Limburg-Lindenholzhausen. Der Bau der Teilortsumgehung zwischen Eschhofen und Lindenholzhausen hat zu einer spürbaren Verkehrsentlastung in Lindenholzhausen geführt. Nun geht es darum, die entlasteten Straßen zu sanieren ...

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Verwendung der Artikel der Nasauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei
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Diskussion in Lindenholzhausen

Seit dem Bau der neuen Umgehungsstraße hat sich der innerörtliche Kraftfahrzeugverkehr in Richtung Eschhofen deutlich verringert – von ehemals 7000 Durchfahrten auf jetzt 2400 Durchfahrten. Das wurde in einer öffentlichen Sitzung des Arbeitskreises «Dorfmitte neu erleben» und der Interessengemeinschaft «Ortsdurchfahrt» bekannt.

Schadhafte Fahrbahnen mit extrem schmalen Gehwegen

Geblieben von der großen Verkehrsbelastung ist der Wendelinusstraße, Kirchfelder Straße, Rübsanger Straße und im weiteren Verlauf der Dietkircher Straße eine schadhafte Fahrbahn mit extrem schmalen Gehwegen an beiden Seiten. Bis 2012 sollen im Zuge von Kanalarbeiten auch die Straßen und ihre Oberflächen neu gestaltet werden. Dabei wollen auch die Bürger mitreden. Neben dem Arbeitskreis hat sich auch eine Interessengemeinschaft gebildet.

Zu einer sehr gut besuchten öffentlichen Sitzung des Arbeitskreises und der Interessengemeinschaft konnte Ortsvorsteher Franz-Josef Zeidler (CDU) neben Silvia Scheu-Menzer vom Ingenieurbüro Steinberger & Scheu auch Jürgen Dumeier, Leiter des städtischen Amts für Verkehrsplanung, begrüßen.

«Wie kann man unter Mitwirkung der Bevölkerung das Dorf umgestalten und verändern?», fragte Zeidler. Ein «großes Thema», antwortete Silvia Scheu-Menzer und nannte einige Eckdaten: Den Straßenraum von teilweise nur 6,30 Meter Breite von Haus zu Haus müssten sich Kraftfahrzeuge, landwirtschaftlicher Verkehr, Fahrradfahrer und Fußgänger teilen. Entschieden werden müsse unter anderem über die Art der Pflasterung, über Bordsteine, Parkplätze, Einbahnstraßen, Grüngestaltung, Rechts-vor-Links-Regelung, Verkehrsberuhigung, Beschilderung, eventuell auch über einen kleinen Zaun um die Wendelinuskapelle.

Einen verkehrsberuhigten Bereich werde es bei 2400 Durchfahrten nicht geben können, sagte Jürgen Dumeier. Das sei für eine Ortsstraße dieser Größenordnung «eine ganze Menge». Die Wendelinus-, Kirchfelder- und Rübsanger Straße hätten nach wie vor «eine Zubringerfunktion» zwischen Frankfurter Straße und Eschhofen und ebenfalls «eine Sammelfunktion» für die umliegenden Straßen. «6,30 Meter ist ziemlich schmal. Was bringt man unter?», fragte er. Wichtig sei ein Schutzraum an den Seiten – kein Gehweg – von 1,10 oder 1,20 Meter Breite, in dem man sich zu Fuß, mit Kinderwagen oder Rollstuhl relativ sicher bewegen könne. Eine Begegnung, ohne auf die Fahrbahn auszuweichen, sei bei dieser Breite allerdings nicht möglich. Auch Bordsteine seien nicht möglich. Eine optische und akustische Abtrennung der seitlichen Schutzräume von der Fahrbahn solle mit einer Rinne aus Naturstein erreicht werden. «Damit müssen wir uns behelfen.» Geplant seien einige unvermittelte Einengungen im Straßenverlauf, zum Beispiel vor dem Haus Wendelinusstraße 23 mit seiner vorspringenden Treppe. «Hier soll der Autoverkehr deutlich verlangsamt werden, die Fahrbahn soll auf eine Spur verengt werden.» Dabei müssten die Einengungen aus Sicherheitsgründen immer abrupt erfolgen, sagte Dumeier.

Als optische Hilfe zur Verlangsamung des Verkehrs seien auch einige einheitlich gepflasterte Flächen – seitlicher Schutzraum und Fahrbahn gleich gepflastert – vorgesehen, unter anderem vor den Häusern Wendelinusstraße 9 bis 11. Das wirke jeweils wie ein verkehrsberuhigter Bereich und veranlasse die Fahrer, ihr Tempo zu verlangsamen.

«Ich würde lügen, wenn ich sage, man hört nichts.»

Auf den Einwand, diese Art der Pflasterung sei möglicherweise zu laut, sagte Dumeier: «Ich würde lügen, wenn ich sage, man hört nichts.» Das müsse von den Bürgern diskutiert werden. «Die Anliegerversammlung hat ein Stück weit das letzte Entscheidungsrecht.» eeg