Bild: Mit Handschlag gratulierten die hessische Honigkönigin Sarah I. und Ministerialrat Dr. Erhard Heinz vom hessischen Umweltministerium (Mitte) den Imkern für die Auszeichnung. Foto: Koenig
Beim Honigtag in Lindenholzhausen wurden die besten Produkte ausgezeichnet
Die Farbe eines Honigs hängt von der verarbeiteten Hauptblüte ab, erzählt Hobby-Imker Norbert Löw aus Niederselters. Der Imker sagt dazu "Haupttracht". Denn bei nichtsortenreinen Honigen sammeln Bienen Nektar und Honigtau von mehreren "Trachtpflanzen".
Vier bis fünf verschiedene Honige erntet der gebürtige Lindenholzhäuser so im Laufe eines Jahres. Den Anfang macht im Mai der Blütenhonig aus einer Blüten- oder Löwenzahntracht. Ende des Monats folgt schon der Rapshonig. Als Nächstes würden die Bienen dann unter anderem Blüten von Robinien und Akazien anfliegen, erklärt der Experte. "Das gibt dann einen sehr süßen und sehr hellen Honig." Mit den Himbeeren und Brombeeren folge schließlich noch der einzig dunkle Honig aus der Region.
Spende für Lädchen
Im Rahmen des 4. Hessischen Honigtags wurden aus der näheren Umgebung Honige der Imker Henning Wetekam (Runkel), Rubert Bube (Mittenaar) sowie Erich und Dora Henrich (Mittenaar) ausgezeichnet.
Für eine musikalische Pause sorgte bei den Ehrungen der Auftritt des kleinen Chors der "Cäcilia" Lindenholzhausen unter der Leitung von Ulrich Rompel. Wie zwei weitere Chormitglieder ist der Dirigent selbst ein aktiver Bienenzüchter.
Rund 250 Gläser, darunter zahlreiche prämierte Honige, übergab der Verband anschließend Vertretern des Limburger Vereins "Unser Lädchen" als Spende. "Das sind echte Raritäten", lobte Löw die Qualität der gespendeten Honige.
"Honig ist gesund und ein natürliches Süßungsmittel", pries die amtierende hessische Honigkönigin Sarah I. die Vorzüge des Naturprodukts. Für Frauen sei Honig auch aus anderen Gründen interessant: Gerade Naturkosmetik sei sehr populär. Eher eine Bastelarbeit für den Winter seien dagegen Wachskerzen, betonten die Imker.
Um auch in der Region wieder mehr Menschen für die Imkerei zu begeistern, werde der Verband im nächsten Jahr Einführungskurse in Bad Camberg veranstalten, sagte Tobias Stever. Dort könnten Interessierte dann mithilfe eines "Imkervaters" die Grundlagen erlernen, ergänzte Norbert Löw.
Zu viel Wasser vermeiden
Im Ortsverein Goldener Grund, der auch Lindenholzhausen umfasst, sind derzeit rund 25 Imker aktiv. Es gebe aber Orte in Hessen, wo sich die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren verdoppelt habe, betonte Honig-Obmann Tobias Stever vom Landesverband. Eine immer wieder wichtiger werdende Gruppe seien dabei Frauen.
Honig besteht vor allem aus Frucht- und Traubenzucker, dem die Bienen bei der Verarbeitung körpereigene Enzyme hinzufügten, erklärt Imker Norbert Löw. Wichtig sei es, dass der Wassergehalt stimme. Bei zu viel Wasser fange der Honig an zu gären. Mit ihren Flügeln würden Bienen daher die Waben anfächeln, um so das Wasser rauszubekommen.
Bienenvölker faszinieren ihn jeden Tag erneut, umreißt Norbert Löw den Reiz der Bienenzucht. Man wisse nie im Voraus, wie sich ein Volk entwickelt. Ständig müsste man sein eigenes Verhalten anpassen, um die Völker zu lenken.
Wenn ein Bienenvolk zu stark werde, bilde es Schwärme. Um das zu verhindern, züchte der Imker rechtzeitig ein zweites Volk, indem er die alte Königin entferne, erklärt Löw. Die Arbeiterinnen würden dann eine neue Königin heranziehen. koe
Artikel vom 06. November 2012, 19.20 Uhr (letzte Änderung 07. November 2012, 04.13 Uhr)
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.