Limburg-Lindenholzhausen. Auch in den Stadtteilen sind Fahrradfahrer unterwegs: Touristen ebenso wie Bewohner auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Nicht überall kommen sie gut voran. Wie können die Stadtteile fahrradfreundlicher werden? Die NNP hat die Ortsvorsteher gefragt ...

Einen Wunsch haben fast alle geäußert: eine bessere Beschilderung der Fahrradrouten. Denn lediglich die Fernradwege R 7 und R 8 sind durchgehend mit Hinweisschildern versehen. Gerade für ortsunkundige Radler wären weitere Schilder eine Hilfe, finden die Ortsvorsteher.

Wilfried Honecker (SPD) aus Linter ist mit den Radverbindungen in seinem Ortsteil grundsätzlich zufrieden. "Aber man muss sich auskennen, um die Wege zu finden", sagt er. Wer über den Rad- und Fußweg an der B 417 von Limburg her komme, der frage sich spätestens an der Einmündung zur Grabenstraße: Wie geht‘s jetzt weiter? Dabei gibt es nach Ansicht Honeckers prima Verbindungen Richtung Mensfelden, Lindenholzhausen, über den Eduard-Horn-Park zum Tal Josaphat und durch den Linterer Wald zur Jugendherberge.

Bernhard Eufinger (CDU), Ortsvorsteher von Dietkirchen, macht eine bestimmte Stelle Sorgen: Der Radweg von Dietkirchen nach Dehrn sei auf Höhe des "Weißen Hauses" nur 1,20 Meter breit. "Hier gab es schon Stürze im Begegnungsverkehr", berichtet Eufinger. Bislang seien sie zwar glimpflich verlaufen. Aber er fürchtet Schlimmes: Ein Radfahrer könnte auf die Kreisstraße stürzen und von einem Auto erfasst werden. "Hier muss dringend etwas geschehen", mahnt er. Er habe diesbezüglich bereits mit seinem Dehrner Amtskollegen Bernd Polomski (Bürgerliste) Kontakt aufgenommen.

In Ahlbach vermisst Ortsvorsteher Josef Krämer (CDU) Radwege entlang der Jahnstraße. Bislang müssen Radler auf die Hauptstraße ausweichen. Auch die Verbindung nach Hadamar weist eine Lücke auf. "Da fehlen 500 bis 600 Meter im Radfahrnetz", sagt Krämer. "Wir haben deshalb schon Kontakt mit Hadamar aufgenommen." Außerdem beklagt der Ortsvorsteher einen Engpass auf der Brücke über die B 54. Dort stehe eine Doppelleitplanke mitten auf dem Weg. "Für Radfahrer wäre es gut, wenn die Leitplanke geöffnet und versetzt würde", sagt Krämer. Hessen mobil plane dort eine Fußgänger- und Radfahrerzählung.

Eschhofen ist nach Einschätzung von Ortsvorsteher Daniel Stenger (SPD) "insgesamt recht fahrradfreundlich". Lücken gebe es in der Limburger Straße zwischen Friedhofsweg und Tankstelle sowie auf dem Weg nach Lindenholzhausen. Die innerörtliche Verbindung über den Gartenweg, In der Seit, die Goldmorgenstraße und auf die Brücke über die Umgehungsstraße sei für Auswärtige schwer zu finden. Schließlich bemängelt er den schmalen Bürgersteig am Ortseingang von Limburg kommend. "Für Radfahrer ist es dort ziemlich eng", sagt Stenger.

Die Ortsvorsteherin von Lindenholzhausen, Barbara Bäcker (CDU), sieht einen Knackpunkt: der neue kombinierte Fuß-Rad-Weg an der B 8. "Ich bin da schon selbst vom Rad geholt worden", sagt sie. Autofahrer aus den Querstraßen missachteten häufig die Vorfahrt der Radfahrer. "Wir haben das Problem schon mit dem Ordnungsamt diskutiert", sagt Bäcker. Eine Lösung sei jedoch nicht in Sicht.

Der Ortsbeirat Staffel wünscht sich, dass die Lücke am Ende der Ste-Foy-Straße durch die bebaute Zone des Limburger Weges in Neu-Staffel geschlossen wird, sagt Ortsvorsteher Karl-Jürgen Mohr (SPD). Bis zur Lahnbrücke gebe es zwar einen Geh- und Radweg auf der linken Seite. Dieser ende aber an der Einfahrt zum Schirlinger Feld. "Wenn die Lahnbrücke saniert wird, sollte unbedingt an einen Radweg gedacht werden", sagt Mohr. Nach der Brücke fehle die Anbindung an das Radverkehrsnetz in Richtung Aull.

Der Offheimer Ortsvorsteher Hermann Muth (CDU) ist früher selbst mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Limburg gefahren. "Über die Kapellenstraße, an Tetra Pak vorbei klappt das prima", sagt Muth. Dagegen sei der kürzeste Weg über den Offheimer Weg nach Limburg für Radfahrer gefährlich. "Aber ich fürchte, die Straße ist nicht breit genug, um Schutzstreifen einzurichten", sagt Muth. (jub)

Artikel vom 06. September 2012, 19.30 Uhr (letzte Änderung 07. September 2012, 04.30 Uhr)

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.