Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
An der Einfahrt zum alten Sportplatz an der Mensfelder Straße in Lindenholzhausen steht eine 50 Jahre alte Linde. Noch. Ihre Tage sind vermutlich gezählt, denn bei der Umsetzung eines neuen Bebauungsplans wird sie wohl bald der Motorsäge zum Opfer fallen. Dies jedenfalls befürchten die Mitglieder der Limburger Stadtverordnetenfraktion der Grünen.
"Dieser Baum ist in größter Gefahr", sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Leo Vanecek seinen Fraktionskollegen, die sich unter der Linde versammelt hatten. "Aus Protest haben wir unsere Fraktionssitzung heute hierher an die Linde verlegt", sagte Vanecek. Denn es gebe das "grundsätzliche Problem", dass die Stadt nicht mit dem Baum, sondern gegen den Baum plane. Anstatt vorher zu klären, ob es vor Ort vielleicht schützenswerte Baumbestände gebe, falle dies oft erst nach Abschluss der Planungen auf. Deshalb werde sich die Fraktion auch für die Schaffung eines Baumkatasters einsetzen, kündigte Vanecek an. So könnten sich Planer künftig schon zu Beginn eines Verfahrens über den vorhandenen Baumbestand informieren und diesen in ihren Planungen berücksichtigen. Schließlich würden Bäume, wie die gefährdete Linde an der Mensfelder Straße, auch wichtige ökologische Funktionen erfüllen.
"Die 50 Jahre alte und 25 bis 30 Meter hohe Linde produziert im Jahr rund drei Tonnen Sauerstoff und nimmt etwa 4,9 Tonnen Kohlendioxid auf", sagte Vanecek. Außerdem verdunste sie in diesem Zeitraum etwa 20 000 Liter Wasser und kühle somit ihre Umgebung. "Der Baum ist etwas Natürliches und bietet zudem Schutz vor der Sonne", sagte Anwohner Andreas Zeidler. Das herabfallende Laub im Herbst räume er daher gerne weg, denn das gehöre schließlich dazu.
Und der Wall?
Neben der Linde solle zusätzlich wohl auch der das Gelände im Süden abgrenzende Wall mit seinen Eschen und Ahorn-Bäumen den Bauarbeiten weichen. "Sportplätze wurden traditionell mit solchen Wällen angelegt", sagte Vanecek. Denn sie dienten als Windschutz und bildeten zudem eine Barriere für hochfliegende Bälle.
Heute diene der Wall zudem als Staub- und Lärmfilter. Was nützlich sei, da schließlich die Autobahn und ICE-Trasse in der Nachbarschaft lägen. "Zudem kann ich mir vorstellen, dass die Bewohner des auf dem Gelände geplanten Alten- und Pflegeheims lieber auf etwas Grünes blicken möchten." Aber es gebe offenbar bereits einschlägige Zusagen an den Investor, denn im Bebauungsplan komme der Wall nur noch als gestrichelte Linie vor.
Der Bebauungsplan könne im Rathaus von Bürgern eingesehen werden, sagte Vanecek. Auch mögliche Einwendungen würden dort zur Kenntnis genommen. Letztlich komme es jedoch zu einer Abwägung der verschiedenen Fakten, die vermutlich dazu führe, dass die Linde einer neuen Einfahrt weichen müsse. koe
Artikel vom 18. August 2011, 19.40 Uhr (letzte Änderung 19. August 2011, 05.23 Uhr)
Die Versammlung wählte jeweils einstimmig mit einer Enthaltung Barbara Bäcker (CDU) zur neuen Ortsvorsteherin und Kurt Weyhrauch (SPD) zu ihrem Stellvertreter.