Limburg. Bischof beklagt Schaden und Vertrauensverlust. Neue Strukturen haben Personalabbau zur Folge ...Hinweis: Verwendung der Artikel von www.limburg-limburg.de mit freundlicher Genehmigung der LahnPost.
Text: Fluck
... Das nach seinen Worten abgründige Verhalten und schwere Verbrechen des früheren Rentamtsleiters Werner Jung-Diefenbach habe dem Bistum Limburg nicht nur großen finanziellen Schaden zugefügt. Es hat auch viele Mitglieder der Kirche erzürnt und zu einem erheblichen Vertrauensverlust des Bistums in der Öffentlichkeit geführt. Das hat der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst am Freitag erklärt.
Bild: Bei der Pressekonferenz, von links: Finanzdirektor Hans-Peter Althausen, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, Generalvikar Dr. Dr. Franz Kaspar.In einer Stellungnahme, die er nach der Urteilsverkündung der Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten gegen den ehemaligen leitenden Mitarbeiter vor der Presse abgab, sagte der Bischof: „Ich bin erschrocken darüber, wie in den vergangenen drei Jahrzehnten in unserem Bistum von einem Menschen eine verbrecherische Praxis entwickelt werden konnte, die von den seinerzeit Verantwortlichen nicht bemerkt worden ist.“
Der Bischof, der für die Pressekonferenz eigens seine am Montag begonnene Wallfahrt ins Heilige Land unterbrach und anschließend nach Israel zurückflog, kündigte ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Jung-Diefenbach an, das auch mit dessen Ausschluss führen könne. Mit Ausschlüssen aus dem Klerikerstand oder der Kirche könnten im Übrigen auch Priester nach Missbrauchsfällen bestraft werden, die in Rom geprüft würden.
Ausdrücklich dankte der Bischof seinem Finanzdirektor Hans-Peter Althausen, der über Jahrzehnte zurückliegende Missstände aus der Zeit seiner drei Vorgänger aufgearbeitet habe. Das Bistum habe den entstandenen materiellen Schaden übernommen, der den Kirchengemeinden nicht schaden werde. Wörtlich fügte Bischof Tebartz hinzu: „Was wir voraussichtlich an geringer Rückerstattung der veruntreuten Summe von 4,8 Millionen Euro erwarten dürfen, soll darüber hinaus den Gemeinden unseres Bistums zur Verfügung gestellt werden.“
Der Bischof kündigte gravierende Konsequenzen mit Strukturveränderungen an. Zwar gebe es keine Entlassungen im direkten Zusammenhang mit der Veruntreuung, doch ließen Veränderungen erwarten, dass der bisherige Personalbestand im Bischöflichen Ordinariat künftig nicht mehr gehalten werden könne.
Der gesamte Bereich der Revision intern und extern werde neu aufgestellt. Mit neuen Leuten von außerhalb sollen Verantwortlichkeiten im Bereich des Controllings neu verteilt werden.
Künftig dürften keine Einzelpersonen alleine Überweisungen tätigen bzw. Barauszahlungen veranlassen. Der gesamte Finanzbereich einschließlich der Außenstellen werde einer externen Prüfung unterzogen, die Personalverantwortung aus den einzelnen Dezernaten dem Generalvikar zugeordnet.
Mit Blick auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Thema in den Gottesdiensten am kommenden Sonntag, sagte der Bischof: „Wir haben als Christen Sündern gegenüber Barmherzigkeit zu üben. Das hat aber nichts mit der Entschuldigung ihrer Taten zu tun.“
[Hier] im Webauftritt von Lindenholzhausen.de finden Sie unseren Artikel "Untreue-Prozess: Berichte & Ergebnisse" mit der Historie und entsprechenden Links.
Der Bischof, der für die Pressekonferenz eigens seine am Montag begonnene Wallfahrt ins Heilige Land unterbrach und anschließend nach Israel zurückflog, kündigte ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Jung-Diefenbach an, das auch mit dessen Ausschluss führen könne. Mit Ausschlüssen aus dem Klerikerstand oder der Kirche könnten im Übrigen auch Priester nach Missbrauchsfällen bestraft werden, die in Rom geprüft würden.
Ausdrücklich dankte der Bischof seinem Finanzdirektor Hans-Peter Althausen, der über Jahrzehnte zurückliegende Missstände aus der Zeit seiner drei Vorgänger aufgearbeitet habe. Das Bistum habe den entstandenen materiellen Schaden übernommen, der den Kirchengemeinden nicht schaden werde. Wörtlich fügte Bischof Tebartz hinzu: „Was wir voraussichtlich an geringer Rückerstattung der veruntreuten Summe von 4,8 Millionen Euro erwarten dürfen, soll darüber hinaus den Gemeinden unseres Bistums zur Verfügung gestellt werden.“
Der Bischof kündigte gravierende Konsequenzen mit Strukturveränderungen an. Zwar gebe es keine Entlassungen im direkten Zusammenhang mit der Veruntreuung, doch ließen Veränderungen erwarten, dass der bisherige Personalbestand im Bischöflichen Ordinariat künftig nicht mehr gehalten werden könne.
Der gesamte Bereich der Revision intern und extern werde neu aufgestellt. Mit neuen Leuten von außerhalb sollen Verantwortlichkeiten im Bereich des Controllings neu verteilt werden.
Künftig dürften keine Einzelpersonen alleine Überweisungen tätigen bzw. Barauszahlungen veranlassen. Der gesamte Finanzbereich einschließlich der Außenstellen werde einer externen Prüfung unterzogen, die Personalverantwortung aus den einzelnen Dezernaten dem Generalvikar zugeordnet.
Mit Blick auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Thema in den Gottesdiensten am kommenden Sonntag, sagte der Bischof: „Wir haben als Christen Sündern gegenüber Barmherzigkeit zu üben. Das hat aber nichts mit der Entschuldigung ihrer Taten zu tun.“
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