Limburg. Die Anwohner eines im vergangenen Herbst auf dem Dach des Wohnhauses Frankfurter Straße 1a in Lindenholzhausen neu errichteten Mobilfunk-Sendemastes wehren sich mit 380 Unterschriften gegen diese Anlage ...


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Text: Fluck
 
Sie haben die Listen an Bürgermeister Martin Richard im Rathaus überreicht und dem Netzbetreiber O2 eine Kopie zugestellt. Die Anwohner fürchten gesundheitliche Folgen durch die Abstrahlung.
 
Annien Fine (links) sowie Marion Zacherl und Alfred Rompel (von rechts) überbrachten Bürgermeister Martin Richard die Listen mit den 380 Unterschriften gegen den O2-UMTS Funkmast in Lindenholzhausen Bild: Annien Fine (links) sowie Marion Zacherl und Alfred Rompel (von rechts) überbrachten Bürgermeister Martin Richard die Listen mit den 380 Unterschriften gegen den O2-UMTS Funkmast in Lindenholzhausen

„Was soll ich nun mit den Unterschriften machen?“, fragte Richard und erläuterte den Vertretern der Bürgerinitiative die Rechtslage: „Für den Mast ist keine Genehmigung von Seiten der Stadt erforderlich. Zudem ist er in einem Mischgebiet zulässig. Da habt ihr keine Chance. Wir können den Mast auch nicht beseitigen lassen.“

BI-Sprecher Alfred Rompel, Marion Zacherl und Annien Fine werfen dem Magistrat vor, die Bürger über das Vorhaben im Unklaren gelassen zu haben. In Staffel hätten sie früh genug Bescheid gewusst und den Funkmast im Wohngebiet abwenden können. Zacherl erinnerte an den bestehenden Stadtverordnetenbeschluss, wonach der Magistrat im Rahmen seiner Möglichkeiten darauf hinwirken solle, Mobilfunkanlagen in Wohngebieten abzuwenden. Ein O2-Vertreter habe seinerzeit die Bereitschaft des Mobilfunkbetreibers für eine einvernehmliche Regelung erklärt. „Anstatt die Interessen der Bürger zu wahren, ist das hier im Rathaus durchgewunken worden“, beklagt Zacherl.

Nun scheint für die Anwohner die Sache gelaufen zu sein. „Es gibt Bürger, die ziehen aus“, weiß die BI-Vertreterin zu berichten. Der Mast schade dem Wert benachbarter Immobilien. Dennoch weiß zurzeit in Lindenholzhausen niemand, ob die Anlage bereits in Betrieb ist.
 
Angeblich steht das Haus Frankfurter Straße 1a zum Verkauf. Dabei stellt sich im Stadtteil die Frage, ob sich ein Erwerber findet der den Mast übernimmt. Und: Wie würde verfahren, wenn er einen Neubau anstreben würde.

Obwohl sich die Bürger ziemlich machtlos fühlen, weil sie nichts mehr ändern können, sehen sie ihre Unterschriftenaktion durchaus nicht ohne Sinn. Die Stadt solle diese Willenskundgebung als Aufforderung verstehen, bei weiteren geplanten UMTS-Funkmasten in Limburg mit dem Thema sensibler umzugehen und rechtzeitig das Gespräch mit den Bürgern zu suchen, die nicht grundsätzlich gegen einen solchen Sendemast seien, wohl aber gegen Standorte, die ihre Gesundheit beeinträchtigen könnten.

Bild & Text: Fluck