Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Führungskraft im Rentamt hat gekündigt
Manche Kirchgänger mögen am Sonntag in der Lindenholzhausener St.-Jakobus-Kirche ihre Kollekte mit einem mulmigen Gefühl geleistet haben. Ob der langjährige Kirchenrechner in der Vergangenheit auch einen Teil dieses Geldes in die eigene Tasche gesteckt hat?
Fest steht, dass sich der inhaftierte Ex-Rentamtsleiter Werner Jung-Diefenbach bis zum Jahr 2002 regelmäßig vom Konto der eigenen Pfarrei «bedient» hat. Diese am Samstag veröffentlichte Nachricht hat viele Bürger noch mehr entsetzt als der bislang bekannte Betrug im Bistum. Die neue Entwicklung im Finanzskandal war am Wochenende das Gesprächsthema Nummer eins – und nicht nur im Dorf. Der Artikel war ebenso wie die vorherigen zu diesem Thema der meistgelesene und meistkommentierte auf der NNP-Homepage.
Kein Wunder, dass in dieser Sache auch die Gerüchte ins Kraut schießen. Eine Behauptung machte wie ein Lauffeuer die Runde: inzwischen sei auch die «rechte Hand» und Vertraute von Jung-Diefenbach im Rentamt fristlos entlassen worden. «Das ist definitiv falsch», sagte Finanzdirektor Hans-Peter Althausen gestern auf Anfrage der NNP. Die Chefin der Buchhaltung habe zum 30. November gekündigt. Die Frau hatte unmittelbar nach Bekanntwerden des Finanzskandals freiwillig ihren Posten geräumt. Sie war eine von drei Referatsleitern in der Außenstelle des Bischöflichen Ordinariats und gehörte zur zweiten Führungsebene.
Für die Vermutung, sie könnte eine Mitwisserin oder gar Beteiligte gewesen sein, gibt es derzeit keine Anhaltspunkte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedenfalls nicht gegen die Buchhalterin. «Wir prüfen natürlich intensiv, ob es über den Familienkreis hinaus weitere Begünstigte gibt», hieß es gestern in der Staatsanwaltschaft. Auf den Konten haben die Strafverfolger demnach bislang noch nichts gefunden. Sie glauben allerdings nach wie vor, dass ein Teil der veruntreuten Summe – mindestens 3,8 Millionen Euro – noch nicht ausgegeben worden ist.
Bis jetzt sind noch nicht alle Konten untersucht worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, die Ermittlungen noch in diesem Jahr abzuschließen und Anklage zu erheben. Die bis zum Jahr 2002 registrierten Unterschlagungen in der Kirchengemeinde Lindenholzhausen spielen strafrechtlich zwar keine Rolle (weil sie nach fünf Jahren verjährt sind), können aber für die Strafzumessung bei der Gewichtung der Schuld herangezogen werden. hei
[Hier] finden Sie den Original Artikel auf der NNP Seite mit zahlreichen Kommentaren unter dem Artikel.
[Hier] im Webauftritt von Lindenholzhausen.de finden Sie unseren Artikel "Die Diskussionen zur Unterschlagung gehen weiter" mit der Historie und entsprechenden Links.