Hinweis: Verwendung der Artikel der Nasauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Bürger in Lindenholzhausen haben Angst vor Strahlung
Der Anrufer ist ganz aufgeregt und berichtet davon, dass es auf dem ehemaligen Hotel Straube in Lindenholzhausen eine neue Mobilfunksendeanlage gibt. «Das kann doch nicht sein», sagt der Anrufer und verweist auf die nach seiner Einschätzung von der Anlage ausgehenden Gefahren. Die Menschen, die in direkter Nachbarschaft wohnen, wollen sich gegen die neue Anlage des Mobilfunkbetreibers O2 wehren. Bei einer Informationsveranstaltung soll auf die möglichen Gefahren, die von der Anlage ausgehen, hingewiesen werden.
In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung legte der Magistrat den sechsten Mobilfunkbericht für die Stadt vor. In dem Papier wird die Anlage in Lindenholzhausen noch als «in Planung» aufgeführt. Wenige Tage später steht sie auf dem Dach des ehemaligen Hotels. Natürlich hat der Mobilfunkbetreiber sämtliche Vorschriften und Auflagen eingehalten, das bekam Ortsvorsteher Franz-Josef Zeidler (CDU) von der Stadtverwaltung zur Auskunft. Die Arbeiten zum Aufstellen des Mastes waren noch nicht beendet, da gingen bei Zeidler schon die ersten Anfragen und Hinweise von Bürgern ein. Doch Zeidler wusste auch nichts von dem Termin. Allerdings sei eine genaue Terminierung durch das Mobilfunkunternehmen auch nicht notwendig, erfuhr Zeidler. Das Aufstellen der Anlage müsse nur angezeigt werden, eine Baugenehmigung sei nicht notwendig, da die Sendeanlage unter einer Höhe von zehn Metern bleibt.
Die entsprechende Genehmigung für den Sendebetrieb von der Bundesnetzagentur liegt natürlich vor. Nach dem Mobilfunkbericht ist in Dietkirchen noch eine weitere Sendeanlage geplant. Insgesamt gibt es nach der Aufstellung der Stadt insgesamt 31 Anlagen in Limburg und den Stadtteilen. Die meisten Anlagen gibt es in der Kernstadt mit 16, Spitzenreiter bei den Stadtteilen ist Offheim mit fünf Anlagen. Das erste Mobilfunk-Kataster wurde im Jahr 2002 erstellt. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Stadt insgesamt 21 Standorte, im Jahr 2004 waren es dann 28 Standorte.
Der neue Standort auf dem ehemaligen Hotel dient der lokalen Versorgung, sagte O2-Sprecher Harald Rudolph. Der Magistrat hat von der Stadtverordnetenversammlung den Auftrag, mit den Mobilfunkbetreibern zu verhandeln, dass die Sendeanlagen nicht in Wohngebieten, in der Nähe von Kindergärten und Schulen aufgestellt werden. jl