Bild: Die Band "Vijeriah" beim Auftritt in Lindenholzhausen. Foto: Hanke
„Huhn Auf’s Eis“-Festival zieht Fans von Metal, Hardcore und Punk nach Lindenholzhausen
Von Niklas Hanke
Rund 280 Besucher haben die Premieren-Veranstaltung des "Huhn Auf’s Eis"-Festivals am Samstag zu einem Erfolg gemacht. Bei dem Festival spielten zehn Bands im Dorfgemeinschaftshaus.
Die erste Band des Tages dürfte kaum jemand gekannt haben: "Duct Tape", vier Jungs aus der Umgebung, haben sich erst im April 2012 gegründet. Sie spielten deshalb auch nur drei Lieder und eine äußerst kurze Zugabe. Trotzdem hatten sie viel Spaß auf der Bühne. Bei den danach spielenden Bad Cambergern von "Escape My Farewell" kamen einige technische Probleme auf, was die Band jedoch nicht davon abhielt, ihren Auftritt souverän zu meistern.
Danach betraten die Lindenholzhäuser Mitorganisatoren von "Amenorrhea" die Bühne. Die 2008 gegründete Band überzeugte mit ihrem Mix aus Hardcore und Metalcore und brachte Leben in das Publikum, das spätestens bei den Songs der Taunussteiner Formation "Inside The Mirror" vollends aufwachte. Erste Moshpits starteten, und die Halle füllte sich immer weiter.
Als "The Green River Burial" aus Frankfurt, die vor kurzem ihr erstes Album veröffentlicht haben, auf der Bühne stand, gab es für die Menge kein Halten mehr. Ihre Musik lud zum tanzen, feiern und mitsingen ein. Vor allen Sänger Mert legte großen Wert auf Publikumsnähe: Fast das komplette Konzert sang er inmitten der Zuschauer.
Etwas melodischer wurde es bei der Hamburger Band "Light your Anchor", wenn auch nicht weniger hart. Souverän lieferten sie ihre Show ab und gaben die Bühne für die aus Potsdam und Berlin stammende Band "Vijeriah" frei. Die fünf Jungs hatten es mit ihrer technisch versierten und harten Musik zwar etwas schwerer beim Publikum, konnten jedoch mit einer guten Präsenz überzeugen.
Aufgrund technischer Probleme und zu langen Umbaupausen konnte "Alea Jacta Est" aus Frankreich erst eine halbe Stunde später als geplant auf der Bühne spielen. Das hatte aber keinerlei Einfluss auf ihre Wirkung, Stimmung oder Musik. Die Halle kochte, und die Leute feierten ausgelassen. Kein Wunder, dass die Headliner, "Final Prayer", euphorisch begrüßt wurden. 45 Minuten Hardcore-Punk aus Berlin brachte auch den letzten Gast zum schwitzen.
Ausgepowert verließen anschließend viele die Halle, was den Koblenzern "I Scream For Ice Cream" nur noch eine kleine Zuschauerschar bescherte. Aber diese feierten auf der Aftershowparty zu Metal-Musik vermischt mit Elektro Klängen umso intensiver.
Das erste "Huhn Auf’s Eis"-Festvial ist dem 2011 gegründeten Verein Hollesse Musikkultur zu verdanken. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Plattform für Musik in Lindenholzhausen und Umgebung zu etablieren. Zu diesem Zweck hatten sich viele Jugendliche, die zum größten Teil aus Lindenholzhausen stammen, zusammengefunden, und mit ersten Konzerten in diesem Jahr Erfahrung und eine finanzielle Grundlage gesammelt.
Das "Huhn Auf’s Eis"-Festival soll künftig jedes Jahr im Dorfgemeinschaftshaus Lindenholzhausen stattfinden.
Artikel vom 19. November 2012, 03.23 Uhr (letzte Änderung 19. November 2012, 05.01 Uhr)
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.