Hinweis: Verwendung der Artikel der Nasauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
... Reh-, Schwarz-, Rot- und Muffelwild sind die vier Hauptwildarten, deren Hege sich die Jäger widmen. Ziel der drei Hegegemeinschaften im Altkreis Limburg sei es, einen gesunden und vitalen Wildbestand zu erhalten, der in seiner Anzahl dem vorhandenen Biotop entspreche, ohne Schaden anzurichten, sagte Kreisjagdberater Hilmar von Schenk.
Das Fazit der Jäger: Es wurden weniger Rotwild und weniger Füchse geschossen, dafür ist die Zahl des erlegten Schwarzwilds (Wildschweine) deutlich gestiegen. 338 Rehe fielen dem Straßenverkehr zum Opfer (die Dunkelziffer liegt aber nach Erfahrungen der Jäger höher), das sind 30 Prozent der Strecke. Größter Rehwild-Unfall-Brennpunkt ist wie im vergangenen Jagdjahr Frickhofen gewesen.
Nach Jahren überhöhter Wildbestände beim Rotwild konnte in diesem Geschäftsjahr der geforderte Abschuss von 158 Stück Rotwild nicht erfüllt worden. 76 Tiere wurden getötet; im Vorjahr waren es 108 Tiere. Ein Grund für den geringeren Abschuss: Das Rotwild ist in ruhigere Jagdbezirke gezogen, was dort zu deutlichen Schälschäden geführt hat.
Der Bewegungsdrang von Freizeitsportlern verdrängt aus Sicht des Jagdklubs das Wild. Neben Mountainbikern seien seit einiger Zeit immer mehr Menschen nachts mit GPS-Geräten und Stirnlampen im Wald unterwegs und suchten nach abgelegten Schätzen: «Geo-Caching» nennt sich dieser Trend. Deutlich angestiegen ist hingegen die Zahl des erlegten Schwarzwilds. Die Strecke lag mit 1119 Stücken fast 40 Prozent über dem Vorjahresergebnis; das ist die zweithöchste Strecke seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1967.
Der gemeldete Wildschaden ist dagegen mit rund 33 000 Euro nur geringfügig höher ausgefallen als im vergangenen Jahr. Die Jäger hätten damit bewiesen, dass sie unter optimalen Jagdbedingen Beute gemacht haben.
Außerdem seien die nötigen Maßnahmen ergriffen worden, um ein Übergreifen der Schweinepest zu verhindern. In Hundsangen würden bereits Schilder auf eine Gefährdung durch die Seuche hinweisen, sagte der Leiter des Kreisveterinäramts, Dr. Rüdiger Fluck. Er wies auf die drastischen Folgen hin, die ein Ausbruch der Seuche auf die Schweinezuchtbetriebe im Kreis haben kann. Dann drohe die Tötung ganzer Tierbestände.
Die Fuchsstrecke lag mit 982 Stücken deutlich unter den Ergebnissen des Vorjahrs. Dennoch gelte für den Fuchs das gleiche wie für das Schwarzwild: Es müsse gejagt werden, um eine Seuche zu vermeiden, betonte von Schenk.
Den Silbernen Bruch für den kapitalsten Hirsch aus dem Revier Hof zu Hausen erhielt Manfred Möbs. Der stärkste Rehbock kam aus dem Revier Nauheim von Manfred Losert, der stärkste Keiler kam aus Würges, dem Versuchsrevier der Deutschen Jagdzeitung. Die Hegemedaillen für gelungene Biotop- und Lebensraumgestaltung gingen an die Reviere Fussingen, Hangenmeiligen, Neesbach sowie Camberg I und II. st
Hegeschau in Lindenholzhausen: Den silberne Bruch für die kapitalsten Wildarten erhielten Manfred Losert (rechts), Rehbock; Manfred Möbs (Mitte), Hirsch; und für den kapitalen Keiler das Revier Würges (links) aus dem Versuchsrevier der Deutschen Jagdzeitung. Foto: Steffen