Brechen-Oberbrechen. Mit einem besinnlichen Adventskonzert in der Pfarrkirche Heilige Sieben Brüder in Oberbrechen gelang es dem MGV «Eintracht» Oberbrechen und dem Ensemble Vocale Lindenholzhausen die Zuhörer in eine Welt der Gefühle und Stimmungen zu führen ...

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Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei
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Thomas Roth und die Sänger des MGV «Eintracht» Oberbrechen beim Adventskonzert in der Pfarrkirche Oberbrechen. Foto: R. FluckBild: Thomas Roth und die Sänger des MGV «Eintracht» Oberbrechen beim Adventskonzert in der Pfarrkirche Oberbrechen. Foto: R. Fluck

Mit «Macht hoch die Tür» nach einem Satz von Franz Biebl eröffneten die Sänger des MGV «Eintracht» Oberbrechen die Programmfolge. In der schlichten Melodik dieses Liedes fanden sich alle Stimmenregister schön und rund klingend wieder. Chorleiter Thomas Roth führte seine Sänger mit präziser Zeichengebung, die sich dadurch sicher in der musikalischen Gestaltung zurechtfanden. In warme Klänge voller Geborgenheit gehüllt waren auch die Sätze «Im Dorf, da geht die Glocke schon» (Bernhard Weber) und «Abendruhe» von Adolf Kern. Mit sicheren harmonischen Intervallen beim Gregorianischen Choral «Rorate coeli» nach einem Satz von Franz Biebl und «Oh, du stille Zeit» (Bernd Engelbrecht) gelang es den Sängern, ihren Vortrag spürbar zu beleben und weihnachtliche Vorfreude auszubreiten. Auch beim Satz «Heilige Nacht» (Johann F. Reichhardt) mit seiner spannungsgeladenen Harmonik wurden die Sänger der «Eintracht» Oberbrechen den hohen musikalischen Anforderungen gerecht.

Zwischen den Vorträgen der Chöre las Ina Gehring besinnliche aber auch heitere Texte zum Weihnachtsfest – von Ochs und Esel, die gemeinsam ihre Futterraufe im Stall dem Christkind zur Verfügung stellten und von den Engeln, die keine Flügel brauchten.

Mit ihrem Spiel auf der Querflöte verbreitete Melanie Staat mit dem «Kanon in G» von Johann Pachelbel und dem Lied «Engel haben Himmelslieder» klangvolle Töne und Melodien, die in der Kirche zu schweben schienen. Der Bariton Andreas Jung gefiel mit seiner weit tragenden und intonationssicheren Stimme, die auch in der Höhe mühelos agierte, mit dem Weihnachtsklassiker «Cantique de Noel» von Adolphe Adam.

Beide Solisten wurden von Thomas Roth mit feinfühliger Registrierung an der Orgel begleitet.

Mit Vokalkunst auf hohem Niveau beeindruckten die Sängerinnen und Sänger des Ensemble Vocale Lindenholzhausen mit ihrem musikalischen Leiter Andreas Jung. Schon bei «Verleih uns Frieden gnädiglich» (Felix Mendelssohn Bartholdy) und «Jubilate Deo» (Orlando di Lasso) gefiel dieser Chor nicht nur durch die Exaktheit der Artikulation, sondern auch durch die Strahlkraft der Stimmen. Beim «Bogoroditse Djevo», einem Marienlob aus der orthodoxen Liturgie, zeigte Andreas Jung sowohl beim Satz von Sergej Rachmaninov als auch beim Satz des zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt, welche Klangfülle sich mit diesem Chor erzielen lässt.

Von sicherer und gefühlvoller Gestaltung waren die Sätze «Es kommt ein Schiff geladen» (Ernst Pepping) und «Es ist ein Ros entsprungen (Michael Prätorius), wobei der Chor die Klangräume der Kompositionen mit viel Sorgfalt herausarbeitete.

Höhepunkt des Konzertes war der Satz «O Magnum Mysterium» des zeitgenössischen Komponisten Morten Lauridsen, bei dem das Ensemble Vocale Lindenholzhausen viel Flexibilität und Wandlungsfähigkeit beweisen konnte, um den hohen Ansprüchen an die stimmliche Versiertheit gerecht zu werden und um diesen Satz entsprechend zu gestalten; ein Satz voller ungewöhnlicher Harmonik und musikalischer Geheimnisse, bei dem die Stimmen in eindrucksvoller Weise das Wunder der Menschwerdung Jesu besingen. rf

Artikel vom 18. Dezember 2010, 03.24 Uhr (letzte Änderung 18. Dezember 2010, 05.03 Uhr)