Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Stehender Applaus für die Sängerinnen und Sänger beim Chorkonzert "Welcome in" in Hahnstätten.
Von Rolf-Peter Kahl
Auch aus dem Musikerhimmel werden Sangesgrößen wie Elvis Presley, Louis Armstrong oder Carl Perkins, die den Millionenerfolg der Platters erfolgreich gecovert haben, voller Hochachtung und Respekt auf den jungen Philippino herabgeblickt haben. Mit dieser Zugabe ging ein glanzvolles Chorkonzert zu Ende, das zur Freude der Veranstalter "überausverkauft" war.
Der gemischte Chor TonArt Netzbach und der MGV 1868 Hahnstätten kooperierten bei der Aufnahme des Kammerchores "College of Immaculate Conception Chorale" von den Philippinen, die als Teilnehmer zum Harmonie-Festival nach Lindenholzhausen angereist waren. Unter dem Motto: "Welcome in" planten sie gemeinsam mit ihren Gästen dieses Konzert, an dem ursprünglich auch noch eine indische Tanzgruppe teilnehmen sollte, die jedoch nicht nach Europa angereist war.
Doch die Veranstalter fanden mit dem Folk-Musik-Ensemble "Arishi" mehr als adäquaten Ersatz. Das Sextett ist für die Zeitdauer des Harmonie-Festivals in Aumenau untergebracht.
TonArt Netzbach hatte die Rolle des "Eisbrechers" übernommen und das Publikum und die übrigen Chöre mit "Welcome in" von James E. Moore willkommen geheißen. Auch mit den drei weiteren dargebotenen Stücken bewies der gemischte Chor, der unter der Leitung von Bettina Scholl steht, dass er mittlerweile zu Recht zu einer der "starken" Gesangsformationen der heimischen Region gehört – sowohl von der Mitgliederzahl als auch von der musikalischen Qualität.
Auch der MGV Hahnstätten hat schon oft seine Klasse bewiesen. Dies sollte am Donnerstag nicht anders sein. Bei gleich zwei Auftritten demonstrierten sie unter anderem mit dem "Rheinischen Fuhrmannslied" (Paul Zoll) oder aber mit einem kroatischen Tanzlied (Arnold Kempkens), bei dem sie von Heide Holzner am Flügel begleitet wurden, ihre gesangliche Vielfalt.
Das Folk Music Ensemble "Arishi" überzeugte anschließend nicht nur als eine hochkarätige, fast professionelle Gruppe von Vokalisten und Instrumentalisten, sondern war auch hervorragender Botschafter georgischer Kultur. Beeindruckend ihre Darbietungen von mehrstimmigen Volksliedern, wie zum Beispiel "Cakrulo", einem Stück aus der Region Kaxeti. Ansteckend danach ein humorvolles Stück (Sisa tura), das von dem traditionellen Instrument Chonguri begleitet wurde.
Einzigartiger Sound
Zum Höhepunkt sollte dann der Auftritt des international hoch dekorierten Kammerchors "College of the Immaculate Conception Chorale Philippines" werden.
Der erst kürzlich beim europäischen Grand-Prix der Kammerchöre in Varna (Bulgarien) zum Ersten Preisträger ernannte Chor setzt sich aus Studenten, ehemaligen Studenten und Dozenten zusammen, die sich alle mit Leib und Seele dem einzigartigen Sound der Philippinen verschrieben haben.
Die Fähigkeit der 16 Sängerinnen und Sänger, die Sonorität des Klangs auch im zartesten Pianissimo aufrechtzuerhalten oder Schlussakkorde quasi hinzuhauchen und gleichzeitig klanglich zu modulieren, zeugt von phantastischer Chor-Kunst und überragender musikalischer Souveränität, die sie vor allem bei "Ilay Gandangan" (Rodolfo Delarmente) zeigten. Doch die überaus sympathischen Gäste, die mit ihren Kostümen ein besonderes asiatisches Flair in die Halle zauberten, überraschten die Zuhörer auch mit "Wenn ich ein Vöglein wär" (Max Reger) oder "Schöne Fremde" von Fanny Hensel.
Über "All the things you are" und "I can tell the world" mündete der phantastische Auftritt des Kammerchores in den Zugabesong "Only you".
Einhellige Meinung vieler Konzertbesucher: "Die können in Lindenholzhausen nur ganz oben auf dem Siegerpodest landen."
Artikel vom 03. Juni 2011, 18.02 Uhr (letzte Änderung 04. Juni 2011, 04.12 Uhr)
Mehr über das Festival - More about the Festival:
Die Versammlung wählte jeweils einstimmig mit einer Enthaltung Barbara Bäcker (CDU) zur neuen Ortsvorsteherin und Kurt Weyhrauch (SPD) zu ihrem Stellvertreter.