen, zu denen es gut ausgebaute Alternativen gebe.
Für den Ortsbeirat von Staffel bemängelte Jens Fluck (SPD), dass sowohl ein Anbau des Bürgerhauses mit einer festen Bühne als auch eine fest installierte Tempomessanlage nicht im Haushalt vorgesehen sind. Der Bühnenanbau sei wichtig, um Konflikte mit dem Tischtennisclub als Hauptnutzer des Hauses und anderen Vereinen und Gruppen zu vermeiden. "Wollen wir dem Steuerzahler 200 000 Euro zumuten, nur weil sich die Staffeler Vereine an vielleicht drei Tagen im Jahr nicht koordinieren können?", fragte der Bürgermeister.
"Luxusproblem"
Das bewertete Werner Laux (FWG) ähnlich: "Anderswo macht man sich Gedanken, ob man Hallen und Bürgerhäuser schließen muss, und in Staffel sollen wir den umbauten Raum erweitern." Er regte das Ausweichen in die Turnhalle der Marienschule an. "Staffel hat zahlreiche andere Räume. Da muss doch eine Absprache machbar sein", sagte Cornelius Dehm (Grüne).
Grund für die Ahlbacher Ablehnung ist der aus Sicht des Ortsbeirats zu schleppende Fortgang bei der Umwandlung des jetzigen Sportplatzes in neue Baugrundstücke. "Wir hätten uns als Einstieg gewünscht, auf dem breiten Grünlandstreifen hinter dem Sportplatz schon einmal in sechs oder sieben Bauplätze auszuweisen", sagte Ortsvorsteher Josef Krämer (CDU). Zudem sei kein einziger Euro für die dringend nötige Sanierung des Gemeinschaftshauses vorgesehen. Bürgermeister Richard verwies darauf, dass die Baugebiets-Ausweisung im Zusammenhang mit der Verlegung des Sportplatzes stehe. Allein dafür habe die Stadt in den vergangenen Jahren 770 000 Euro zum Landankauf ausgegeben. Bevor es an das Baugebiet gehe, müsse erst einmal der neue Sportplatz geregelt sein. "Oder sollen die Leute jetzt fünf Meter hinters Fußballtor bauen?", fragte Richard. (vt)
Artikel vom 10. Dezember 2012, 03.23 Uhr (letzte Änderung 10. Dezember 2012, 05.05 Uhr)
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.