Bild: Warten auf das Wasser – inzwischen ist es reine Glücksache, ob das Sauerbornwasser in Lindenholzhausen fließt (kleines Bild) oder Besucher mit leeren Händen wieder nach Hause gehen müssen. Fotos: Koenig (2)
Der Sauerborn in Lindenholzhausen droht wieder einmal zu versiegen
Momentan fließt das Wasser nur sehr unregelmäßig. Die Limburger Stadtverwaltung und der Ortsbeirat sind informiert und wollen im Januar die Lage besprechen.
Der Sauerborn-Brunnen in Lindenholzhausen ist ein Wahrzeichen des Ortes. Im Volksmund heißen alteingesessene Lindenholzhäuser deshalb auch "Kruggeltje". Der Spitzname stammt noch aus der Zeit, in der viele im Ort täglich Wasser in Krügen vom Sauerborn holten und quer durch den Ort schleppten. Wer das aber jetzt machen möchte, könnte mit leeren Händen dastehen: Denn der Sauerborn droht auszutrocknen. Wieder einmal.
"Kleine vage Hoffnung"
Seit etwa zwei Monaten fließe das Wasser nicht mehr regelmäßig, sagt Bernhard Rompel. Seit Jahrzehnten kümmert sich der gelernte Schlosser ehrenamtlich um die Quelle und dokumentiert sorgfältig ihre Geschichte. Denn auch er hatte schon als Kind das Sauerbornwasser durch das Dorf getragen. Momentan sprudele die Quelle nur, wenn sich genug Kohlensäure angesammelt habe, erklärt Rompel. Dann komme zwar ein Schwall Wasser aus dem Zapfrohr. Aber nach spätestens einer halben Minute fließe kein Wasser mehr. Ein geregeltes Befüllen von mitgebrachten Wasserflaschen sei so nicht mehr möglich.
Schon früher, zuletzt 2007, war dieses Problem aufgetreten. Damals verkürzte Bernhard Rompel einfach das Zapfrohr – und das Wasser floss wieder ununterbrochen. Inzwischen ist das Rohr aber schon so niedrig gelegt, dass keine weitere Verkürzung mehr möglich ist.
Und: Diesmal wäre auch gar nicht sicher, ob die Aktion den gewünschten Effekt hätte. "Denn vor etlichen Wochen wurde die Halterung des Zapfrohrs mit Gewalt losgerissen", sagt Rompel. Die lose Leitung konnte danach problemlos mit der Hand rauf und runter sowie vor und zurück bewegt werden. Seine "kleine vage Hoffnung" sei deshalb, dass durch den Vandalismus nur der Anschluss der Leitung undicht geworden sei. Denn sonst werde eine kostspielige Neufassung der Quelle nötig.
ICE-Strecke Schuld ?
So hatte man Anfang der 1980er-Jahre schon einmal ein 40 Meter tiefes Loch außerhalb des Brunnenbeckens gebohrt. Aber auch die bloße Überprüfung der Leitung ist aufwendig. Denn die untere Brunnenkammer steht unter Wasser. "Das muss so sein, um einen Gegendruck auf die Leitung zu erzeugen", sonst fließe das Wasser nämlich nicht, betont der Experte.
Erschwerend kommt hinzu, dass es in der Kammer auch noch Kohlensäure gibt. Beim Auspumpen wäre also das Tragen von Atemschutzgeräten Pflicht. Eine solche Aktion müsste daher zum Beispiel mithilfe der Feuerwehr durchgeführt werden. Diese hatte bereits 1984 den Sauerborn ausgepumpt. Falls das Problem aber nicht von einer undichten Leitung verursacht werde, müsse ein erfahrener Tiefbrunnenfachmann hinzugezogen werden, forderte Bernhard Rompel.
Erste Schritte zur Lösung des Problems wurden bereits eingeleitet. So hat der Lindenholzhäuser Ortsbeirat auf einer Sitzung bereits das Problem diskutiert. Der gesamte Ortsbeirat trete "zu 100 Prozent" dafür ein, dass der Sauerborn wieder fließt, betonte Ortsvorsteherin Barbara Bäcker (CDU). Allerdings sei man dabei auf die Hilfe der Stadt angewiesen. Sie habe daher auch die Stadtverwaltung über das Problem informiert, sagte die Ortsvorsteherin.
Der zuständige Abteilungsleiter, Markus Saal vom Hochbauamt, war auch bereits vor Ort, bestätigt die Pressesprecherin der Stadt Limburg, Alexandra Hesse. Für den Januar habe man bereits eine zweite Begehung in größerer Runde geplant. Neben dem Abteilungsleiter ist unter anderem auch der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) in der Sache aktiv, erklärte Hesse. Über die Ursachen könne man momentan noch nichts sagen. "Große Zurückhaltung" gebe es auch bei der im Dorf diskutierten Frage, ob die benachbarte ICE-Strecke den Sauerborn zum Versiegen bringe. Denn momentan gebe es dazu noch keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse. koe
Artikel vom 28. Dezember 2012, 19.50 Uhr (letzte Änderung 29. Dezember 2012, 04.09 Uhr)
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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[Hier] finden Sie einen weiteren Artikel zum Thema: Hat die Maya-Prophezeiung in Lindenholzhausen zugeschlagen?
[Hier] können Sie die ganze Geschichte des Sauerborn lesen.