Limburg-Lindenholzhausen. An der ICE-Trasse gibt es nun auf der kompletten Länge zwischen Köln und Frankfurt einen funktionierenden Schallschutz. In Lindenholzhausen wurde das letzte Element mit einem symbolischen Akt gesetzt ...

Hinweis:
Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei
.
 
Kompletter Austausch an ICE-Strecke
 
Ein Ice fährt an Montabaur vorbei. Archivbild Ein Ice fährt an Montabaur vorbei. Archivbild
Bild: Ein Ice fährt an Montabaur vorbei. Archivbild

Auf einer Länge von insgesamt 20 Kilometern wurden in den vergangenen zwei Jahren 63 Lärmschutzwände ausgetauscht. Im Kreis war dies zum Beispiel am Elzer Berg der Fall, zwischen Eschhofen und Lindenholzhausen sowie auf Abschnitten im Goldenen Grund. Die alten Lärmschutzwände wurde dabei zunächst entfernt und der neue Lärmschutz dann aufgebaut, wobei unterschiedliche Techniken eingesetzt wurden. Am Elzer Berg zum Beispiel wurden Gabionenwände (die einzelnen Elemente bestehen aus mit Steinen gefüllten Drahtkörben) verbaut, an anderen Stellen dagegen auf eine Mischung aus Beton und Aluminium und glatte Wandelemente gesetzt. Der neue Schutz soll die Anwohner entlang der Strecke nun dauerhaft vor dem Lärm schützen.

Mit dem symbolischen Einheben des letzten Elementes einer Schallschutzwand am Rande der Strecke in Lindenholzhausen setzte Oliver Kraft, Vorstandsvorsitzender der DB Netz, den Schlusspunkt für die Sanierung. Die Arbeiten waren notwendig geworden, da die ersten Schallschutzwände den hohen Belastungen durch die mit bis zu 300 Kilometer schnell fahrenden Züge nicht stand hielten.

Nach Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Jahre 2002 begannen die Wände mit der Zeit zu klappern, ausgelöst durch den Luftdruck des herannahenden und den Sog des sich entfernenden Zugs. Daher mussten die bestehenden Wände auf einer Gesamtlänge von über 20 Kilometern zwischen Siegburg und Frankfurt erneuert werden. Nach Angaben der Bahn werden die Wände, die nur dem Windschutz dienten und abgebaut wurden, nicht wieder aufgebaut. In der Phase, in der der Lärmschutz nicht gewährleistet war, durften die Züge die betroffenen Bereiche nur mit reduzierter Geschwindigkeit passieren.

Außergerichtliche Einigung


«Wir haben uns von Beginn an dafür eingesetzt, dass die Schallschutzwände an der Strecke möglichst schnell und umfassend saniert werden. Daher freue ich mich, dass wir mit der Fertigstellung der letzten Wand einen langfristigen und wirksamen Lärmschutz für die Anwohner schaffen», machte Kraft deutlich.

Um nicht auf das Ergebnis eines langwierigen Gerichtsverfahrens zu warten, hatte die Bahn nach eigenen Angaben die Planungen zur Erneuerung der Wände frühzeitig begonnen. Dabei waren neue Genehmigungsverfahren notwendig, da die neuen Wände nicht genau auf dem Standort der alten Wände aufgebaut wurden.

Im Jahr 2008 wurde nach Angaben der Bahn mit den drei verschiedenen Arbeitsgemeinschaften von Firmen, die den Bau der Strecke ausführten, eine außergerichtliche Vereinbarung getroffen. Die Vereinbarung sah vor, dass die Firmen alle alten Wände abmontieren und die neuen Schallschutzwände bis Juli dieses Jahres erstellen.

Bei den Arbeiten in verschiedenen Etappen ist es nach Angaben der Bahn das erklärte Ziel gewesen, die Einschränkungen im Betrieb der Hochgeschwindigkeitsstrecke möglichst gering zu halten und zugleich die Fertigstellung zu beschleunigen. Nach Informationen der NNP belaufen sich die Gesamtkosten für den Austausch des Lärmschutzes auf rund 100 Millionen Euro. Die Kosten teilen sich nach der außergerichtlichen Vereinbarung die Bauunternehmen und die Bahn.

Zahlreiche Gäste der DB Netz und der an den Arbeiten beteiligten Firmen sowie deren Mitarbeiter fanden sich zu diesem symbolischen Einheben des letzten Teilstücks durch Oliver Kraft in Lindenholzhausen ein, um anschließend gemeinsam den Abschluss der Arbeiten zu feiern. kdh